Buduh ist ein magisches Zahlenquadrat der islamischen Tradition. Seine neun Felder ergeben in jeder Richtung dieselbe Summe. Als Schutz- und Segenszeichen wurde es auf Amulette, Briefe und Türen geschrieben.
Buduh ist ein magisches Quadrat aus der Tradition des Islam. Es handelt sich um ein Zahlenquadrat, also um eine Anordnung von Zahlen in einem Quadrat aus mehreren Feldern.
Das Buduh-Quadrat besteht in seiner Grundform aus neun Feldern, angeordnet in drei Reihen zu je drei Feldern. In diese Felder sind die Zahlen von eins bis neun eingetragen.
Das Besondere an diesem Quadrat ist eine genaue Ordnung. Die Zahlen sind so verteilt, dass ihre Summe in jeder Reihe, in jeder Spalte und in den beiden Diagonalen gleich ist.
Als Buduh wurde dieses Quadrat zu einem Schutz- und Segenszeichen. Es wurde auf Amulette, auf Briefe, auf Türen und auf weitere Gegenstände geschrieben.
In der Religionswissenschaft ist Buduh ein gutes Beispiel für ein magisches Zahlenquadrat. Seine Schutzwirkung beruht auf der vollkommenen Ordnung der Zahlen, nicht auf einem Bild.
Buduh gehört damit zur Gruppe der Schutzformeln und der magischen Quadrate. Es ist die islamische Ausprägung eines Gedankens, der die geordnete Vollkommenheit als kraftvoll versteht.
Das Buduh-Quadrat ist in seiner Grundform ein Quadrat aus neun Feldern. Diese Form, drei mal drei Felder, ist das einfachste echte magische Zahlenquadrat.
In die neun Felder werden die Zahlen von eins bis neun eingetragen. Jede Zahl kommt genau einmal vor. Die Kunst liegt in der richtigen Verteilung der Zahlen auf die Felder.
Die Verteilung folgt einer genauen Regel. Die Zahlen werden so angeordnet, dass die Summe in jeder waagerechten Reihe, in jeder senkrechten Spalte und in beiden Diagonalen denselben Wert ergibt.
Bei der Anordnung der Zahlen von eins bis neun ist diese gemeinsame Summe die Zahl fünfzehn. In welcher Richtung man auch drei Felder zusammenzählt, stets ergibt sich fünfzehn.
Diese vollkommene Ausgewogenheit ist nicht leicht zu erreichen. Sie ist das Ergebnis einer durchdachten Ordnung. Ein magisches Quadrat ist gleichsam eine in Zahlen gefasste vollkommene Symmetrie.
Gerade diese vollkommene Ordnung ist für die Schutzbedeutung des Buduh wesentlich. Ein in sich ausgewogenes, von allen Seiten gleiches Gebilde galt als kraftvoll und als Bild einer lückenlosen Ordnung.
Der Name Buduh ist auf eine besondere Weise mit dem Zahlenquadrat verbunden. Er leitet sich aus den Zahlen in den vier Ecken des Quadrats ab.
In der arabischen Tradition haben die Buchstaben des Alphabets zugleich Zahlenwerte. Diese Zuordnung von Buchstaben und Zahlen wird mit dem Begriff Abdschad bezeichnet.
Die Zahlen in den vier Ecken des magischen Quadrats lassen sich über dieses System in Buchstaben übersetzen. Liest man diese Eckbuchstaben zusammen, ergibt sich das Wort Buduh.
Auf diese Weise erhielt das Zahlenquadrat einen Namen, der aus ihm selbst hervorgeht. Das Wort Buduh ist gleichsam das Quadrat in Buchstaben gelesen.
Mit der Zeit konnte das Wort Buduh auch für sich allein verwendet werden. Statt das ganze Quadrat zu schreiben, genügte es manchmal, das Wort Buduh als Schutz- und Segenszeichen zu schreiben.
