Mahuika ist Göttin der Maori-Tradition Polynesiens.
Die Feuergöttin, die das Feuer in ihren Fingernägeln trägt.
Mahuika ist die Feuergöttin der Maori und weiter Polynesiens; ihr Feuer wohnt in ihren Finger- und Zehennägeln. Sie ist die Hüterin und Geberin des Feuers und die Gemahlin des Feuerbringers Auahitūroa.
Im bekannten Māui-Mythos entlockt der Kulturheros ihr das Feuer, worauf sie im Zorn fast die Welt in Brand setzt; das gerettete Feuer wird im Kaikōmako-Baum bewahrt, aus dem die Menschen es seither durch Reibung gewinnen.
Typ: Feuergöttin, Hüterin und Geberin des Feuers
Herkunft: Maori- und polynesische Überlieferung
Texte: Best, Craig und der Māui-Zyklus
Zeitraum: ethnografisch belegte Überlieferung
Erscheinung: Gestalt mit Feuer in Finger- und Zehennägeln
Maori- und polynesische Überlieferung, ethnografisch belegt; die Hauptzeugnisse sind Best, Craigs Lexikon der polynesischen Mythologie und der Māui-Zyklus.
Neuseeland und weiteres Polynesien: Der Name der Feuergottheit ist pan-polynesisch und reicht in Varianten von Samoa bis Aotearoa.
Gut belegt: Best und Craig als ethnografische Grundlagen, dazu die Erzählungen des Māui-Zyklus bei Stimson.
Polynesisch: Mahuika, in Varianten Mahuea, Mafuike oder Mahuiʻe, ist der pan-polynesische Name der Feuergottheit; eine gesicherte wörtliche Namensbedeutung ist nicht solide belegt. Die Varianten bezeichnen dasselbe Wesen, nicht verschiedene Gottheiten.
Erscheinung
Mahuika trägt das Feuer in ihren Finger- und Zehennägeln und wohnt in einer Höhle oder Unterwelt. Sie verkörpert die Hüterin und Quelle des irdischen Feuers.
Wirkung
Im Māui-Mythos lässt Māui alle Feuer der Welt löschen und erbittet dann von Mahuika Nagel um Nagel, die er heimlich löscht. Erzürnt schleudert sie den letzten Nagel zu Boden, worauf ein Weltenbrand ausbricht; Māui wird nur durch die Wettergötter gerettet. Die letzten Funken bergen sich im Kaikōmako-Baum, weshalb Feuer durch Reibung mit diesem und weiteren Hölzern erzeugt wird.
Die wichtigsten Aspekte der Feuergöttin auf einen Blick.
Pan-polynesische Feuergottheit; als Gemahlin des Auahitūroa, teils jüngere Schwester der Todesgöttin Hine-nui-te-pō und Verwandte oder Ahnin des Māui vernetzt.
Die Menschen als Empfänger des Feuers: Von ihren Nägeln stammt das Feuer, das seither in den Hölzern der Welt bewahrt ist.
Gestalt mit Feuer in Finger- und Zehennägeln, wohnhaft in einer Höhle oder Unterwelt; das Nagel-Feuer ist ihr festes Kennzeichen.
Hüterin und Geberin des Feuers; im Zorn Weltenbrand-Potenzial, wie der geschleuderte letzte Nagel des Māui-Mythos zeigt.
Kein belegter Opferkult; ihr Vermächtnis ist das Feuerreiben, hika ahi, mit dem Holz des Kaikōmako-Baums.
Mafuiʻe in Samoa als direkte Entsprechung, die hawaiische Vulkangöttin Pele im Feueraspekt, typologisch der Prometheus-Stoff.
Die Erzählung beginnt mit einer List: Māui lässt alle Feuer der Welt löschen und geht dann zu Mahuika, um neues Feuer zu erbitten. Nagel um Nagel gibt die Göttin ihm ihr Feuer, und Nagel um Nagel löscht er es heimlich, bis sie den Betrug erkennt. Erzürnt schleudert sie den letzten Nagel zu Boden, ein Weltenbrand bricht aus, und Māui entkommt nur, weil die Wettergötter ihn retten.
Die letzten Funken bergen sich im Kaikōmako-Baum; deshalb erzeugen die Maori Feuer durch Reibung mit diesem und weiteren Hölzern. In der Genealogie der Überlieferung ist Mahuika die Gemahlin des Feuerbringers Auahitūroa, teils die jüngere Schwester der Todesgöttin Hine-nui-te-pō und Verwandte oder Ahnin des Kulturheros Māui.
Der Feuerraub gehört zu den bekanntesten Maori-Erzählungen. Mahuika erscheint auf einer neuseeländischen Münze von 2019, und eine Figur eines Videospiels wurde nach ihr benannt.
Religionswissenschaftlich ist Mahuika ein Musterbeispiel für die Feuergöttin als Geberin und zugleich gefährliche Macht. Wichtige Klarstellungen: Sie ist nicht durchgängig weiblich, in Tuamotu, den Marquesas und Teilen Neuseelands ist Mahu-ika männlich. Mahuea und Mafuike sind Namensvarianten desselben Wesens. Und Māui erlangt das Feuer durch List, nicht durch bloßen Diebstahl.
Ein Opferkult für Mahuika ist nicht belegt. Ihr Vermächtnis ist die Feuererzeugungs-Technik selbst, das Feuerreiben, hika ahi, das ethnografisch dokumentiert ist. Die Bewahrung des Feuers im Kaikōmako-Baum ist der praktische Kern der Überlieferung: Wer Feuer reibt, wiederholt den Schluss des Mythos und holt die geborgenen Funken der Göttin aus dem Holz zurück.
Mahuika hat direkte pan-polynesische Entsprechungen wie Mafuiʻe in Samoa, teils männlich gedacht. Typologisch steht sie der hawaiischen Vulkangöttin Pele im Feueraspekt nahe, das Motiv des Feuerraubs dem Prometheus-Stoff. Innerhalb der Maori-Überlieferung gehören ihr Gemahl Auahitūroa und der Erdbebengott Rūaumoko zum selben Kreis der Feuer- und Erdmächte.
Wo trägt Mahuika ihr Feuer?
In ihren Finger- und Zehennägeln, aus denen Māui es ihr entlockt.
Ist Mahuika immer weiblich?
Nein. In Tuamotu, den Marquesas und Teilen Neuseelands ist Mahu-ika männlich.
Warum reibt man Feuer aus dem Kaikōmako-Baum?
Weil die letzten Funken nach dem Weltenbrand in diesem Baum bewahrt wurden.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Mahuika ist bei den Maori Feuergöttin und warnende Macht zugleich: Das Feuer in den Fingernägeln macht sie zur Geberin des nützlichsten aller Güter, und derselbe Funke kann, geschleudert im Zorn, die Welt in Brand setzen.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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