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Mala – die Gebetskette des Buddhismus für die Rezitation

Mala ist die Bezeichnung für die buddhistische Gebetskette. In ihrer verbreiteten Form besteht sie aus 108 Perlen. Sie dient dem Zählen bei der Rezitation von Mantras und ist zugleich ein Zeichen der geistigen Sammlung und der Frömmigkeit.

SchutzsymbolBuddhismusGebetskette
Mala - Schutzsymbol, museale Illustration

Einordnung

Mala ist die Bezeichnung für die Gebetskette des Buddhismus. Das Wort stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie Kranz oder Kette.

Die Mala ist eine Schnur, auf der eine Reihe von Perlen aufgezogen ist. In ihrer verbreitetsten Form trägt sie hundertacht Perlen. Daneben gibt es kürzere Ketten mit weniger Perlen.

Ihre Aufgabe ist das Zählen. Bei der Rezitation von Mantras und Gebeten wird nach jeder Wiederholung eine Perle weitergeschoben. Die Mala hilft dem Übenden, die Zahl der Wiederholungen zu führen.

Über diese praktische Aufgabe hinaus ist die Mala ein Zeichen der geistigen Übung und der Frömmigkeit. Wer eine Mala trägt, gibt sich als Übender zu erkennen.

Die Mala wird häufig auch als Schmuck und als ständiger Begleiter getragen, um das Handgelenk gewunden oder um den Hals gelegt. In dieser Form begleitet sie den Menschen durch den Tag.

In der Religionswissenschaft ist die Mala ein gutes Beispiel für ein geistliches Gerät, das Werkzeug und Zeichen zugleich ist. Sie dient der Übung und ist zugleich ein Sinnbild des frommen Lebens.

Herkunft und Verbreitung der Gebetskette

Die Gebetskette ist nicht im Buddhismus entstanden. Sie ist in der indischen Welt schon vor dem Buddhismus bekannt und gehört auch zur Tradition des Hinduismus.

In der indischen Frömmigkeit diente die Kette von früh an dem Zählen bei der Wiederholung heiliger Worte und Namen. Der Buddhismus übernahm dieses verbreitete Gerät.

Mit der Ausbreitung des Buddhismus verbreitete sich auch die Mala. Sie gelangte von Indien aus nach Tibet, in die Länder Ostasiens und nach Südostasien.

In den verschiedenen Regionen und Schulen nahm die Mala leicht unterschiedliche Gestalt an. Die Zahl der Perlen, das Material und die Handhabung weichen je nach Tradition voneinander ab.

Bemerkenswert ist, dass die Gebetskette weit über die indische und die buddhistische Welt hinaus bekannt ist. Auch das Christentum und der Islam kennen geknüpfte oder gereihte Hilfsmittel für das Zählen von Gebeten.

Die Mala gehört damit zu einer weltweit verbreiteten Gruppe von Gebetsketten. Der Gedanke, das Zählen heiliger Worte durch ein gereihtes Gerät zu führen, ist über viele Religionen hinweg verbreitet.

Die Zahl der hundertacht Perlen

Die verbreitetste Mala trägt hundertacht Perlen. Diese Zahl ist nicht zufällig gewählt, sondern gilt im Buddhismus und in der indischen Welt als eine bedeutsame Zahl.

Die Zahl hundertacht begegnet im Buddhismus an vielen Stellen. Sie wird mit verschiedenen Aufzählungen verbunden, etwa mit einer Zahl von Verstrickungen oder von Hindernissen, die der Mensch überwinden soll.

Über die genaue Herkunft der Zahl gibt es verschiedene Überlegungen. Sie wird unterschiedlich begründet, und keine einzelne Deutung gilt als allein richtig.

Sicher ist, dass die Zahl als rund und als vollständig empfunden wurde. Eine Kette von hundertacht Perlen umfasst gleichsam eine volle Einheit der Übung.

Neben der vollen Mala gibt es kürzere Ketten. Verbreitet sind Handketten mit einer kleineren Zahl von Perlen, häufig einem Teiler von hundertacht, die am Handgelenk getragen werden.

Die Zahl der Perlen gibt der Mala damit eine feste Ordnung. Mit jeder vollständigen Runde hat der Übende eine bestimmte, bedeutsame Zahl von Wiederholungen erreicht.

