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Islam, Wesen und Tradition

Wesen aus der Islam-Tradition im iWell-Lexikon. Islamische Tradition seit dem 7. Jahrhundert. Engel, Dschinn und Schaitan-Gestalten neben dem strikten Monotheismus.

Iblis - Götter aus der Islam-Tradition, historisch-illustrativ

Quran, Engel und Jinn-Welt

Der Islam ist streng monotheistisch: Allah ist der eine, einzige und unteilbare Gott (Tauhid). Doch der Quran selbst kennt eine ausdifferenzierte Welt geistiger Wesen.

Dazu gehören Engel aus Licht, Jinn aus rauchlosem Feuer, Iblis als gefallener Engel oder Jinn (theologisch umstritten) und am Rand die Schayatin als seine Diener.

Die Engel haben im Islam eindeutige Funktionen: Jibril (Gabriel) überbringt die Offenbarungen, Mikail (Michael) ist Wetter- und Versorgungsengel, Israfil bläst die Posaune am Jüngsten Tag, Azrail ist der Todesengel.

Sie haben keinen freien Willen, sondern führen nur Allahs Befehle aus. Daher ist die Verehrung von Engeln verboten.

Die Jinn sind dagegen freie Wesen mit Willen und Verantwortung; sie können gläubig oder ungläubig, gut oder böse sein. Sie leben parallel zur Menschenwelt, können sich verbergen oder in Tiergestalt zeigen.

Volksreligiös haben sich daraus regional sehr unterschiedliche Vorstellungen entwickelt: Ghul, Ifrit, Marid und der „böse Blick“ (das Auge des Neids). Trotz des monotheistischen Rahmens ist die islamische Wesenswelt in der religiösen Praxis vielfältig.

Einordnung

Zeitraum: Seit dem 7. Jahrhundert n. Chr.

Verbreitung: Naher Osten, Nordafrika, Zentral- und Südasien, Südostasien, weltweite Diaspora.

Quellen: Koran, Hadith-Sammlungen, Tafsir-Literatur, volkstümliche Tausendundeinenacht.

Pantheon und Wesensklassen: Engel (Mikail, Jibril, Israfil, Azrael), Dschinn (Marid, Ifrit, Ghul), Iblis und Shayatin.

Geschichte und Pantheon

Der Islam entstand im 7. Jahrhundert als monotheistische Weltreligion mit Allah als einzigem Gott. Anders als in der christlichen Kultur ist das Übernatürliche im Islam hierarchisch und systematisiert: Die Malaika (Engel) sind reine, dienende Wesen ohne freien Willen. Die Engellehre ist weniger ausgebaut als in Christentum oder Judentum, aber strukturell kohärent.

Parallel besteht eine altarabische Tradition über die Jinn: Wesen aus Feuer mit Intelligenz, Willensfreiheit und moralischer Verantwortung, nach islamischer Orthodoxie weder Götter noch Dämonen. Der Satan (Iblis) ist ein gefallenes Wesen, dessen Natur und Status in den theologischen Schulen variiert.

Der Koran erwähnt Jinn und Engel und lässt Raum für das Übernatürliche, den spätere Theologen verfeinerten. Der Volksislam vieler Kulturen verbindet lokale Geister- und Dämonentraditionen mit der islamischen Orthodoxie.

Wesen im Alltag

Die islamische Praxis betont Schutzrituale durch Koranverse: Das Aufsagen von Ayat al-Kursi (Thronvers) oder der Sure al-Falaq gegen böse Jinn ist alltäglich. Amulette (Taweez) und magische Formeln (Ruqya) sind verbreitet, besonders in nichtarabischen Kulturen, und Beschwörungen gegen den bösen Blick (Nazar) sind weit verbreitet.

Sufische Orden praktizieren ekstatische Rituale und Anrufungstechniken, um mit dem Übernatürlichen in Kontakt zu treten. Heilige Männer (Wali) werden oft als Mittler zwischen Mensch und Gott verehrt, trotz theologischer Ablehnung durch Puristen.

Der Volksglaube an Geistwesen variiert regional stark und ist oft mit vorislamischen Traditionen synkretisiert.

Heutige Bedeutung

Der Islam ist mit etwa 1,9 Milliarden Anhängern die zweitgrößte Weltreligion. Die Engellehre bleibt konzeptuell stabil, während die praktische Dämonologie regional variiert. Die orthodoxe Theologie lehnt magische Praktiken formal ab, im Volksislam sind sie aber verbreitet.

