Vejopatis ist Gott der baltischen Tradition.
Der Windherr der Litauer, belegt bei Prätorius um 1700.
Vejopatis, der Windherr, ist eine ostbaltische, litauische Windgottheit. Der zentrale Beleg stammt vom Ethnographen Matthäus Prätorius, der ihn als hochgestellte, mächtige Windgottheit auf der Kurischen Nehrung beschreibt.
Wichtig ist von Anfang an der quellenkritische Vorbehalt: Die Überlieferung ist einquellig und spät. Prätorius‘ Werk Deliciae Prussicae, oder Preußische Schaubühne, entstand als Handschrift um 1700 und wurde erst 1871 in Auszügen gedruckt.
Typ: Windgottheit, Herr über die Winde
Herkunft: Preußisch-litauischer Raum, Kurische Nehrung
Texte: Deliciae Prussicae, oder Preußische Schaubühne (Prätorius)
Zeitraum: Beleg bei Prätorius um 1700, gedruckt 1871
Erscheinung: bärtige, geflügelte Gestalt, teils mit zwei Gesichtern
Der zentrale Beleg stammt von Matthäus Prätorius um 1700; gedruckt wurde das Werk erst 1871 in Auszügen. Die Überlieferung ist einquellig und spät.
Der preußisch-litauische Raum, besonders die Kurische Nehrung, wo Prätorius die Windverehrung verortet.
Einquellig und spät: Alles hängt an Prätorius‘ Deliciae Prussicae; vieles Weitere ist Ausdeutung späterer Bearbeiter.
Litauisch: vėjas bedeutet Wind, patis oder pats Herr, verwandt mit altindisch pati; Vejopatis heißt wörtlich Herr des Windes.
Erscheinung
Nach Prätorius und der daraus abgeleiteten Tradition ist Vejopatis eine bärtige Gestalt mit zwei Gesichtern, geflügelt, mit einem Fisch in der einen und einem Gefäß in der anderen Hand, teils mit einem Hahn auf dem Kopf. Viele Detailattribute sind jedoch rekonstruktions- und überlieferungsabhängig; populäre Beschreibungen mischen Prätorius mit späterer Ausdeutung.
Wirkung
Vejopatis ist Herr über die Winde; in mancher Deutung auch Herr oder Wächter des Jenseits, der Dausos, der die Seelen ins Jenseits blasen soll. Diese Jenseits-Funktion ist forschungsseitig umstritten und beruht auf sekundärer Ausdeutung, nicht sicher auf Prätorius.
Die wichtigsten Aspekte des Windherrn auf einen Blick.
Ostbaltische, litauische Windgottheit, beschrieben als hochgestellt und mächtig; bezeugt allein durch Prätorius.
Die Winde über Nehrung und Haff; in umstrittener Deutung auch die Seelen, die er ins Jenseits, die Dausos, blasen soll.
Bärtig und geflügelt, teils mit zwei Gesichtern, Fisch und Gefäß in den Händen, teils mit einem Hahn auf dem Kopf.
Herrschaft über die Winde; als mächtige, potenziell zorngewaltige Gottheit gedacht, ohne Belege für aktive Schädigung.
Gesichertes Kultmaterial wie Opferorte oder Riten ist nicht überliefert; über die Verehrungspraxis ist praktisch nichts Belastbares bekannt.
Litauisch vėjas bedeutet Wind, patis oder pats Herr, verwandt mit altindisch pati; Vejopatis heißt wörtlich Herr des Windes. Der zentrale Beleg stammt vom lutherischen Pfarrer Matthäus Prätorius in seinem Werk Deliciae Prussicae, oder Preußische Schaubühne, einer Handschrift um 1700, gedruckt erst 1871 in Auszügen.
Dass die Überlieferung an einer einzigen späten Quelle hängt, ist der wichtigste quellenkritische Vorbehalt. Die reiche Ikonografie mit zwei Gesichtern, Flügeln, Fisch, Gefäß und Hahn geht auf Prätorius und die daraus abgeleitete Tradition zurück; populäre Beschreibungen mischen die Quelle mit späterer Ausdeutung, und auch die Deutung als Wächter des Jenseits, der Dausos, beruht auf sekundärer Auslegung.
Vejopatis ist fester Bestandteil der modernen litauischen Neuheidentum- und Romuva-Rezeption und populärer Mythologie-Listen, dort oft mit mehr Detail aufgeladen, als die Quelle hergibt.
Religionswissenschaftlich ist Vejopatis als mächtige, potenziell zorngewaltige Windgottheit gedacht, aber ohne Belege für aktive Schädigung; er ist überwiegend numinos-erhaben. Drei Klarstellungen sind wichtig: Der Detailreichtum der Ikonografie hängt an einer einzigen späten Quelle plus Ausdeutung. Die Gleichsetzung mit einem obersten Gott ist Überinterpretation. Und Vejopatis ist nicht Bangpūtys, sondern eine verwandte, aber verschiedene Figur.
Gesichertes Kultmaterial wie Opferorte oder Riten ist nicht überliefert. Über eine konkrete Verehrungspraxis ist praktisch nichts Belastbares bekannt; das ist ehrlich festzuhalten. Prätorius beschreibt eine hochgestellte, mächtige Windgottheit der Kurischen Nehrung, aber wie ihr die Menschen im Alltag begegneten, mit welchen Gaben oder Worten, sagt die Quelle nicht.
Was bedeutet Vejopatis?
Herr des Windes, aus litauisch vėjas, Wind, und patis, Herr.
Wie gut ist er belegt?
Einquellig und spät: Der zentrale Beleg ist Prätorius um 1700; vieles Weitere ist Ausdeutung.
Ist Vejopatis dasselbe wie Bangpūtys?
Nein. Bangpūtys ist der Sturm- und Meereswindgott; beide sind verwandt, aber verschieden.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als litauischer Windherr, wörtlich der Herr des Windes, verdankt Vejopatis sein Nachleben einem einzigen Beobachter: Was Prätorius um 1700 auf der Kurischen Nehrung festhielt, trägt bis heute die gesamte Überlieferung dieser Gottheit.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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