Anahita, die makellose Herrin der Quellen
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Anahita ist eine Göttin der persischen Tradition.
Spenderin allen Wassers am Hof der Achämeniden. Als makellose Herrin der Quellen versorgte Anahita einst den Hof der Achämeniden mit ihrem Segen.
Anahita, mit vollem Namen Aredvi Sura Anahita, ist die zoroastrische Göttin der Wasser, Fruchtbarkeit, Heilung und Weisheit, mythische Quelle allen irdischen Wassers.
Hauptquelle ist der Aban Yasht. Artaxerxes II. nahm sie als erster Achämenidenherrscher namentlich neben Ahura Mazda in seine Inschriften auf.
Typ: Hochgöttin der Wasser
Herkunft: iranisches Hochland
Texte: Aban Yasht, Inschriften Artaxerxes II.
Zeitraum: Avesta-Zeit bis heute
Erscheinung: Frau mit Sternenkrone und Vier-Rosse-Wagen
Quellenkontext
Zeitraum der Texte
Belegt seit der Avesta-Zeit, politisch bedeutsam ab Artaxerxes II. im 4. Jahrhundert vor Christus.
Verbreitungsraum
Iranisches Hochland, Kleinasien und armenischer Raum, mit Tempelbildern in Residenzstädten.
Belegdichte
Gut: Aban Yasht, Königsinschriften und griechisch-römische Berichte.
Name und Varianten
Avestisch: Ardvi, feucht, Sura, stark, Anahita, makellos: die feuchte, starke, makellose.
Erscheinung und Symbolik
Erscheinung
Hochgewachsene Frau in Biberfell-Gewand, mit Sternenkrone und Wagen aus vier weißen Rossen.
Wirkung
Bewässert Land und Herden, reinigt Samen und Mutterleib, schenkt Sieg und Einsicht.
Steckbrief: Anahita
Die wichtigsten Aspekte der Wassergöttin auf einen Blick.
Hochgottheit des Aban Yasht und der Achämeniden-Inschriften.
Wasser, Fruchtbarkeit, Heilung, Sieg und Weisheit.
Frau in Biberpelz mit Sternenkrone und Vier-Rosse-Wagen.
Spendet Wasser und Nachkommenschaft, schenkt Sieg und Einsicht.
Tempelbilder unter Artaxerxes II., geweihte Priesterinnen, Tempel von Kangavar.
Die vedische Flussgöttin Ganga gehört demselben Typus an.
Aban Yasht und der Aufstieg unter Artaxerxes II.
Die Namensteile Ardvi, feucht, Sura, stark, und Anahita, makellos, ergeben die feuchte, starke, makellose: Quelle aller irdischen Wasser.
Artaxerxes II. nannte als erster Achämenidenherrscher Anahita namentlich neben Ahura Mazda in seinen Inschriften; zuvor verschmolz die Gestalt mit der Ishtar.
Nationalsymbol und Tempel von Kangavar
Anahita ist Sinnbild einer vorislamischen Gottheit Persiens; der Tempel von Kangavar gilt als identitätsstiftendes Denkmal.
Religionswissenschaftlich ist sie ein Yazata mit herausgehobenem Kult und ein Beispiel religiösen Synkretismus.
Tempelkult statt Abwehr
Verehrung im Tempel, nicht Abwehr: Bekanntester, archäologisch aber umstrittener Bezugspunkt ist der Tempel von Kangavar. Zum Kult gehören Weihwasser, Amulett und Räuchern.
Wassergöttinnen im Vergleich
Als Wassergöttin steht Anahita der indischen Sarasvati nahe; historisch verschmolz sie mit der Ishtar, später mit der Artemis. Vom Apam Napat, dem älteren Kind der Wasser, unterscheidet sie ihr Tempelkult.
Häufige Fragen zu Anahita
Wassergöttin oder Fruchtbarkeitsgöttin?
Beides: Sie reinigt Samen und Mutterleib, nährt Ernten und Herden, schenkt Heilung und Sieg.
Warum historisch bedeutsam?
Artaxerxes II. nahm sie als erster Achämenidenkönig neben Ahura Mazda auf.
Weiterführende Verlinkungen
Interne Links:
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als persische Wassergöttin verbindet Anahita Quellen, Königsmacht und Heilung in einer Gestalt: Wo andere Wasserwesen nur ein Gewässer hüten, ist sie die Quelle allen Wassers selbst.





