Betobeto-san ist Geist der japanischen Tradition.
Unsichtbare Schritte im Rücken, die auf ein Wort verschwinden. Der Steckbrief widmet sich dem Tappen im Rücken des Wanderers.
Betobeto-san ist ein harmloser japanischer Weggeist, den man nicht sieht, sondern hört: das Geräusch tappender Schritte, die einem nachts auf einsamen Wegen folgen. Tritt man zur Seite und bittet ihn höflich, vorzugehen, verschwindet das Geräusch.
Der Glaube ist eine mündliche Lokalüberlieferung vor allem der Präfekturen Nara und Shizuoka, quellenmäßig dünn belegt. Bekannt wurde er erst durch Mizuki Shigeru, der ihn als Kind von seiner Betreuerin hörte und später in sein Werk aufnahm; damit steht er in der volkskundlichen Sammeltradition um Yanagita Kunio.
Typ: unsichtbarer Weggeist, ursprünglich reines Schrittgeräusch
Herkunft: japanischer Volksglaube um nächtliche Wege, mündlich gesammelt und durch Mizuki Shigeru bekannt gemacht
Texte: dünne Quellenlage, nur wenige volkskundliche Sammler
Zeitraum: mündlich tradiert, schriftlich erst im 20. Jahrhundert erfasst
Erscheinung: unsichtbar, hörbar als tappende Schritte hinter dem Wanderer
Mündlich tradiert und schriftlich erst durch die Volkskunde des 20. Jahrhunderts erfasst: Bekannt wurde Betobeto-san vor allem, weil Mizuki Shigeru die Erzählung seiner Kindheit literarisch verarbeitete.
Vor allem die Präfekturen Nara und Shizuoka gelten als Kernräume der Überlieferung; als Geist des einsamen Nachtwegs ist er grundsätzlich überall dort denkbar, wo Wanderer allein unterwegs sind.
Dünn: Nur wenige Sammler haben die Erzählung festgehalten, quellenfest ist vor allem Mizuki Shigerus eigene Kindheitserinnerung samt Ausweichspruch.
Japanisch: Der Name ist lautmalerisch aus betobeto, dem Geräusch tappender oder klebender Schritte, und dem höflichen Anhängsel -san gebildet. Er benennt damit unmittelbar das einzige wahrnehmbare Merkmal des Geistes, das Geräusch selbst.
Erscheinung
Betobeto-san hat keinen sichtbaren Körper. Wahrnehmbar ist ausschließlich das Geräusch tappender oder klebender Schritte, die einem auf einsamen nächtlichen Wegen folgen. Erst Mizuki Shigeru verlieh dem Geist überhaupt eine bildliche Gestalt.
Wirkung
Der Geist trottet dem Wanderer hinterher, gleicht den Schritt an und scheint näherzukommen. Er richtet keinen Schaden an und greift nicht an; seine ganze Wirkung ist der Grusel des unsichtbaren Nachfolgens.
Die wichtigsten Aspekte des Weggeistes auf einen Blick.
Mündliche Lokalüberlieferung in der volkskundlichen Sammeltradition um Yanagita Kunio, weit bekannt erst durch Mizuki Shigeru.
Einzelne nächtliche Wanderer auf einsamen Wegen, die das Tappen hinter sich hören.
Unsichtbar, ursprünglich reines Schrittgeräusch, erst durch Mizuki Shigeru auch bildlich dargestellt.
Reiner Nachtschreck ohne Angriff: Das Geräusch soll erschrecken, nicht schaden.
Zur Seite treten und höflich bitten, vorzugehen; das Wort an Betobeto-san genügt zum Verschwinden.
Ubume und Onryo als andere japanische Totengeister, dazu der Gashadokuro als sein Gegenstück an Bedrohlichkeit.
Der Name ist lautmalerisch gebildet: betobeto ahmt das Geräusch tappender oder klebender Schritte nach, das höfliche Anhängsel -san spricht den Geist fast wie eine Person an. Anders als oft behauptet stammt Betobeto-san nicht von Toriyama Sekien; in keinem seiner Bände taucht das Wesen auf.
Es handelt sich um eine mündliche Lokalüberlieferung, die Mizuki Shigeru als Kind von seiner Betreuerin hörte, samt dem Ausweichspruch. Er nahm die Erzählung später in sein eigenes Werk auf und verlieh dem bis dahin rein akustischen Geist erstmals ein Bild. Damit steht Betobeto-san in der volkskundlichen Sammeltradition um Yanagita Kunio, dessen Tono Monogatari die mündliche Überlieferung Japans systematisch festhielt.
Durch Mizuki Shigeru ist Betobeto-san heute einer der beliebtesten Yokai Japans und rangiert in Umfragen weit oben. Er tritt in GeGeGe no Kitaro und in Folklore-Sammlungen auf und steht für die Popularisierung obskurer Lokalwesen.
Religionswissenschaftlich ist Betobeto-san ein Grenzfall zum Totengeist: eher ein akustischer Weg- und Ortsgeist als ein unversorgter Toter. Er ist ein Beispiel für die volkskundliche Zähmung nächtlicher Angst durch einen benennbaren, mit einer einfachen Formel besänftigbaren Akteur.
Quellenfest überliefert ist eine einzige, einfache Abwehr, und sie richtet sich ausschließlich gegen Betobeto-san selbst: zur Seite treten und höflich sagen, Betobeto-san, bitte geh vor. Danach verschwindet das Geräusch. Weder religiöse Riten noch Sutren oder Amulette sind gegen ihn nötig, das ist das charakteristische Merkmal dieses Weggeistes. Für den nächtlichen Weg im Allgemeinen kannte der Volksglaube dennoch Begleiter: den Klang kleiner Glocken als schützendes Zeichen gegen nächtliche Geister, das eigene Licht einer Schutzkerze als Gegenstück zur unsichtbaren Präsenz und ein getragenes Amulett im Sinn allgemeiner Wegbegleitung.
Betobeto-san entspricht den weltweiten Motiven vom unsichtbaren Verfolger und den Phantomschritten westlicher Spukberichte. Innerhalb Japans gehört er zum weiten Kreis der akustischen Weg- und Ortsgeister, in dem auch bedrohlichere Gestalten wie der Rachegeist Onryo stehen; anders als dieser trägt Betobeto-san keinen Groll und will niemandem schaden.
Ist Betobeto-san gefährlich?
Nein. Er tut nichts, außer zu folgen, und verschwindet auf höfliche Bitte.
Warum wird er oft Toriyama Sekien zugeschrieben?
Es ist eine Verwechslung mit anderen Fußgeräusch-Yokai; belegbar sind die mündliche Herkunft und Mizukis Popularisierung.
Wie wird man ihn los?
Indem man beiseitetritt und ihn höflich vorbeibittet.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als japanischer Weggeist bleibt Betobeto-san ein denkbar sanfter Schrecken: ein unsichtbarer Verfolger, der nichts weiter will, als mit einem höflichen Satz vorbeigelassen zu werden.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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