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Apsara, von der Wassernymphe zur Tänzerin Indras

Apsara ist Geist der hinduistischen Tradition.

Himmlische Tänzerin, ursprünglich eine Wassernymphe.

Inhaltsverzeichnis

Apsara, Geist der hinduistischen Tradition
Apsara

Die Apsara ist himmlische Nymphe und Tänzerin der indischen Mythologie, ursprünglich ein Wassergeist. Sie tanzt am Hof Indras und wird gesandt, um die Askese mächtig werdender Weiser zu stören. Gefahr geht von ihr nur mittelbar aus; ein eigenständig schädigendes Wirken kennt die Überlieferung nicht.

Im Überblick: Apsara

Typ: himmlische Nymphe und Tänzerin, ursprünglich Wassergeist
Herkunft: Rigveda bis Puranas
Texte: dicht belegt, vedisch bis puranisch
Zeitraum: vedische Schicht bis heute
Erscheinung: schöne Tänzerin, Gefährtin der Gandharvas

Textgeschichte der Apsaras

Zeitraum der Texte

Vom Rigveda über Mahabharata und Ramayana bis zu den Puranas bezeugt.

Verbreitungsraum

Der indische Subkontinent, über Kulturexport ganz Südostasien.

Quellenlage

Dicht: von vedischen Hymnen bis zur puranischen Literatur.

Name und Varianten

Sanskrit: Der Name wird von ap, Wasser, hergeleitet; das Etymologicon des Yaska deutet Apsara als die im Wasser sich Bewegende.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

Apsaras werden als anmutige Tänzerinnen dargestellt, verkörpern Schönheit und Tanz; in Angkor Wat sind zahlreiche Reliefs mit Kopfschmuck eingemeißelt.

Wirkung

Sie tanzen an Indras Hof und empfangen gefallene Krieger. Wer ihnen verfällt, wird von Askese und Ziel abgebracht; die Gefahr liegt allein in der entrückenden Bindung durch Schönheit.

Steckbrief: Apsara

Die wichtigsten Aspekte der himmlischen Tänzerin auf einen Blick.

Tradition

Vedische bis puranische Überlieferung, von Rigveda und Atharvaveda bis Ramayana.

Zuständig für

Tanz an Indras Hof, gefallene Krieger, Prüfung mächtiger Asketen.

Darstellung

Schöne Tänzerin mit reichem Schmuck, in Angkor Wat gemeißelt.

Wirkungsbereich

Verführung als Werkzeug der Götter, kein eigenständiges Schaden.

Kult

Kein Tempelkult, Verehrung sublimiert im kambodschanischen Tanz.

Verwandtes

Ganga und Varuna, weitere Wassergottheiten des Hinduismus.

Vom Milchozean an den Hof Indras

Rigveda und Atharvaveda führen die Apsaras als Bewohnerinnen der Gewässer, nur Urvashi wird genannt. Nach Ramayana und Puranas stiegen sie aus dem Schaum des gequirlten Milchozeans auf und wurden Gemeingut und Gefährtinnen der Gandharvas. Berühmt sind Urvashi und Menaka, die Vishvamitra verführte und Shakuntalas Mutter wurde. Ein Mahabharata-Motiv: Indra sendet eine Apsara, um die Buße eines zu mächtigen Weisen zu unterbrechen.

Von Angkor Wat zum Weltkulturerbe

Angkor Wat und die Khmer-Kunst sind die bildliche Hauptquelle der Apsara; ihr klassischer Tanz wurde 2003 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Religionswissenschaftlich sind Apsaras halbgöttliche Kollektivwesen, keine individuellen Gottheiten, mit Ausnahme wie Urvashi. Ihre Linie führt von vedischen Wassernymphen zu Himmelstänzerinnen des Indra-Hofes.

Tanz statt Tempelkult

Ein eigener Tempelkult mit Apsara-Opfern ist nicht belegt; ihre Verehrung ist im Tanz sublimiert, am lebendigsten im kambodschanischen Apsara-Tanz. Schutz liegt nicht in einem Bann, sondern in der Beherrschung des eigenen Begehrens. Es gelten ein Amulett, Räuchern als indische Ehrungsform und Salz als Reinigungsmittel.

Wassernymphen im Kulturvergleich

Die Apsara steht den griechischen Naiaden und Nereiden nahe, dazu den Sirenen, der slawischen Rusalka und dem germanischen Nix. Innerhalb Indiens berührt sie die Flussgöttin Sarasvati.

Häufige Fragen zu Apsara

Sind Apsaras Göttinnen?

Nein, halbgöttliche himmlische Nymphen ohne eigenen Götterrang; Urvashi tritt einzeln hervor.

Warum verführen sie Asketen?

Weil Indra fürchtet, ein Weiser könne durch Askese zu viel Macht anhäufen; die Apsara unterbricht seine Buße.

Weiterführende Verlinkungen

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Dimmitt, Cornelia / van Buitenen, J. A. B. (Hg.): Classical Hindu Mythology. A Reader in the Sanskrit Puranas. Philadelphia 1978.
  • Doniger O’Flaherty, Wendy: Hindu Myths. A Sourcebook Translated from the Sanskrit. Harmondsworth 1975.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Wer nach der Apsara Nymphe des Rigveda sucht, findet dieselbe himmlische Tänzerin, die an Indras Hof tanzt und, aus dem Wasser aufgestiegen, bis heute in den Steinreliefs von Angkor Wat lebendig bleibt.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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