Tatewari ist Gott der Huichol-Überlieferung.
Großvater Feuer, ältester Gott und erster Schamane.
Tatewari, Großvater Feuer, ist der älteste Gott und die zentrale Feuergottheit der Huichol, der Wixárika, in Mexiko. Nach der Überlieferung ist er der erste Schamane und der Mittler zwischen Menschen und Göttern.
Anders als viele Gottheiten hat Tatewari keinen Bilderkult: Er ist das lebendige Herd- und Zeremonialfeuer selbst. Sein Feuer steht im Mittelpunkt aller Zeremonien und der Wallfahrt nach Wirikuta, dem heiligen Land der Huichol. Die Religion der Wixárika ist bis heute lebendige Praxis.
Typ: Feuergottheit, ältester Gott und erster Schamane der Huichol
Herkunft: Sierra Madre Occidental, Huichol (Wixárika) in Mexiko
Texte: mündliche Überlieferung, ethnografisch dokumentiert seit Lumholtz
Zeitraum: überwiegend ethnografisch, 19. bis 21. Jahrhundert, lebendige Praxis
Erscheinung: das Herd- und Zeremonialfeuer als Großvater
Die Überlieferung ist überwiegend ethnografisch dokumentiert, vom 19. bis zum 21. Jahrhundert; sie beschreibt eine bis heute lebendige religiöse Praxis.
Die Sierra Madre Occidental in Mexiko, das Land der Huichol beziehungsweise Wixárika; dazu der Pilgerweg nach Wirikuta.
Gut ethnografisch belegt: Die wichtigste ältere Quelle ist Carl Lumholtz, ergänzt durch neuere Feldforschung wie die Barbara Myerhoffs.
Wixárika: Tatewarí bedeutet Unser Großvater, das Feuer. Der Verwandtschaftsname ist Programm: Das Feuer wird nicht als ferne Macht, sondern als ältester Angehöriger der Gemeinschaft angesprochen.
Erscheinung
Tatewari ist das lebendige Herd- und Zeremonialfeuer selbst. In der Kosmologie der Huichol wird er oft mit dem Hirsch und dem Peyote im heiligen Dreiklang der Wixárika-Religion verbunden.
Wirkung
Tatewari wärmt, heilt und weist den Weg. Als erster Schamane brachte er nach der Überlieferung die Heilkunst und vermittelt zwischen Menschen und Göttern. Sein Feuer ist bei jeder Zeremonie anwesend und muss gepflegt werden; gefährlich gilt er nur bei Missachtung.
Die wichtigsten Aspekte des Großvater Feuers auf einen Blick.
Älteste Gottheit im Pantheon der Huichol (Wixárika); Teil des heiligen Dreiklangs aus Feuer, Hirsch und Peyote in einer lebendigen Religion.
Die Gemeinschaft, die Schamanen und die Pilger: Bei nächtlichen Riten und auf der Wallfahrt nach Wirikuta ist sein Feuer der Mittelpunkt.
Keine Bildgestalt: Tatewari ist das Zeremonialfeuer selbst, das als Großvater angesprochen, genährt und in Gesängen angerufen wird.
Wärmen, Heilen und Wegweisen; als erster Schamane Ursprung der Heilkunst und Mittler zwischen Menschen und Göttern.
Das Zeremonialfeuer wird genährt und angesprochen, der mara’akame singt zu ihm; während der Riten darf das Feuer nicht erlöschen.
Wixárika Tatewarí bedeutet Unser Großvater, das Feuer. Tatewari ist die älteste Gottheit im Pantheon der Huichol und wird eng mit der Wallfahrt nach Wirikuta verbunden, dem heiligen Land, zu dem die Pilger unter Begleitung des Schamanen ziehen. Die Überlieferung ist mündlich; die wichtigste ältere Quelle ist Carl Lumholtz, der die Religion der Wixárika um 1900 dokumentierte.
Die ethnografische Literatur beschreibt Tatewari als ersten Schamanen, der die Heilkunst brachte, und als Mittler zwischen Menschen und Göttern. Da es sich um eine lebendige religiöse Praxis handelt, beschränkt sich diese Darstellung auf das, was die Feldforschung dokumentiert hat; die Deutungshoheit über ihre Rituale liegt bei den Wixárika selbst.
Tatewari ist durch die ethnografische Forschung zur Huichol-Religion und durch das internationale Interesse an der Peyote-Wallfahrt weithin dokumentiert. Die Religion der Wixárika ist lebendig.
Religionswissenschaftlich ist Tatewari ein Musterbeispiel für Feuer als erster Schamane und Kulturbringer: Das Feuer ist nicht nur Herd, sondern Ursprung von Heilkunst und Vermittlung. Der heilige Dreiklang aus Feuer, Hirsch und Peyote ist ein Kernstück der Wixárika-Kosmologie; er ist als religiöser Ritualkomplex einer bestehenden Gemeinschaft zu verstehen, nicht als frei verfügbares Motiv.
Quellenfest ist das Zeremonialfeuer: Bei den nächtlichen Riten und bei der Wallfahrt nach Wirikuta wird das Feuer als Tatewari genährt und angesprochen; der Schamane, der mara’akame, singt zu ihm. Vor der Pilgerreise und während der Zeremonien werden dem Feuer Gaben dargebracht, und die Teilnehmer reinigen sich in seinem Licht. Das Feuer darf während der Riten nicht erlöschen. All dies ist gelebte Praxis der Wixárika und wird hier nach der ethnografischen Dokumentation wiedergegeben.
Als Großvater Feuer entspricht Tatewari verwandten Feuergott-Konzepten anderer nordmexikanischer Völker; als heiliges Herd- und Zeremonialfeuer steht er der griechischen Hestia und dem vedischen Agni als Opfermittler nahe. Im mexikanischen Umfeld bietet sich der Vergleich mit Curicaueri an, dem Feuergott der Purépecha, dessen Tempelfeuer ebenfalls nicht erlöschen durften.
Was bedeutet Tatewari?
Unser Großvater, das Feuer; er ist die älteste Gottheit der Huichol.
Warum gilt Tatewari als erster Schamane?
Er brachte nach der Überlieferung die Heilkunst und vermittelt zwischen Menschen und Göttern.
Was hat er mit Peyote zu tun?
Sein Feuer steht im Mittelpunkt der Peyote-Wallfahrt nach Wirikuta, dem heiligen Land der Huichol; sie ist Teil der lebendigen Wixárika-Religion.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Großvater Feuer Huichol-Mexikos und als Feuergott der Wixarika ist Tatewari beides zugleich: das älteste Mitglied der Familie und die Flamme, an der ihre Zeremonien bis heute zusammenkommen.
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