iWell Guard

Hachiman, japanischer Kriegsgott der Samurai

Hachiman ist ein japanischer Kriegsgott, der seit dem Mittelalter besonders von den Samurai als Schutzherr im Kampf verehrt wurde. Hachiman, mit vollem Namen Hachiman-Daibosatsu oder Yawata-no-Kami, ist im japanischen Shintō der Kami des Krieges, des Bogenschießens und des Schutzes der Krieger.

Seit dem späten Altertum gilt er als Schutzgott des Tennō-Hauses, als Schutzpatron der Minamoto-Sippe und damit der Samurai im Allgemeinen. Sein Kult verbindet shintōistische und buddhistische Elemente in besonders ausgeprägter Weise und gilt religionswissenschaftlich als Schlüsselbeispiel für das japanische Shinbutsu-Shūgō, die Verschmelzung von Kami– und Buddha-Verehrung.

GottJapan

Inhaltsverzeichnis

Hachiman - Götter aus der Japan-Tradition, historisch-illustrativ

Ursprung und Identifikation

Der Name Hachiman bedeutet wörtlich «Acht Banner» (Hachi = acht, Man/Hata = Banner) und geht auf eine Episode im «Nihon Shoki» zurück, in der bei der Geburt des Kaisers Ōjin acht himmlische Banner herabschweben.

Die «Engishiki» und die «Hachiman-gudōkun» (13. Jahrhundert) identifizieren Hachiman mit dem vergöttlichten Kaiser Ōjin (regierte mythisch 270 bis 310). Mit Ōjin werden zugleich seine Mutter Jingū-kōgō und seine Gemahlin Hime-gami im Hachiman-Schrein verehrt; diese Dreiheit bildet die Standardanrufung.

Die früheste schriftliche Erwähnung Hachimans stammt nicht aus dem mythologischen Korpus, sondern aus den «Shoku Nihongi» (797), wo für das Jahr 720 ein Orakel des «Großen Kami Hachiman von Usa» vermeldet wird.

Damit gehört Hachiman zu den jüngeren Hauptgöttern des Shintō. Sein Aufstieg vollzieht sich im achten und neunten Jahrhundert parallel zur Expansion des buddhistischen Klosterstaats und zur militärischen Sicherung der Hauptstadt Heian.

Mythos, Jingū und der koreanische Feldzug

Im «Kojiki» und «Nihon Shoki» wird Ōjin als Sohn von Kaiserin Jingū-kōgō geboren, die nach der Tradition einen erfolgreichen Feldzug gegen das koreanische Königreich Silla geführt haben soll.

Den Erzählungen zufolge war Jingū bei der Eroberung schwanger und verzögerte die Geburt durch einen magischen Stein, den sie in ihrem Gewand trug. Ōjin gilt damit bereits vor seiner Geburt als Feldherr und wird nachträglich als Hachiman vergöttlicht.

Der Feldzug Jingūs gegen Silla ist historisch nicht haltbar, religionswissenschaftlich aber bedeutend, weil er die ideologische Grundlage für die japanische Vorstellung einer göttlich legitimierten Expansion im pazifischen Raum bildete.

Klaus Antoni hat in «Der himmlische Herrscher und sein Staat» (1991) gezeigt, wie diese Mythologie im Staats-Shintō der Meiji- und Vorkriegszeit zur Rechtfertigung der Korea-Annexion (1910) und der pazifischen Expansion zwischen 1931 und 1945 eingesetzt wurde.

Der Mythos um Hachimans Geburt ist eng mit den koreanischen Einwanderern der Yayoi- und Kofun-Zeit verknüpft. Die Forschung (Hardacre, Antoni, Vollmer) deutet die Hachiman-Figur als religiöse Verarbeitung der koreanisch-japanischen Verflechtungsgeschichte, in der Bogenschießen, Metallverarbeitung und Pferdezucht durch Kontinentaleinwanderer eingeführt wurden.

