Der Klabautermann ist Geist der germanischen Tradition.
Er hält das Schiff dicht; wer ihn sieht, ist verloren. Der unsichtbare Zimmermann an Bord bleibt in der Seemannsüberlieferung das prägende Bild des Klabautermanns.
Der Klabautermann ist der Schiffskobold und Schutzgeist der Seeleute an Nord- und Ostsee. Das Schiff ist das Zuhause der Seeleute; unsichtbar hält er es instand und warnt vor Gefahr, doch sein sichtbares Erscheinen gilt als gefürchtetes Todesomen.
Mündlich reicht der Glaube bis in die 1770er Jahre, schriftliche Belege setzen um 1810 ein. Als kleine Seemannsgestalt mit Pfeife und Kalfaterhammer wurde der Klabautermann von Heinrich Heine bis zur Gegenwart immer wieder aufgegriffen.
Typ: Schiffskobold und Schutzgeist der Seeleute
Herkunft: Nordsee- und Ostseeküste, Niederlande, Flandern
Texte: Temme 1840, Müllenhoff, Buss
Zeitraum: mündlich bis 1770er, schriftlich ab 1810
Erscheinung: kleine Seemannsgestalt mit Pfeife und Kalfaterhammer
Mündlich reicht der Glaube bis in die 1770er Jahre zurück; schriftliche Belege setzen um 1810 ein, Kernquellen sind Temme 1840 und Müllenhoff.
Die Nordsee- und Ostseeküste, die Niederlande und Flandern; im Ostseeraum heißt das estnische Gegenstück kotermann.
Gut belegt: Temmes Volkssagen von Pommern und Rügen von 1840, Müllenhoff und die Studie von Reinhard J. Buss zu den Klabautermann-Sagen.
Deutsch: Die Etymologie ist umstritten: entweder von kalfatern, Schiffsnähte abdichten, heute favorisiert, oder von klabastern, poltern und klopfen, passend zum klopfenden Geist.
Erscheinung
Der Klabautermann ist eine kleine Seemannsgestalt, oft mit Pfeife, Seemannsmütze und rotem oder grauem Jäckchen, und kann als Schiffszimmermann erscheinen; sein Werkzeug ist der Kalfaterhammer. Er ist an das Holz des Schiffes gebunden, denn nach dem Glauben geht die Seele eines totgeborenen oder ungetauften, unter einem Baum begrabenen Kindes über das Bauholz auf das Schiff über.
Wirkung
Als Schutzgeist stopft er unsichtbar Lecks, pumpt Wasser, verstaut Ballast, hämmert Undichtigkeiten zu und repariert nachts; er warnt durch Klopfen und schützt gegen Krankheit, Feuer und Piraten. Bei Faulheit der Crew spielt er Streiche. Kritisch ist jedoch: Er zeigt sich nur, wenn das Schiff verloren ist; sein sichtbares Erscheinen war das gefürchtetste Zeichen unter Seeleuten.
Die wichtigsten Aspekte des Schiffskobolds auf einen Blick.
Seemannsglaube der Nord- und Ostseeküste, mündlich bis in die 1770er zurückreichend und ab etwa 1810 verschriftet.
Die Seeleute an Bord: Ihnen hält er das Schiff instand, warnt durch Klopfen und straft Faulheit mit Streichen.
Kleine Seemannsgestalt mit Pfeife, Seemannsmütze und rotem oder grauem Jäckchen, als Schiffszimmermann mit Kalfaterhammer.
Lecks stopfen, Wasser pumpen, Ballast verstauen, nächtliche Reparaturen; Schutz gegen Krankheit, Feuer und Piraten, Warnung durch Klopfen.
Respekt vor Schiff und Geist; Heine berichtet von einem Kapitän, der ihm einen Platz in der Kajüte und das beste Essen und Trinken bot.
Das maritime Gegenstück zum Land-Kobold und zum Niß Puk; er assimiliert Züge des dänischen skibsnisse, im Ostseeraum entspricht ihm der estnische kotermann.
Die Etymologie ist umstritten: entweder von kalfatern, Schiffsnähte abdichten, heute favorisiert, oder von klabastern, poltern und klopfen, passend zum klopfenden Geist. Der Glaube ist an der Nordseeküste, in den Niederlanden und im Ostseeraum bezeugt, wo das estnische Gegenstück kotermann heißt; mündlich reicht er bis in die 1770er, schriftliche Belege setzen ab etwa 1810 ein.
Bemerkenswert ist das Klabautermannsholz-Motiv: Nach dem Glauben geht die Seele eines totgeborenen oder ungetauften, unter einem Baum begrabenen Kindes über das Bauholz auf das Schiff über. Kernquellen sind Temmes Volkssagen von Pommern und Rügen von 1840 und Müllenhoff.
Heinrich Heines Nordsee in den Reisebildern von 1826 und Gedichte von August Kopisch und Longfellow tradierten den Klabautermann. Der Klabautermann-Brunnen von 1912 steht heute beim Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Modern ist er in One Piece, in der Musik und in Pumuckl präsent.
Religionswissenschaftlich ist der Klabautermann im Normalzustand harmlos bis hilfreich, doch sein sichtbares Erscheinen ist ein Todesomen, nicht durch Bosheit, sondern durch das, was seine Sichtbarkeit ankündigt. Wichtige Klarstellungen: Er ist nicht einfach ein hilfreicher Schutzgeist, ihn zu sehen ist tödlich; die Etymologie ist nicht geklärt; und ob der Todesomen-Zug alte Volksüberlieferung oder teils romantische Ausschmückung ist, lässt sich aus den Quellen nicht sauber trennen.
Der Umgang verlangt Respekt vor Schiff und Geist. Heinrich Heine berichtet von einem Kapitän, der dem Klabautermann einen Platz in der Kajüte und das beste Essen und Trinken bot. Erscheint er nackt, soll man ihm keine Kleidung geben, da er zürnt, bemitleidet zu werden, ein verbreitetes Hausgeist-Motiv.
Was ist der Klabautermann?
Der Schiffskobold und Schutzgeist der Seeleute an Nord- und Ostsee.
Warum fürchten die Seeleute seinen Anblick?
Weil er sich nur zeigt, wenn das Schiff verloren ist; sein sichtbares Erscheinen ist ein Todesomen.
Ist die Etymologie geklärt?
Nein. Diskutiert werden kalfatern, Nähte abdichten, und klabastern, poltern.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Schiffskobold der Ostsee und Schutzgeist des Schiffes vereint der Klabautermann Fürsorge und Schrecken in einer Gestalt: Solange er unsichtbar hämmert, ist das Schiff in guten Händen; zeigt er sich, ist es verloren.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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