Der Name Buduh zeigt damit eine Eigenheit der islamischen Talismankunst. Zahlen, Buchstaben und ihre Werte greifen ineinander. Aus einem Zahlenquadrat wird ein Wort, und dieses Wort kann selbst zum Zeichen werden.
Buduh wurde in der islamischen Welt als Schutz- und Segenszeichen verwendet. Diese Verwendung ist breit bezeugt.
Dem Buduh-Quadrat wurde eine bewahrende und eine günstige Wirkung zugeschrieben. Es sollte vor Unheil schützen und zugleich Segen und gutes Gelingen bewirken.
Verbreitet war die Verwendung des Buduh gegen den bösen Blick und gegen schädliche Mächte. Es wurde auf Amulette geschrieben, die am Körper getragen wurden.
Buduh wurde auch zum Schutz von Mutter und Kind eingesetzt. Es galt als hilfreich für eine gute Geburt und für das Wohl des Neugeborenen.
Eine eigene, bekannte Verwendung betraf die Briefe. Das Wort Buduh oder das Quadrat wurde auf Briefe geschrieben, damit sie sicher und unversehrt ihr Ziel erreichten.
Buduh war damit ein vielseitiges Zeichen. Es schützte den Menschen, das Kind und sogar den Brief auf seinem Weg. In all diesen Verwendungen wirkte dasselbe Quadrat, dieselbe vollkommene Ordnung der Zahlen.
Buduh wehrt nicht durch ein Schreckbild ab und ist kein heiliges Bild. Seine Schutzwirkung beruht auf einem eigenen Prinzip, dem Prinzip der vollkommenen Ordnung.
Das magische Quadrat ist vollkommen ausgewogen. In jeder Richtung ergibt sich dieselbe Summe. Es gibt keine bevorzugte Seite, keine Schwachstelle, keine Unordnung.
Diese vollkommene Ausgewogenheit galt als kraftvoll. Ein Gebilde von solcher Ordnung war ein Bild der lückenlosen, in sich ruhenden Vollkommenheit.
Dem Unheil bot ein solches Quadrat keine Stelle, an der es hätte ansetzen können. Die vollkommene Ordnung war gleichsam undurchdringlich.
Darin ähnelt das Buduh-Quadrat anderen Schutzzeichen, die auf der vollkommenen Ordnung beruhen. Besonders nahe steht es dem SATOR-Quadrat, dem lateinischen Buchstabenquadrat. Auf der Seite zum SATOR-Quadrat ist dieses Wirkprinzip näher dargestellt.
Buduh und das SATOR-Quadrat sind beide magische Quadrate. Das eine arbeitet mit Zahlen, das andere mit Buchstaben. Beide beruhen auf demselben Gedanken, dass die geordnete Vollkommenheit eine schützende Kraft besitzt.
Das magische Quadrat ist nicht auf die islamische Welt beschränkt. Es ist ein Zeichentyp, der in mehreren Kulturen begegnet.
Das einfachste magische Quadrat, das Quadrat aus neun Feldern, ist besonders weit verbreitet. Es ist auch aus der chinesischen Tradition bekannt, wo es mit einer eigenen Legende verbunden ist.
In der jüdischen Tradition wurden magische Quadrate auf Amulette geschrieben. Auch in der europäischen Überlieferung sind sie bekannt, verbunden mit der Lehre von den Planeten und ihren Zahlen.
Allen magischen Quadraten liegt derselbe Grundgedanke zugrunde. Die vollkommene, in jeder Richtung ausgewogene Ordnung gilt als kraftvoll und als Bild der Vollständigkeit.
Die islamische Tradition hat diesen Gedanken besonders reich ausgearbeitet. Sie kannte neben dem einfachen Quadrat aus neun Feldern auch größere magische Quadrate und verband sie mit Buchstaben, Namen und Bedeutungen.
Buduh ist die bekannteste Ausprägung des magischen Quadrats in der islamischen Welt. Es zeigt, dass der Gedanke der schützenden vollkommenen Ordnung über die Kulturen hinweg verstanden wurde.