Ikonografie, Symbole und Attribute

Hachiman wird in der bildenden Kunst meist als alter, würdiger Mann mit Tonsur dargestellt, der in der Tracht eines buddhistischen Mönchs gewandet ist und ein Schwert oder einen Bogen hält.

Diese Mönchsgestalt geht auf die Verleihung des buddhistischen Bodhisattva-Ranges im Jahr 781 zurück; seither trägt er den Titel Hachiman-Daibosatsu. In Kriegerdarstellungen erscheint er auf einem weißen Pferd, mit Helm und Rüstung, oft umgeben von acht Bannern.

Sein Hauptattribut ist der Bogen (Yumi) und der Pfeil (Ya); das Bogenschießritual Yabusame, bei dem berittene Schützen Holzscheiben aus vollem Galopp treffen, wird bei seinen Festen aufgeführt und bis heute in Tsurugaoka-Hachimangū in Kamakura, in Shimogamo-jinja in Kyoto und in zahlreichen weiteren Schreinen praktiziert.

Auch die Taube (Hato) gilt als sein Bote; das Pikto-Schriftzeichen «Hachiman» wurde im Mittelalter mit zwei stilisierten Tauben gezeichnet.

Verehrung und Kultstätten

Der Ursprungsschrein Hachimans ist Usa-jingu in der Präfektur Ōita auf Kyushu. Hier soll der Kami im Jahr 571 erstmals durch Orakel in Erscheinung getreten sein; der Schrein ist seit dem achten Jahrhundert kaiserlich anerkannt.

Von Usa aus verbreitete sich der Hachiman-Kult systematisch über das gesamte Land. Heute gibt es nach Zählung der Jinja-Honchō rund 44.000 Hachiman-Schreine in Japan, womit Hachiman zu den am dichtesten verehrten Kami zählt.

Die wichtigsten Schreine außerhalb Usas sind Iwashimizu-Hachimangu südlich von Kyoto (859 gegründet, Schutzschrein des kaiserlichen Hofes) und Tsurugaoka-Hachimangu in Kamakura (1063 gegründet, Schutzschrein des Minamoto-Klans und des Kamakura-Shogunats).

Letzterer wurde unter Minamoto no Yoritomo, dem ersten Shogun, in den Jahren 1180 bis 1191 zu einem monumentalen Komplex ausgebaut. Mit dem Aufstieg des Kamakura-Shogunats wurde Hachiman zum offiziellen Schutzgott der Kriegerschaft, und der Status «Bushi-no-Kami» (Krieger-Kami) blieb ihm bis in die Edo-Zeit erhalten.

Die wichtigsten Festtage sind die Hojo-e (Freilassung von Tieren, im Herbst), das Reigan-Sai (Erscheinungsfest, 15. März in Usa) und das Hachiman-Matsuri mit Yabusame-Aufführungen.

Shinbutsu-Shūgō und der Bodhisattva-Titel

Im Jahr 781 verlieh der Hof Hachiman den Titel «Hachiman Daibosatsu», also «Großer Bodhisattva Hachiman». Damit wurde er offiziell in den buddhistischen Pantheon einbezogen und mit verschiedenen Buddhas und Bodhisattvas identifiziert, am häufigsten mit Amida (Amitabha). Dies ist die früheste und bedeutendste Anwendung des honji-suijaku-Prinzips, der mittelalterlichen Lehre, dass Kami eigentlich Erscheinungsformen buddhistischer Wesenheiten sind.

Mark Teeuwen und Bernhard Scheid haben in «Buddhas and Kami in Japan» (2003) die Schlüsselrolle Hachimans für die japanische Religionsgeschichte herausgearbeitet: An ihm wurde die Synthese zuerst und am konsequentesten vollzogen.

Erst die Meiji-Restauration trennte beide Sphären 1868 durch Edikt (Shinbutsu-bunri), wobei zahlreiche Hachiman-Tempel zu reinen Shintō-Schreinen erklärt und ihre buddhistischen Bestandteile entfernt wurden. Helen Hardacre hat in «Shinto. A History» dokumentiert, wie dieser Prozess Hachiman-Schreine besonders einschneidend traf, weil sie stärker als andere mit buddhistischen Bauten und Bildwerken verschmolzen waren.

