San Phra Phum ist das Geisterhäuschen einer Gottheit der thailändischen Tradition.
Das Geisterhäuschen, das den gestörten Erdgeist versöhnt. Als Geisterhäuschen Thailands versöhnt San Phra Phum der Überlieferung nach den Herrn des Bodens mit den Bewohnern.
San Phra Phum ist das thailändische Geisterhäuschen und der Schutzgeist des Grundstücks. Weil ein Bau den ansässigen Erdgeist stört, bietet man ihm als Ersatz eine eigene, erhöhte Behausung mit Gaben, damit er das Menschenhaus schützt statt straft.
Die für Wohnhäuser zuständige Gestalt heißt Phra Phum Chai Mongkhon. Der Kult ist ein Synkretismus aus vorbuddhistischem Animismus und brahmanisch-hinduistischen Elementen; der Glaube an bodengebundene Gottheiten ist spätestens für die Ayutthaya-Zeit belegt.
Typ: Geisterhäuschen und Schutzgeist des Grundstücks
Herkunft: Thailändische Volksreligion, Wurzeln vor der Ayutthaya-Zeit
Texte: Anuman Rajadhon, McDaniel, Sparkes
Zeitraum: spätestens Ayutthaya-Zeit bis Gegenwart
Erscheinung: verziertes Häuschen auf einem Pfeiler, Figur mit Schwert und Geldbeutel
Die animistische Wurzel ist alt; der Glaube an bodengebundene Gottheiten ist spätestens für die Ayutthaya-Zeit belegt und bis heute lebendig.
Thailand und die Nachbarländer: Geisterhäuschen stehen vor Häusern, Läden, Hotels und Bürotürmen.
Gut dokumentiert: die Folklore-Studien von Phya Anuman Rajadhon, die Arbeiten Justin Thomas McDaniels und ethnographische Studien wie die von Stephen Sparkes.
Thai: Der Name verbindet san, Schrein oder Wohnsitz des Geistes, mit phra, ehrwürdig, und phum, Boden oder Ort, aus dem Sanskrit bhumi: Phra Phum ist der ehrwürdige Herr des Bodens. Die für Wohnhäuser zuständige Gestalt heißt Phra Phum Chai Mongkhon.
Erscheinung
Das Geisterhäuschen ist ein kleines, reich verziertes, tempelartiges Häuschen auf einem einzelnen Pfeiler, oft mit khmer-artigem Turm, der den Weltberg Meru symbolisiert. Im Inneren steht eine engelhafte, meist vergoldete Figur des Chai Mongkhon, die in einer Hand ein Schwert und in der anderen einen Geldbeutel hält.
Wirkung
San Phra Phum ist der Schutzgeist des Grundstücks. Das Verhältnis ist reziprok: Dem gestörten Erdgeist wird eine erhöhte Behausung mit täglichen Gaben geboten, damit er versöhnt bleibt und das Menschenhaus schützt statt zu strafen.
Die wichtigsten Aspekte des Geisterhäuschens auf einen Blick.
Musterbeispiel südostasiatischen Synkretismus: vorbuddhistischer Animismus mit brahmanisch-hinduistischer Überformung.
Grundstück und Bewohner: Jeder Bau stört den ansässigen Erdgeist, dem als Ausgleich eine eigene, erhöhte Behausung geboten wird.
Reich verziertes, tempelartiges Häuschen auf einem Pfeiler, oft mit khmer-artigem Turm als Weltberg Meru; darin die vergoldete Figur mit Schwert und Geldbeutel.
Schutz des Grundstücks in einem Tauschverhältnis: Behausung und tägliche Gaben gegen das Wohlwollen des Herrn des Bodens.
Tägliche Gaben von Blumengirlanden bis zu Getränken; Standort und Zeitpunkt bestimmt klassisch ein Brahmanenpriester mit astrologischer Berechnung.
Das vierpfeilrige San Chao Thi der Ahnen und früheren Bewohner; verwandt sind burmesische Nat-Schreine und die philippinischen Anito.
Der Kult des San Phra Phum ist ein Synkretismus aus vorbuddhistischem Animismus und brahmanisch-hinduistischen Elementen. Die animistische Wurzel ist alt; der Glaube an bodengebundene Gottheiten ist spätestens für die Ayutthaya-Zeit belegt. Der Grundgedanke ist ein Tausch: Wer baut, stört den ansässigen Erdgeist, und wer ihm eine eigene, erhöhte Behausung mit Gaben bietet, gewinnt ihn als Schützer des Grundstücks.
Die für Wohnhäuser zuständige Gestalt heißt Phra Phum Chai Mongkhon: der ehrwürdige Herr des Bodens, dargestellt als engelhafte Figur mit Schwert und Geldbeutel im Inneren des Häuschens.
Geisterhäuschen sind in Thailand nahezu allgegenwärtig, vor Häusern, Läden, Hotels und Bürotürmen; ausgediente Schreine landen auf Geisterhaus-Friedhöfen. Thailand ist zudem ein außergewöhnlich großer Markt für Fanta, was mit der beliebten Getränkegabe zusammenhängt.
Religionswissenschaftlich ist San Phra Phum ein Musterbeispiel südostasiatischen Synkretismus mit animistischem Kern und brahmanischer Überformung. Drei Klarstellungen: Es ist kein buddhistischer Ritus, die Weihe erfolgt durch Brahmanen, nicht durch Mönche. Die Deutung der roten Fanta als Blutersatz ist die populärste, aber nicht gesicherte, denn ebenso plausibel sind Rot als Glücksfarbe und die Vorliebe für Süßes. Und die Figur hält Schwert und Geldbeutel, kein Buch.
Tägliche Gaben sind Blumengirlanden, Räucherstäbchen, Kerzen, Reis, Speisen, Süßigkeiten und Getränke, am bekanntesten rote Fanta. Der Schrein steht an auspiziöser Stelle, oft in einer Grundstücksecke, und darf nicht im Schatten des Hauses stehen. Standort und Zeitpunkt bestimmt klassisch ein Brahmanenpriester, nicht ein buddhistischer Mönch, mit astrologischer Berechnung und der Beschwörung des Geistes in die Figur.
Verwandt sind der römische genius loci und die Laren mit ihrem Hausschrein, die burmesischen Nat-Schreine und die kambodschanischen und laotischen Hausgeisterschreine; weiter stehen die philippinischen Anito daneben. In Vietnam entspricht dem Herrn des Bodens der Erdgott Ong Dia. Vom San Phra Phum zu unterscheiden ist das vierpfeilrige San Chao Thi der Ahnen und früheren Bewohner.
Was ist San Phra Phum?
Das thailändische Geisterhäuschen und der Schutzgeist des Grundstücks. Dem durch den Bau gestörten Erdgeist wird eine eigene, erhöhte Behausung mit Gaben geboten.
Ist das ein buddhistischer Ritus?
Nein, die Weihe erfolgt durch Brahmanen, nicht durch Mönche; buddhistische Gebete am Schrein sind gelebter Synkretismus.
Warum steht dort oft rote Fanta?
Die Deutung als Blutersatz ist populär, aber unsicher; entscheidend ist rot und süß, nicht die Marke. Ebenso plausibel sind Rot als Glücksfarbe und die Vorliebe für Süßes.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als thailändisches Geisterhäuschen ist San Phra Phum die sichtbarste Form des Umgangs mit einem Grundstücksgeist: Wer baut, stört den Herrn des Bodens, und wer ihm ein eigenes Haus mit täglichen Gaben bietet, gewinnt ihn als Schützer.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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