Der Kapre ist Geist der philippinischen Tradition.
Der behaarte Riese im Balete-Baum mit der glühenden Zigarre. Als Zigarrenraucher in den Baumkronen verrät sich der Kapre durch den Duft seines Rauchs. Kapre gilt als baumbewohnende Riesengestalt des Waldes, und die folgenden Abschnitte fassen zusammen, was über ihn berichtet wird.
Der Kapre ist ein riesiger, dunkler, behaarter Waldgeist der Philippinen, der in großen Bäumen wie Balete und Mango wohnt und eine mächtige Zigarre raucht. Er verwirrt Reisende und spielt ihnen Streiche, ist aber meist nicht mörderisch und kann sich sogar in Menschen verlieben.
Sein markantes Erkennungszeichen ist die Zigarrenglut, die nachts im Geäst leuchtet und oft mit Glühwürmchen verwechselt wird. Wird sein Baum gefällt, kann der sonst eher neckische Riese rachsüchtig werden.
Typ: Baumbewohnender Waldriese und Baumhüter
Herkunft: Philippinische Volksüberlieferung, vorspanisch und kolonial
Texte: Mündliche Überlieferung, dokumentiert bei Ramos
Zeitraum: vorspanisch bis Gegenwart
Erscheinung: riesenhaft, dunkelhäutig, behaart, muskulös, mit großer Zigarre
Die Überlieferung ist vorspanisch und kolonial und wurde mündlich weitergegeben; dokumentiert ist sie vor allem bei Maximo D. Ramos.
Landesweit auf den Philippinen verbreitet, mit besonderem Schwerpunkt in den Tagalog-Gebieten.
Gut dokumentiert: Die mündliche Überlieferung ist bei Ramos gesammelt, dazu tritt die breite Präsenz der Gestalt in der modernen Populärkultur.
Spanisch-arabisch: kapre geht über das spanische cafre auf das arabische kafir, Ungläubiger, zurück; die Spanier übertrugen das Wort im Zuge des Kontakts mit den Mauren auf dunkelhäutige indigene Gruppen. Die Gestalt selbst ist älter: ein Baumgeist des animistischen Weltbilds.
Erscheinung
Der Kapre ist riesenhaft, etwa zwei bis knapp drei Meter groß, dunkelhäutig, behaart und muskulös, mit starkem Körpergeruch. Er raucht eine große Zigarre, deren glühendes Ende nachts sichtbar ist und oft mit Glühwürmchen verwechselt wird; Dunkelheit, Behaarung, Rauch und Baumkrone verkörpern das Unheimliche und Undurchdringliche des Waldes.
Wirkung
Der Kapre sitzt auf den Ästen großer Bäume wie Balete, Mango, Akazie und Bambus und führt Reisende in die Irre, sodass sie stundenlang im Kreis gehen. Mörderisch ist er meist nicht; er kann sich in Menschen verlieben, wird aber rachsüchtig, wenn sein Baum gefällt wird.
Die wichtigsten Aspekte des Waldriesen auf einen Blick.
Baumgeist des animistischen philippinischen Weltbilds, Hüter und Bewohner alter Bäume, mit kolonialem Lehnnamen aus dem Spanischen.
Reisende, die durch bewaldetes Gebiet gehen; sie verwirrt der Kapre mit Streichen, bis sie stundenlang im Kreis laufen.
Riesig, dunkel, behaart und muskulös im Geäst eines alten Baumes; kenntlich an der glühenden Zigarre und am starken Geruch.
Verwirren und Necken statt Töten; dazu Verliebtheit in Menschen und Rachsucht, wenn sein Wohnbaum gefällt wird.
Respekt vor alten Bäumen und die Formel tabi tabi po beim Passieren; Bäume mit vermutetem Kapre bleiben stehen.
Der Tikbalang verwirrt Reisende ebenfalls, ist aber ein pferdeköpfiger Irrführer der Wege; der Kapre bleibt der Riese im Baum.
Der Name Kapre stammt vom arabischen kafir, Ungläubiger, das über das spanische cafre auf die Philippinen gelangte; die Spanier übertrugen den Ausdruck im Zuge des Kontakts mit den Mauren auf dunkelhäutige indigene Gruppen. Der Name ist also koloniales Erbe, die Gestalt dahinter jedoch nicht.
Denn der Kapre ist ein Baumgeist des animistischen Weltbilds, ein Hüter und Bewohner alter Bäume. Er sitzt in den Kronen von Balete, Mango, Akazie und Bambus, raucht seine Zigarre und wacht über seinen Baum; wer ihn respektiert, hat wenig zu fürchten, wer seinen Baum fällt, weckt seine Rachsucht.
Der Kapre ist prominent im philippinischen Horror und in der Populärkultur, in Film, Fernsehen und Comics, oft als klassische Schreckgestalt des Waldes.
Religionswissenschaftlich ist der Kapre ein baumbewohnender Waldgeist vom Wilder-Mann-Typus mit Schwellen- und Hüterfunktion am alten Baum. Zwei Klarstellungen gehören dazu: Der Name ist ein koloniales Lehnwort mit abwertender Geschichte, die Gestalt selbst gehört dem älteren animistischen Weltbild an. Und der Kapre ist meist nicht tödlich, sondern verwirrend und neckisch; gefährlich wird er vor allem als Rächer seines gefällten Baumes.
Quellenfest sind der Respekt vor alten Bäumen und die Formel tabi tabi po beim Passieren, mit der man höflich um Durchlass bittet. Bäume, in denen ein Kapre vermutet wird, bleiben stehen; folkloristisch belegt trägt genau dieser Glaube zum Erhalt von Altbestand-Wald bei. Der Schutz vor dem Kapre und der Schutz des Waldes fallen damit in eins.
Der Kapre entspricht dem riesigen Waldgeist und dem europäischen Motiv des Wilden Mannes, dem behaarten Bewohner der Wildnis; auch der baskische Basajaun gehört zu diesem Typus. Innerhalb der Philippinen ist er vom Tikbalang zu trennen, dem pferdeköpfigen Irrführer, und steht neben den Diwata, den lichten Naturgottheiten derselben Wälder.
Ist der Kapre gefährlich?
Meist nicht tödlich, eher neckisch und verwirrend. Rachsüchtig wird er, wenn sein Baum gefällt wird.
Woran erkennt man ihn?
An der glühenden Zigarre in der Nacht, am starken Geruch und an der riesigen dunklen Gestalt im Baum.
Wo wohnt er?
In großen Bäumen, vor allem Balete, Mango und Akazie.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als zigarrenrauchender Waldgeist ist der Kapre die wohl unverwechselbarste Schreckgestalt seiner Heimat, als Baumriese Philippinen-weiter Erzählabende zugleich ein stiller Naturschützer: Wo man ihn vermutet, bleibt der alte Baum stehen.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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