Hachiman, die Mongoleninvasionen und die «Götterwinde»

Während der zwei Mongoleninvasionen von 1274 und 1281 wurde Hachiman in Iwashimizu und Usa intensiv um Beistand angerufen.

Als die mongolische Flotte bei beiden Versuchen durch heftige Stürme zerstört wurde, schrieb der japanische Hof dies dem Eingreifen Hachimans und der anderen Reichsschutzgötter zu. Die Stürme wurden als «Kamikaze» (Götterwinde) gedeutet; der Begriff erhielt im pazifischen Krieg eine traurige zweite Bedeutung.

Klaus Antoni hat 1991 nachgewiesen, dass die Wiederbelebung dieses Topos im japanischen Nationalismus der 1930er Jahre direkt an mittelalterliche Hachiman-Texte anknüpfte.

Religionsgeschichtliche und rezeptionsgeschichtliche Einordnung

Hachiman ist wissenschaftlich aus mehreren Gründen ein Schlüsselgott: Er ist der jüngste der großen kaiserlichen Schreingötter, er ist das Paradebeispiel für Shinbutsu-Shūgō, und er verbindet die Sphären der Kaiserdynastie, der Krieger und der buddhistischen Klöster. Helen Hardacre charakterisiert ihn als «den am meisten politisierten Kami der japanischen Religionsgeschichte».

Ross Bender hat in mehreren Arbeiten (1979 ff.) die Rolle Hachimans im Dōkyō-Vorfall von 769 untersucht, als ein Hachiman-Orakel die Thronübernahme durch den Mönch Dōkyō verhinderte und damit zur ersten religionspolitisch entscheidenden Orakelszene Japans wurde.

In der modernen Populärkultur ist Hachiman in Manga und Anime weniger prominent als Amaterasu oder Susanoo, taucht aber in Werken wie «Inuyasha» oder «Onmyōji» auf. Die Tauben des Tsurugaoka-Schreins haben sich zum Marketing-Symbol Kamakuras entwickelt und finden sich auf Süßigkeiten, Postkarten und Souvenirs.

Querverweise im Pantheon

Innerhalb des japanischen Pantheons steht Hachiman zwischen der Sphäre der Urgötter (Izanagi, Amaterasu, Susanoo) und der späteren historisierten Kami wie Tenjin (Sugawara no Michizane) oder Toyokuni Daimyōjin (Toyotomi Hideyoshi).

Strukturell ist er ein vergöttlichter Herrscher, religionshistorisch aber ein klassischer Krieger- und Schutzkami mit deutlichen Funktionsparallelen zu Mars (Rom), Ares (Griechenland), Tyr und Odin (Germanisch) sowie Skanda und Karttikeya (Hinduismus, Buddhismus).

Quellen

«Shoku Nihongi» (797), Eintrag zum Jahr 720. «Engishiki» (927), Buch IX. «Hachiman-gudōkun» (13. Jahrhundert). «Iwashimizu-monjo», Schreinarchiv. «Kojiki» und «Nihon Shoki», Übersetzungen von Klaus Antoni und Karl Florenz. «Heike-Monogatari», Buch IV (Yabusame-Episoden).

Ross Bender, «The Hachiman Cult and the Dōkyō Incident», Monumenta Nipponica 1979. Mark Teeuwen und Bernhard Scheid (Hrsg.), «Buddhas and Kami in Japan.

Honji Suijaku as a Combinatory Paradigm», London 2003. Klaus Antoni, «Der himmlische Herrscher und sein Staat», München 1991. Klaus Antoni, «Shintô und die Konzeption des japanischen Nationalwesens», Leiden 1998. Helen Hardacre, «Shinto. A History», Oxford 2017. Joseph Kitagawa, «Religion in Japanese History», New York 1966. Inken Prohl, «Religiöse Innovationen», Berlin 2006.