Das Buduh-Quadrat ist ein gutes Beispiel für eine Eigenheit der islamischen Talismankunst, das enge Zusammenspiel von Zahlen und Buchstaben.
Weil die arabischen Buchstaben zugleich Zahlenwerte tragen, lassen sich Zahlen in Buchstaben und Buchstaben in Zahlen übersetzen. Diese Verbindung eröffnete der Talismankunst weite Möglichkeiten.
Beim Buduh zeigt sich das unmittelbar. Aus den Eckzahlen des Zahlenquadrats wird über das Buchstaben-Zahlen-System das Wort Buduh. Zahl und Wort gehen ineinander über.
Diese Verbindung wurde in der islamischen Talismankunst vielfach genutzt. Namen Gottes konnten in Zahlenwerte übersetzt, Verse in Quadrate gefasst, Buchstaben zu Zeichen gefügt werden.
Buduh ist ein besonders klares Beispiel dieser Kunst. In ihm verbinden sich die vollkommene Ordnung der Zahlen und ein aus diesen Zahlen gewonnenes Wort zu einem einzigen Schutzzeichen.
Diese Verbindung von Zahl, Buchstabe und Bedeutung gehört zur Eigenart der islamischen Schutztradition. Buduh zeigt sie in verdichteter, gut fassbarer Form.
Buduh gehört zu einer reichen islamischen Talismankunst. Diese Kunst befasste sich mit Zeichen, Zahlen, Buchstaben und Quadraten und mit ihrer schützenden Verwendung.
Diese Talismankunst stützte sich auf gelehrtes Wissen. Sie war mit der Lehre von den Buchstaben, von den Zahlen und von den Eigenschaften Gottes verbunden.
Das Buduh-Quadrat war innerhalb dieser Kunst eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Zeichen. Es war einfach genug, um weit verbreitet zu werden, und galt zugleich als wirksam.
Wie bei anderen Schutzmitteln des Islam ist auch hier zu bedenken, dass der Umgang mit solchen Zeichen unter den Gelehrten unterschiedlich beurteilt wurde. Auf der Seite zum Taʿwīz ist diese Diskussion näher dargestellt.
Die Talismankunst bewegte sich in einem Feld zwischen anerkannter Frömmigkeit und kritisch betrachteter Praxis. Buduh als magisches Quadrat gehörte zu dieser umstrittenen, aber weit verbreiteten Talismankunst.
Buduh ist damit ein gutes Beispiel für die islamische Schutztradition jenseits der reinen Schrifttexte. Neben dem geschriebenen Wort Gottes standen Zahlen, Quadrate und Zeichen, und Buduh war unter ihnen das bekannteste.
Buduh ist heute vor allem ein historischer und ein religionsgeschichtlicher Gegenstand. In der Erforschung der islamischen Talismankunst ist es ein gut untersuchtes Thema.
In Sammlungen islamischer Amulette und Talismane ist das Buduh-Quadrat häufig vertreten. Es erscheint auf Amuletten, auf Schalen und auf weiteren Gegenständen der Schutzpraxis.
In Teilen der islamischen Welt ist die Verwendung magischer Quadrate als Schutz- und Segenszeichen bis in die Gegenwart lebendig geblieben, auch wenn sie, wie andere Talismane, unterschiedlich beurteilt wird.
Buduh ist außerdem aufschlussreich für die Geschichte der Mathematik und der Zahlen. Die magischen Quadrate verbinden die Schutzpraxis mit dem Wissen um Zahlen und ihre Ordnung.
Eine sachliche Darstellung benennt Buduh als das, was es ist, ein magisches Zahlenquadrat der islamischen Tradition, das auf der Vorstellung von der schützenden Kraft der vollkommenen Ordnung beruht.
Buduh ist damit ein eindrückliches Beispiel für ein magisches Quadrat. In ihm verbinden sich die vollkommene Ordnung der Zahlen, das Zusammenspiel von Zahl und Buchstabe und der Glaube, dass die geordnete Vollkommenheit Schutz und Segen gewährt.
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