Bieggegaellies ist Gott der samischen Tradition.
Der Windgreis, zweiter Name des Herrn über Wind und Sturm. Laut Titel ist Bieggegaellies der Windgreis der Samen.
Bieggegaellies, auch Biegkegaellies oder Bieggagállis, ist der samische Windgreis: eine Namensvariante desselben Windgottes, der als Bieggolmai, der Windmann, bekannt ist. Der Beiname Windgreis, statt Windmann, bezeichnet dieselbe Gottheit, die Wind und Sturm beherrscht.
Greifbar wird der Name vor allem auf den samischen Zaubertrommeln, wo die Windgottheit in der Form Biegga-galles als eine der zentralen Figuren erscheint, und in den Missionars- und Ethnographenquellen des 17. bis 19. Jahrhunderts.
Typ: Windgott, Namensvariante des Windmanns Bieggolmai
Herkunft: Sápmi, samischer Raum
Texte: Randulf (Nærøy-Manuskript, 1723), Læstadius, Zaubertrommeln
Zeitraum: Missionars- und Ethnographenberichte des 17. bis 19. Jahrhunderts
Erscheinung: mit zwei Schaufeln, bzw. Schaufel und Keule
Belegt ist die Gottheit in Missionars- und Ethnographenquellen des 17. bis 19. Jahrhunderts, vor allem bei Johan Randulf (Nærøy-Manuskript von 1723) und Lars Levi Læstadius.
Sápmi, der samische Raum: Der Windgreis gehörte zur Glaubenswelt der Rentierhirten, Jäger und Küstenbewohner Nordskandinaviens.
Gut für samische Verhältnisse: Missionars- und Ethnographenberichte sowie die Form Biegga-galles auf den samischen Zaubertrommeln.
Samisch: biegga bedeutet Wind, gállis Greis oder alter Mann, also Windgreis; bei der Form -olmmái Windmann. Es handelt sich um dasselbe Wesen wie Bieggolmai unter anderem Beinamen; die Schreibvarianten Biegkegaellies und Bieggagállis entstehen durch Dialekte und die uneinheitliche Verschriftung durch nicht-samische Missionare.
Erscheinung
Bieggegaellies wird mit zwei Werkzeugen dargestellt, einer Schaufel und einer Keule, mit denen er den Wind in die Höhlen zurückschaufelt und wieder hinaustreibt.
Wirkung
Wie Bieggolmai kontrolliert Bieggegaellies Wind und Sturm; die Wirkung und Bedeutung für Jagd, Rentierhaltung und Seefahrt ist dieselbe, da es sich um dasselbe Wesen handelt.
Die wichtigsten Aspekte des Windgreises auf einen Blick.
Beiname der zentralen samischen Windgottheit; auf den Trommeln neben Horagalles und Veralden Olmai eine der Hauptfiguren.
Rentierhirten, Jäger und Küstenbewohner: dieselben Adressaten wie beim Windmann, denn Wind entschied über Jagd, Herde und See.
Alter Mann mit Schaufel und Keule; auf den Zaubertrommeln erscheint die Gottheit in der Form Biegga-galles.
Wind und Sturm: Der Windgreis schaufelt die Winde in ihre Höhlen zurück und treibt sie wieder hinaus.
Belegt sind Opfer von Geweihen und Hörnern sowie von Tieren, kleinen Booten und hölzernen Schaufeln, entsprechend dem Kult des Bieggolmai.
Keine eigene Gottheit, sondern Namensvariante des Bieggolmai; typologisch steht der Windverwahrer Aiolos nahe.
Samisch biegga bedeutet Wind, gállis Greis oder alter Mann; Bieggegaellies ist also der Windgreis, während die Form auf -olmmái den Windmann bezeichnet. Es handelt sich um dasselbe Wesen wie Bieggolmai unter anderem Beinamen. Belegt ist die Gottheit in Missionars- und Ethnographenquellen des 17. bis 19. Jahrhunderts, vor allem bei Johan Randulf im Nærøy-Manuskript von 1723 und bei Lars Levi Læstadius.
Besonders greifbar ist der Name auf den samischen Zaubertrommeln: Dort erscheint die Windgottheit in der Form Biegga-galles als eine der zentralen Figuren, zusammen mit Horagalles und Veralden Olmai. Die Vielzahl der Schreibungen ist kein Zeichen mehrerer Götter, sondern Folge der Dialekte und der uneinheitlichen Verschriftung durch nicht-samische Beobachter.
Als Namensform der samischen Windgottheit ist Bieggegaellies vor allem in der Trommelforschung und der samischen Kulturrezeption präsent.
Religionswissenschaftlich gilt: Bieggegaellies ist keine eigene, von Bieggolmai verschiedene Gottheit, sondern eine Namensvariante, der Beiname Windgreis statt Windmann. Die Vielzahl der Schreibungen entsteht durch Dialekte und die uneinheitliche Verschriftung durch nicht-samische Missionare; wir sehen die Gottheit weitgehend durch die Brille christlicher Beobachter.
Die Kultformen entsprechen denen des Bieggolmai: Belegt sind Opfer von Geweihen und Hörnern sowie von Tieren, kleinen Booten und hölzernen Schaufeln, und die Trinität mit Horagalles und Veralden Olmai auf den Trommeln. Wer den Windgreis unter diesem Beinamen anrief, wandte sich an denselben Herrn über Wind und Sturm, von dem Jagd, Rentierhaltung und Seefahrt abhingen.
Bieggegaellies steht typologisch dem griechischen Aiolos nahe, der die Winde in einem Behältnis verwahrt. Innerhalb des samischen Pantheons ist er neben Horagalles und Veralden Olmai eine der zentralen Trommelfiguren. Die eigentliche Hauptseite der Gottheit ist Bieggolmai, der Windmann: gleiches Wesen, anderer Beiname.
Was bedeutet Bieggegaellies?
Windgreis, aus biegga, Wind, und gállis, alter Mann; es ist eine Namensvariante des Windmanns.
Ist Bieggegaellies eine eigene Gottheit?
Nein. Es ist dieselbe Gottheit wie Bieggolmai, nur unter dem Beinamen Windgreis.
Wo erscheint der Name?
Unter anderem als Biegga-galles auf samischen Zaubertrommeln, wo die Windgottheit zu den zentralen Figuren gehört.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als samischer Windgreis ist Bieggegaellies der zweite Name eines einzigen Sturmherrn, und als Windgott der Zaubertrommel bleibt er dort sichtbar, wo die samische Glaubenswelt am dichtesten überliefert ist: auf dem Fell der Trommel.
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