Die westliche Rezeption fokussiert auf äußere Praktiken (Gebet, Kleidung) und übergeht die übernatürliche Dimension. Akademisch bleibt die islamische Engel– und Jinn-Lehre ein Vergleichsgegenstand zur christlichen und jüdischen Dämonologie. Esoterische westliche Kreise romantisieren Sufismus und islamische Magie.

Geister (1)

Vertiefung

Quran, Hadith und überirdische Wesen

Der Islam kennt einen strikten Monotheismus (tauhid): Allah ist absolut einzigartig. Doch der Quran und die Hadith-Sammlungen kennen mehrere Klassen geschaffener überirdischer Wesen.

Dazu gehören Engel (malaika) aus Licht, Dschinn (djinn) aus rauchlosem Feuer und der gefallene Iblis (Satan), der aus den Dschinn stammt und sich der Anbetung Adams verweigerte.

Engel mit Funktion

Die islamische Engellehre ist stark funktional. Jibrīl (Gabriel) übermittelt die Offenbarung, Mikā’īl (Michael) verteilt Regen und Gnade, Isrāfīl bläst die Posaune am Jüngsten Tag.

Azrael trennt im Tod Seele und Körper, Munkar und Nakir prüfen den Toten im Grab, und die Hafaza sind die persönlichen Schutzengel jedes Menschen.

Dschinn-Lehre

Die Dschinn sind eine Schöpfung neben den Menschen, sie haben Willen, Verstand, religiöse Verantwortung; einige sind Muslime, andere nicht. Die marid, ifrit, ghul und shayatin bilden Untergruppen. Die islamische Volksreligion kennt zahlreiche Schutz- und Abwehrformeln, vor allem die Ruqyah, das therapeutische Quran-Rezitieren.

Sufische Mystik

Die sufische Tradition vertieft die islamische Spiritualität in mystischer Richtung; Rumi, Ibn Arabi, al-Ghazali und Sa’di sind zentrale Stimmen. Das Konzept der fana ähnelt mystischen Erfahrungen anderer Traditionen.

Der Sufismus pflegte ein differenziertes Bild der unsichtbaren Welt mit Engeln, Heiligen (Awliya) und einem Hierarchiesystem geistiger Pole (Qutb).

Forschungsstand

Die islamische Religionsforschung wurde im 20. Jahrhundert vor allem von Annemarie Schimmel (Mystische Dimensionen des Islam, 1975), Tilman Nagel (Die islamische Welt bis 1500, 1998) und Bernard Lewis aufgearbeitet.

Zur Jinn-Tradition: Amira El-Zein (Islam, Arabs, and the Intelligent World of the Jinn, 2009); zur islamischen Dämonologie ist die Edition des Kitab al-Bulhan eine wichtige Primärquelle.

Schutzobjekte in dieser Kulturtradition

In der islamischen Volkstradition begleitet die Hand der Fatima (Hamsa) den Träger gegen den bösen Blick; Nazar-Boncuk-Augen und Koran-Vers-Anhänger ergänzen die Schutzpraxis.

Der iWell-Guard-Anhänger fügt sich in diese kulturhistorische Linie tragbarer Schutzobjekte ein, in zeitgenössischer Materialarchitektur, gefertigt in Deutschland. 41 Ebenen, Echtgold, Platin, Silber. 30-Tage-Rückgaberecht.

Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.

Die Mythologie des Islam ist eng mit dem koranischen Weltbild und der Hadith-Überlieferung verzahnt. Neben Engeln und Propheten kennt sie eigene Wesensklassen wie die Dschinn und Schayatin, deren Rolle in Schöpfung, Versuchung und Endzeit beschrieben wird.

Religionswissenschaftlich lassen sich darin sowohl altarabische Vorstellungen als auch jüdische und christliche Bezüge nachzeichnen.

Schutzsymbole aus dem Islam

Das Lexikon der Schutzsymbole behandelt mehrere Zeichen und Objekte aus dem Islam auf eigenen Seiten: Ayat al-Kursi, Buduh, Maschallah, Taʿwīz und Zulfiqar. Einen kulturübergreifenden Überblick bietet die Seite zu den Schutzsymbolen.