Aufbau und Material der Mala

Die Mala hat einen geordneten Aufbau. Neben den hundertacht Zählperlen besitzt sie weitere Bestandteile, die jeweils eine eigene Aufgabe haben.

An einer Stelle der Kette sitzt eine größere oder andersartige Perle, die häufig den Namen Meisterperle trägt. Sie bezeichnet den Anfang und das Ende der Runde und wird selbst nicht mitgezählt.

Über der Meisterperle sitzt oft ein längliches Endstück, das die Kette abschließt. Es wird mitunter mit dem Reichtum der Erkenntnis oder mit der geistigen Vollendung verbunden.

Manche Malas tragen zusätzliche Zählperlen, die in größerem Abstand eingefügt sind. Sie helfen, größere Mengen von Wiederholungen oder die Zahl der vollendeten Runden zu führen.

Für die Perlen werden verschiedene Stoffe verwendet. Verbreitet sind Holz, Samenkerne bestimmter Pflanzen, Knochen und Halbedelsteine. In manchen Traditionen wird ein bestimmtes Material besonders geschätzt.

Der gegliederte Aufbau macht die Mala zu einem durchdachten Gerät. Zählperlen, Meisterperle, Endstück und zusätzliche Marken greifen ineinander und ermöglichen ein genaues Führen der Rezitation.

Die Mala im Gebrauch

Die Mala wird bei der Rezitation von Mantras und von Gebeten verwendet. Ihr Gebrauch folgt einer geordneten Weise, die in den Traditionen ähnlich, doch im Einzelnen verschieden ist.

Der Übende hält die Kette in der Hand und beginnt bei der ersten Perle nach der Meisterperle. Nach jeder Wiederholung des Mantras schiebt er mit dem Daumen eine Perle weiter.

So wandert der Übende Perle um Perle durch die Kette. Ist er bei der Meisterperle angelangt, hat er eine volle Runde von hundertacht Wiederholungen vollendet.

Will der Übende fortfahren, kehrt er die Kette um und beginnt eine neue Runde. Die Meisterperle wird dabei nicht überschritten, sondern bildet stets den Wendepunkt.

Diese Handhabung erlaubt es dem Übenden, sich ganz auf das Mantra zu richten. Das Zählen geschieht gleichsam von selbst, ohne dass die Aufmerksamkeit von der Rezitation abgezogen würde.

Die Mala ist damit ein Gerät der Sammlung. Sie nimmt dem Übenden das Zählen ab und lässt ihn frei für die eigentliche geistige Übung, die Wiederholung des heiligen Wortes.

Mantra, Wiederholung und Sammlung

Die Mala ist auf das Mantra bezogen. Ohne die Rezitation von Mantras und Gebeten hätte die Gebetskette keine Aufgabe.

Ein Mantra ist eine heilige Formel, ein Wort oder ein Satz, der in der Übung wiederholt gesprochen wird. Im Buddhismus sind zahlreiche Mantras gebräuchlich, die einzelnen Gestalten oder Lehren zugeordnet sind.

Der Sinn der Wiederholung liegt in der Sammlung des Geistes. Indem der Übende das Mantra immer wieder spricht, richtet er seinen Geist aus und löst ihn vom unruhigen Umherschweifen.

Die vielfache Wiederholung ist dabei ausdrücklich gewollt. Manche Übungen sehen vor, ein Mantra viele tausend Male zu sprechen. Hier wird die Mala zum unentbehrlichen Hilfsmittel.

Die Mala führt das Zählen, doch sie ist nicht das Eigentliche. Das Eigentliche ist das Mantra und die geistige Sammlung, die durch seine Wiederholung entsteht.

Die Mala ist damit ein dienendes Gerät. Sie steht im Dienst der Rezitation und der Sammlung, und ihr Wert liegt darin, dass sie diese geistige Übung ermöglicht und ordnet.

Die Mala als Zeichen und Schutz

Über ihre Aufgabe als Zählgerät hinaus ist die Mala ein Zeichen. Sie wird häufig den ganzen Tag getragen und gibt den Träger als einen Übenden zu erkennen.

Die Mala ist damit ein Zeichen der Frömmigkeit und der geistigen Übung. Wer sie um das Handgelenk oder um den Hals trägt, bekennt sich zur buddhistischen Praxis.

Eine schützende Bedeutung erhält die Mala vor allem durch das, was an ihr geschehen ist. Eine Kette, an der viele tausend Mantras rezitiert wurden, gilt als von dieser Übung geprägt.

