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Nure-onna, die Frau mit dem tödlichen Bündel

Nure-onna ist Dämonin der japanischen Tradition.

Schlangenleib, Frauenkopf, ein Bündel als tödlicher Köder. Das Bündel dient als Köder, hinter dem sich die tödlichen Absichten der Nure-onna verbergen.

DämonJapan

Inhaltsverzeichnis

Nure-onna, Dämonin der japanischen Tradition
Nure-onna

Die Nure-onna ist ein gefährlicher Yōkai der japanischen Küsten: Kopf einer Frau, Leib einer Schlange, das nasse Haar Zeichen der Ertrinkungsgefahr. Mit einem Bündel als Köder lockt sie ihre Opfer und tötet sie.

Im Überblick: Nure-onna

Typ: schlangenleibiger Yōkai
Herkunft: mündliche Überlieferung
Texte: Sawaki Suushi (1737), Toriyama Sekien (1776)
Zeitraum: seit dem 18. Jahrhundert
Erscheinung: Frauenkopf auf Schlangenleib

Textgeschichte

Zeitraum der Texte

Bildlich belegt seit dem 18. Jahrhundert: zuerst Sawaki Suushi 1737, dann Toriyama Sekien; die mündliche Überlieferung ist älter.

Verbreitungsraum

Küsten, Flüsse und Seeufer Japans, bevorzugt einsame Uferstellen bei Nacht.

Quellenlage

Vor allem bildlich: die Edo-zeitlichen Yōkai-Kompendien und die Überblicksarbeit Fosters.

Name und Varianten

Japanisch: Nure heißt nass, onna Frau: die stets durchnässte Frau, benannt nach ihrer Wassernähe.

Gestalt und Täuschung

Erscheinung

Die Nure-onna verbindet einen verführerischen Frauenkopf mit einem Schlangenkörper; ihr nasses Haar zeigt die Ertrinkungsgefahr.

Wirkung

Wer das Bündel annimmt, wird gelähmt, worauf sie angreift; ambivalente Züge fehlen ihr.

Steckbrief: Nure-onna

Die wichtigsten Aspekte auf einen Blick.

Tradition

Edo-zeitlicher Yōkai der Bildbände Sawaki Suushis und Toriyama Sekiens.

Wirkungsgegenstand

Einsame Wanderer an Uferstellen, die ihr Bündel annehmen.

Darstellung

Frauenkopf auf riesigem Schlangenleib, nasses Haar.

Wirkungsbereich

Lähmender Köder und tödlicher Angriff, ohne jede segnende Gegenseite.

Meidung

Bündel nicht annehmen, einsame Ufer meiden, besonders nachts.

Abgrenzung

Kein Fischschwanz wie beim Ningyo, sondern ein Schlangenleib.

Die nasse Frau der Edo-Bildbände

Der Name setzt sich aus nure, nass, und onna, Frau: die durchnässte Frau. Bildlich fixiert in der Edo-Zeit, im Hyakkai Zukan Sawaki Suushis 1737 und bei Toriyama Sekien ab 1776. Sie erscheint als hilfsbedürftige Frau mit Bündel, das plötzlich schwer wird und das Opfer lähmt.

Warngestalt ohne Kult

Die Nure-onna ist fester Teil moderner Yōkai-Kultur, von Mizukis GeGeGe no Kitarō bis zu Anime. Wichtige Klarstellung: Anders als Kultgottheiten des Wassers ist sie kein Objekt der Verehrung, sondern eine reine Schreckgestalt, die die Gefahr an Gewässern personifiziert.

Meidung statt Ritual

Gegenmittel sind kaum überliefert: Bündel nicht annehmen, einsame Ufer nachts meiden. Als Schutzmittel gelten Salz, Amulett und Schwellenschutz.

Schlangenfrau, nicht Meerjungfrau

Als schlangenleibige Verführerin ist die Nure-onna der griechischen Lamia nahe, ihr Motiv teilt die Melusine. Vom warnenden Ningyo trennt sie der Schlangenleib; sie steht neben Akkorokamui.

Häufige Fragen zur Nure-onna

Ist sie eine Meerjungfrau?

Nein, sie hat einen Schlangenleib, keinen Fischschwanz, anders als Ningyo.

Was bedeutet das Bündel?

Ein Köder: Nimmt das Opfer es an, wird es schwer und lähmt den Träger.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Zentrale Quelle:

  • Sawaki, Suushi: Hyakkai Zukan. 1737.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Wer nach der Nure Onna Yokai-Gestalt oder der Schlangenfrau Japans sucht, landet bei derselben Dämonin: Ihr nasser Schlangenleib und das tödliche Bündel warnen vor jeder Hilfsbitte am einsamen Ufer.

Einordnung & Schutz

VSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe V zu – Tiefgreifende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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