Etymologie und Schreibweisen

Der Name «Hachiman» (八幡) setzt sich zusammen aus «hachi» (acht) und «man» bzw. «hata» (Banner, Tuch). Die Schreibweise mit dem Schriftzeichen für «Banner» hat sich im klassischen Sprachgebrauch durchgesetzt, weil die acht himmlischen Banner, die nach dem «Nihon Shoki» bei der Geburt des Kaisers Ōjin herabschwebten, das zentrale Geburts-Wunder bilden.

Eine alternative Lesung «Yawata» (やわた) erhielt sich in einigen Schreinnamen, besonders in Iwashimizu-Yawatamachi. Die Erhöhungsform «Hachiman-Daibosatsu» («Großer Bodhisattva Hachiman», 781 verliehen) und die Schreinanrede «Hachiman-Ōkami» («Großgott Hachiman») kennzeichnen seine theologische Doppelstellung.

In Schreinarchiven der mittleren Heian-Zeit erscheinen häufig die ausführlichen Formeln «Hachiman-no-Kami», «Hime-gami no Mikoto» und «Okinaga-tarashi-hime-no-Mikoto», die jeweils Ōjin, seine Gattin Hime-gami und seine Mutter Jingū bezeichnen.

Diese Dreiheit bildet die «Hachiman-Sansho-Daimyōjin», die Standard-Triade aller großen Hachiman-Schreine. Helen Hardacre und Bernhard Scheid haben diese Triade als ein Sonderprofil herausgearbeitet, das Hachiman von anderen Reichskami abhebt.

Schreinarchitektur des Hachiman-Stils

Der Hachiman-Schrein-Baustil («Hachiman-zukuri») ist eine eigene Klasse innerhalb der japanischen Schreinarchitektur. Er besteht aus zwei parallel gestellten, durch ein gemeinsames Dach verbundenen Hauptgebäuden. Das vordere Gebäude («Geden») dient der Verehrung durch die Pilger, das hintere («Naiden») beherbergt die Kami-Symbole.

Diese Doppelstruktur unterscheidet den Hachiman-Stil vom älteren Shinmei-zukuri (Ise) und vom Taisha-zukuri (Izumo). Der Usa-jingu und der Iwashimizu-Hachimangu sind die klassischen Beispiele dieses Stils und sind zugleich japanische Nationalkulturdenkmäler.

Die Dachformen sind durchgehend «Kirizuma» (Satteldach) mit weit überstehenden Vorderdach-Schichten. Die Hauptfarben sind Rot-Zinnober für die tragenden Säulen und Weiß für die Außenwände, in Verbindung mit goldfarbenen Beschlägen.

Diese Farbgebung wurde im Mittelalter unter dem Einfluss buddhistischer Architektur eingeführt und ist heute noch das visuelle Markenzeichen der Hachiman-Schreine, das sie von schlichteren Schreinen (etwa Ise) deutlich unterscheidet.

Hachiman und die Schwert-Theologie

Eine Sondertradition ist die Verbindung Hachimans mit den «drei Heiligen Schwertern» der Minamoto-Sippe. Diese Schwerter sollen vom Schrein in Iwashimizu beim Antritt jedes neuen Familienoberhaupts gesegnet worden sein. Die Tradition der Schwertweihe an Hachiman ist im «Heike-Monogatari» und im «Genpei-Seisuiki» mehrfach belegt und prägte die japanische Krieger-Religiosität bis in die späte Edo-Zeit.

Im modernen Bushidō-Diskurs des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde Hachiman zu einer Symbol-Figur erhoben, an die sich nationalistische Schwert-Ethiken anlehnten; Klaus Antoni hat diese Verbindung kritisch dokumentiert.

Die «Schwerter-Schmiede-Schule» von Bizen, die Klingen für die kaiserliche Garde fertigte, weihte ihre besten Klingen traditionell an Hachiman-Schreine. Mehrere dieser Klingen, darunter Werke der Sōshū-Schule des frühen 14. Jahrhunderts, sind im Tsurugaoka-Hachimangu und im Iwashimizu-Hachimangu als Schatzgüter erhalten und gelten als wichtige Kulturgüter Japans.

