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Tawhirimatea, der Zorn zwischen Himmel und Erde

Tawhirimatea ist Gott der Maori-Überlieferung.

Der Sturmgott, der Krieg gegen seine Brüder führt. Die Überlieferung stellt seinen Zorn zwischen Himmel und Erde in den Mittelpunkt.

GottPolynesien

Inhaltsverzeichnis

Tawhirimatea, der Sturmgott der Maori
Tawhirimatea

Tawhirimatea ist der Maori-Gott der Stürme, Winde und des Wetters, Sohn des Himmelsvaters Ranginui und der Erdmutter Papatuanuku. Er ist der einzige Sohn, der sich der Trennung der Eltern widersetzte, und führt aus Zorn Krieg gegen seine Brüder.

Seine Windkinder entsendet er in die Himmelsrichtungen, und sein Toben trifft Wald, Meer und Feldfrucht gleichermaßen. Nur der Mensch, Tumatauenga, hält ihm stand. In der Maori-Kosmologie ist Tawhirimatea eine zentrale, bis heute stark präsente Gestalt.

Auf einen Blick: Tawhirimatea

Typ: Gott der Stürme, Winde und des Wetters
Herkunft: Maori-Überlieferung, Sohn von Ranginui und Papatuanuku
Texte: Grey 1855, Best 1924
Zeitraum: Maori-Überlieferung, dokumentiert ab dem 19. Jahrhundert
Erscheinung: nicht anthropomorph, Sturm, Böe und Wolke

Textgeschichte

Zeitraum der Texte

Maori-Überlieferung, sehr gut dokumentiert: Die Standardwerke sind George Greys Polynesian Mythology von 1855 und Elsdon Bests Arbeiten von 1924.

Verbreitungsraum

Neuseeland: Tawhirimatea gehört zum Kern der Maori-Kosmologie von Aotearoa und wirkt auf Wetter und Seefahrt.

Quellenlage

Gut: Tawhirimatea ist sehr breit belegt, unter anderem bei Grey, Best und in Orbells Enzyklopädie der Maori-Mythologie.

Name und Varianten

Maori: Der Name enthält tawhiri, wehen oder herbeiwinken, im Sinne des wehenden Windes. Tawhirimatea ist damit schon dem Namen nach der Gott des bewegten Himmels.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Tawhirimatea ist nicht anthropomorph fixiert; er ist präsent als Sturm, Böe, Wolke und Wind aus allen Richtungen. Seine Windkinder tragen die Namen der Himmelsrichtungen: tuaraki im Norden, tonga im Süden, marangai im Osten und hauauru im Westen.

Wirkung

Aus Zorn und Trauer über das Leid der Eltern folgt Tawhirimatea dem Vater Rangi in den Himmel und führt Krieg gegen seine Brüder: gegen Tane-Mahuta, dessen Wälder er zerbricht, gegen Tangaroa, das Meer, den er mit Wellen in die Flucht treibt, gegen Rongo und Haumia-tiketike, die kultivierte und wilde Nahrung, die Papatuanuku verbirgt, und gegen Tumatauenga, den Menschen, der als Einziger standhält.

Steckbrief: Tawhirimatea

Die wichtigsten Aspekte des Sturmgottes auf einen Blick.

Kulturkontext

Zentraler Gott der Maori-Kosmologie: Sohn von Himmel und Erde, einziger Gegner ihrer Trennung, Kriegführer gegen die eigenen Brüder.

Wirkungsgegenstand

Wetter und Seefahrt: Sturm, Böe, Wolke und Wind aus allen Richtungen, entsandt durch seine Windkinder in den Himmelsrichtungen.

Darstellung

Nicht anthropomorph fixiert: Tawhirimatea erscheint als Sturm, Böe und Wolke, nicht als Bild oder Statue.

Wirkungsbereich

Stürme, Winde und Wetter; sein Krieg trifft Wald, Meer und Nahrung, nur der Mensch Tumatauenga hält stand.

Umgang

Furcht und Respekt: Gebetsformeln, karakia, für Wetter und Fahrt richten sich an ihn oder suchen Schutz vor ihm; ein ausgearbeiteter Opferkult ist nicht prominent belegt.