In manchen Traditionen werden Malas zudem von einem Lehrer gesegnet. Eine gesegnete Mala wird dann als ein Gegenstand verstanden, der den Segen der Übung und des Lehrers in sich trägt.

Der Schutz der Mala liegt damit nicht in einer abwehrenden Kraft. Er liegt in der Erinnerung an die Übung und in der Verbindung mit der Rezitation, die an ihr vollzogen wurde.

Die Mala ist damit ein gutes Beispiel für einen Gegenstand, der durch den Gebrauch zum Zeichen wird. Aus dem Zählgerät der Rezitation wird ein getragenes Zeichen der Frömmigkeit und der geistigen Sammlung.

Die Mala unter den Gebetsketten der Welt

Die Mala lässt sich im größeren Zusammenhang der Gebetsketten betrachten. Solche Ketten und geknüpften Hilfsmittel sind in vielen Religionen bekannt.

Im Hinduismus, aus dessen Umfeld die buddhistische Mala stammt, ist die Gebetskette ebenfalls in Gebrauch. Auch dort dient sie dem Zählen bei der Wiederholung heiliger Namen und Formeln.

Das Christentum kennt den Rosenkranz, eine geknüpfte Kette mit Perlen, die das Beten einer festen Folge von Gebeten führt. Der Islam kennt die Gebetskette für das Sprechen der Namen Gottes.

Allen diesen Ketten liegt derselbe Grundgedanke zugrunde. Das wiederholte Sprechen heiliger Worte wird durch ein gereihtes Gerät geführt, damit der Betende sich auf das Wort richten kann.

Die Unterschiede liegen in den Einzelheiten, in der Zahl der Perlen, in den gesprochenen Worten und in der Handhabung. Der gemeinsame Kern aber, das geführte Zählen der Rezitation, ist überall derselbe.

Die Mala ist damit die buddhistische Ausprägung eines weltweit verbreiteten Gerätes. Sie zeigt, dass der Gedanke, das Gebet durch eine Kette zu führen, über die Religionen hinweg verstanden wurde.

Heutige Rezeption

Die Mala ist in der buddhistischen Welt bis heute ein verbreitetes und ein lebendiges Gerät. In den Klöstern und in der Übung der Gläubigen ist sie unverändert in Gebrauch.

Mönche, Nonnen und übende Laien tragen die Mala bei der Rezitation und im Alltag. Sie ist ein vertrauter Anblick in den Ländern des Buddhismus.

Über die buddhistische Welt hinaus ist die Mala mit dem Interesse an buddhistischer Übung und an der Meditation auch im Westen bekannt geworden. Sie wird dort vielfach verwendet und getragen.

In dieser weiteren Verbreitung wird die Mala zugleich als Schmuck getragen. Als Kette um das Handgelenk ist sie zu einem verbreiteten Schmuckstück geworden.

In dieser Verwendung kann die religiöse Aufgabe der Mala in den Hintergrund treten. Sie wird dann allgemein als Schmuck oder als Zeichen einer Hinwendung zur Achtsamkeit verstanden.

In ihrem Kern bleibt die Mala jedoch das, was sie immer war, eine Gebetskette für die Rezitation von Mantras, ein Gerät der geistigen Sammlung und ein Zeichen des frommen, übenden Lebens.

Literatur (Auswahl)

  • Robert Beer: Die Symbole des tibetischen Buddhismus (2003)
  • Hans Wolfgang Schumann: Buddhismus. Stifter, Schulen und Systeme (1976)
  • Detlef Ingo Lauf: Geheimlehren tibetischer Malereien (1979)
  • Heinz Bechert und Richard Gombrich (Hrsg.): Der Buddhismus. Geschichte und Gegenwart (1984)
  • Lama Anagarika Govinda: Grundlagen tibetischer Mystik (1956)

Verwandte Schlüsselbegriffe: Mala buddhistische Gebetskette 108 Perlen Mantra Rezitation Meisterperle Buddhismus geistige Sammlung.

iWell Guard und Schutztraditionen

iWell Guard steht in der kulturhistorischen Linie tragbarer Schutzobjekte, zu der auch die Mala gehört. Ein moderner Begleiter für Menschen, die mit Schutzsymbolen leben: gefertigt in Deutschland, 41 Ebenen aus Echtgold, Platin und Silber, mit 30-Tage-Rückgaberecht.

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