Hachiman in der Edo-Zeit und in der Volksreligion

Während der Edo-Zeit (1603 bis 1867) blieb Hachiman weiterhin Schutzgott der Krieger-Klasse, gewann aber zusätzlich an Bedeutung als Schutzgott der Stadtbürger und Kaufleute. In Edo (dem heutigen Tokyo) wurden zahlreiche Hachiman-Schreine in den neu angelegten Stadtvierteln gegründet, oft als Schutzheiligtum eines Berufsverbands oder einer Straße.

Das Tomioka-Hachimangu in Fukagawa (1627 gegründet) ist das größte und bekannteste dieser städtischen Hachiman-Schreine; sein dreijährliches Hauptfest mit den großen tragbaren Schreinen (Mikoshi) gehört zu den drei größten Festen Tokyos.

In der Edo-zeitlichen Holzschnittkunst (Ukiyo-e) ist Hachiman als Reiter-Figur ein wiederkehrendes Motiv. Kuniyoshi, Hokusai und Yoshitoshi haben mehrere Serien zu Hachiman und zur Geburt Ōjins geschaffen. Diese Bilder dokumentieren die Volksvertrautheit mit der Hachiman-Mythologie und zeigen, dass die Figur außerhalb der höfischen und militärischen Eliten breitenwirksam war.

Kontroversen um die historische Substanz Ōjins

Die Identifikation Hachimans mit dem mythischen Kaiser Ōjin ist wissenschaftlich und historisch kontrovers. Die offizielle Reichschronologie datiert Ōjins Regierung in das vierte Jahrhundert (270 bis 310 nach traditioneller Zählung), die Archäologie zeigt jedoch, dass die Kaiserdynastie historisch erst im fünften Jahrhundert greifbar wird.

Der Daisen-Kofun in Sakai (Präfektur Osaka) gilt traditionell als Grab Ōjins, lässt sich aber nicht zweifelsfrei zuordnen. Wahrscheinlicher ist, dass die Ōjin-Figur eine spätere Konstruktion ist, in die mehrere historische Königsgestalten zusammengeflossen sind.

Ross Bender, Joan Piggott und andere Historikerinnen haben argumentiert, dass die Hachiman-Ōjin-Identifikation im achten Jahrhundert eine politische Funktion erfüllte: Sie bot der aufstrebenden Yamato-Dynastie eine sakrale Verankerung in einem Krieger-Kami, der zugleich die Verbindung zu den koreanischen Einwanderer-Sippen herstellte.

Die Hachiman-Forschung der letzten dreißig Jahre hat diese politische Lesart weitgehend übernommen und betont, dass die Religionsgeschichte Hachimans nicht von der politischen Geschichte des frühen Japans zu trennen ist.

Vergleichende Einordnung

Strukturell gehört Hachiman zur Klasse der Krieger- und Beschützer-Gottheiten, die in fast allen Pantheons der eurasischen Hochkulturen vertreten sind.

Innerhalb der ostasiatischen Religionsgeschichte sind die nächsten Parallelen Guan Yu (chinesischer Kriegergott, im Daoismus vergöttlichter Held der späten Han-Zeit) und der koreanische Hwarang-Kult. Im weiteren Vergleich ergeben sich Parallelen zu Mars und Hercules (Rom), Ares und Heracles (Griechenland), Tyr und Thor (Germanisch), Skanda-Karttikeya (Hinduismus) und Indra in seinen Krieger-Aspekten.

Die Besonderheit Hachimans gegenüber diesen Gottheiten liegt in der Verbindung von Krieger-Funktion und buddhistischer Bodhisattva-Status. Diese Doppelheit ist in der vergleichenden Religionsgeschichte nahezu einzigartig und macht Hachiman zu einem wissenschaftlich besonders ergiebigen Forschungsobjekt.

Mark Teeuwen und Bernhard Scheid haben in mehreren Studien gezeigt, dass diese Doppelheit kein Widerspruch ist, sondern dem japanischen Religionsverständnis seit dem frühen Mittelalter wesensmäßig entspricht.