Abgrenzung

Raka-maomao, der Gott der gewöhnlichen Winde, als Gegenpol; typologisch vergleichbar sind Vayu und Aiolos.

Der Sohn, der die Trennung nicht verzieh

Der Name enthält tawhiri, wehen oder herbeiwinken, im Sinne des wehenden Windes. Tawhirimatea ist sehr gut belegt, unter anderem bei George Grey und Elsdon Best. Als die Kinder von Rangi und Papa beschlossen, die eng umschlungenen Eltern zu trennen, und Tane sie mit den Beinen auseinanderstemmte, widersetzte sich Tawhirimatea als einziger.

Aus diesem Widerspruch erwächst sein Krieg: Er folgt dem Vater in den Himmel und straft die Brüder mit Sturm, zerbricht die Wälder des Tane-Mahuta, treibt das Meer des Tangaroa in die Flucht und zwingt die Nahrungsgötter Rongo und Haumia-tiketike in den Schutz der Erdmutter. Nur Tumatauenga, der Mensch, hält stand. So begründet der Mythos zugleich, warum der Mensch dem Wetter trotzen kann und es doch nie besiegt.

Matariki und das Nachleben

Tawhirimatea ist zentral in der Maori-Kosmologie und heute stark präsent. In einer verbreiteten Überlieferung riss er sich vor Zorn und Trauer die Augen aus und schleuderte sie an den Himmel, wo sie zu den Sternen von Matariki, den Plejaden, wurden. Sein Name gibt Wetter- und Umweltbezügen in Aotearoa den Namen.

Religionswissenschaftlich ist Tawhirimatea ein zerstörerischer Sturmgott, der aktiv Krieg gegen seine Brüder führt, eine hohe, aber nicht apokalyptische Bedrohung, da Tumatauenga standhält. Wichtige Klarstellungen: Er war der einzige Gegner der Trennung, nicht ihr Befürworter; die Zahl und Reihenfolge der Rangi-Papa-Kinder variiert je nach iwi; und die Matariki-Augen-Episode ist eine verbreitete Variante, nicht die einzige.

Furcht, Respekt und karakia

Als Naturgewalt wird Tawhirimatea vor allem gefürchtet und respektiert; Gebetsformeln, karakia, für Wetter und Fahrt richten sich an ihn oder suchen Schutz vor ihm. Ein ausgearbeiteter Opferkult ist nicht prominent belegt; er ist Erklärungs- und Ehrfurchtsgestalt. Der Umgang mit dem Sturmgott bestand also weniger im Ritualapparat als in der Haltung: dem Wetter mit Respekt zu begegnen.

Sturmgötter neben dem Alltagswind

Tawhirimatea steht dem Gott der gewöhnlichen Winde Raka-maomao gegenüber, dem Sturm im Gegensatz zum Alltagswind. Typologisch ist er den Sturmgöttern anderer Kulturen vergleichbar, etwa dem vedischen Vayu und dem griechischen Aiolos. Sein freundliches Gegenstück in der eigenen Überlieferung ist Hine-Tu-Whenua, die Göttin des günstigen Fahrtwinds.

Häufige Fragen zu Tawhirimatea

Wer ist Tawhirimatea?

Der Maori-Gott der Stürme, Winde und des Wetters, Sohn des Himmelsvaters Ranginui und der Erdmutter Papatuanuku.

Warum führt er Krieg gegen seine Brüder?

Er widersetzte sich als einziger der Trennung der Eltern und straft aus Zorn und Trauer seine Brüder mit Sturm.

Was hat er mit Matariki zu tun?

In einer verbreiteten Variante riss er sich die Augen aus und schleuderte sie an den Himmel, wo sie zu den Sternen von Matariki, den Plejaden, wurden.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Best, Elsdon: Maori Religion and Mythology, Part 1. Wellington 1924.
  • Grey, George: Polynesian Mythology. London 1855.
  • Orbell, Margaret: The Illustrated Encyclopedia of Māori Myth and Legend. Christchurch 1995.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Gott der Winde und des Wetters ist der Maori Sturmgott Tawhirimatea bis heute zentral in der Kosmologie von Aotearoa: der Sohn, der die Trennung von Himmel und Erde nie verwunden hat und dessen Zorn im Sturm weiterlebt.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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