Xiuhtecuhtli ist Gott der aztekischen Tradition.
Herr des Herdfeuers, der Zeit und des Neuen Feuers.
Xiuhtecuhtli, auch Huehueteotl, der alte Gott, ist die Feuergottheit der Azteken. Er ist Herr des Herdfeuers, der Zeit und des Zentrums der Welt, jenes Nabels, um den die vier Himmelsrichtungen kreisen.
Im Mittelpunkt seines Kultes stand das Neue Feuer, das alle 52 Jahre neu entzündet wurde, um den Fortbestand der Welt zu sichern. Als Huehueteotl gilt er als eine der ältesten Gottheiten Mesoamerikas: Entsprechende Feuergottheiten sind schon in Cuicuilco und Teotihuacan bezeugt.
Typ: Feuergott, Herr des Herdes, der Zeit und des Weltzentrums
Herkunft: Aztekisches Zentralmexiko, Vorläufer in Cuicuilco und Teotihuacan
Texte: Bildcodices und das Werk Bernardino de Sahagúns, besonders der Codex Florentinus
Zeitraum: aztekische Klassik bis frühe Kolonialquellen
Erscheinung: alter Gott mit Feuerbecken und Türkisdiadem auf dem Kopf
Die Belege reichen von der aztekischen Klassik bis in die frühen Kolonialquellen; herausragend ist der Codex Florentinus des 16. Jahrhunderts.
Zentralmexiko und das Aztekenreich; als Herdgott war Xiuhtecuhtli in jedem Haushalt präsent, als Reichsgott bei Herrschern und Festen.
Gut: reiche Bildcodices und das Werk Bernardino de Sahagúns bilden eine breite Grundlage für Kult und Ikonografie.
Nahuatl: xiuhtli bedeutet Türkis, Jahr und Feuer, tecuhtli Herr; Xiuhtecuhtli ist der Türkis- und Feuerherr. Schon der Name verschränkt damit den kostbaren Stein, den Kalender und die Flamme zu einer einzigen Vorstellung.
Erscheinung
Dargestellt wird Xiuhtecuhtli oft als gebeugter alter Mann mit einem Feuerbecken oder Räucherbecken auf dem Kopf. Sein Kopfschmuck trägt das Türkisdiadem xiuhuitzolli; zu seinen Attributen gehören die Feuerschlange Xiuhcoatl und die Farben Türkis und Rot.
Wirkung
Als Herr von Herd und Feuer ist er im Zentrum jedes Haushalts präsent; als Herr der Zeit steht er der Kalenderordnung vor. Er sitzt im Zentrum der Welt, dem Nabel, um den die vier Himmelsrichtungen kreisen.
Die wichtigsten Aspekte des alten Feuergottes auf einen Blick.
Als Huehueteotl, alter Gott, eine der ältesten Gottheiten Mesoamerikas; Feuergottheiten dieses Typs sind schon in Cuicuilco und Teotihuacan bezeugt.
Haushalt und Herd, die Herrscher und die gesamte Gesellschaft: vom täglichen Herdfeuer bis zur Erneuerung der Welt alle 52 Jahre.
Gebeugter alter Mann mit Feuer- oder Räucherbecken auf dem Kopf, dem Türkisdiadem xiuhuitzolli und der Feuerschlange Xiuhcoatl.
Herdfeuer, Kalenderordnung und Weltzentrum: Das Feuer ist Mittelpunkt von Haus und Welt, seine Erneuerung sichert die Schöpfung.
Die Zeremonie des Neuen Feuers, Toxiuhmolpilia, am Ende jedes 52-Jahre-Zyklus, dazu das Fest Izcalli mit Herdopfern für den Gott.
Nahuatl xiuhtli bedeutet Türkis, Jahr und Feuer, tecuhtli Herr; Xiuhtecuhtli ist der Türkis- und Feuerherr. Als Huehueteotl, alter Gott, gilt er als eine der ältesten Gottheiten Mesoamerikas: Entsprechende Feuergottheiten sind schon in Cuicuilco und Teotihuacan bezeugt, lange vor dem Aufstieg der Azteken.
Die Hauptquellen sind die Bildcodices und das Werk Bernardino de Sahagúns. Sie zeigen einen Gott, der zwei Ebenen verbindet: das tägliche Herdfeuer im Haus und die kosmische Ordnung der Zeit. Von seinem Sitz im Zentrum der Welt aus, dem Nabel zwischen den vier Himmelsrichtungen, hält der alte Gott beides zusammen. Am heimischen Herd hatte er in Chantico eine weibliche Entsprechung, deren Zuständigkeit jedoch beim Haus, den Vulkanen und den Goldschmieden lag, nicht bei Kalender und Weltzentrum.
Xiuhtecuhtli und das Neue Feuer sind in der Mesoamerikanistik intensiv erforscht und ein Standardbeispiel für zyklische Zeit- und Feuervorstellungen. In der Populärkultur ist er weniger bekannt als Quetzalcoatl oder Huitzilopochtli.
Religionswissenschaftlich verbindet Xiuhtecuhtli Herdkult mit kosmischer Zeitordnung: Das Feuer ist Mittelpunkt von Haus und Welt, seine periodische Erneuerung sichert die Kontinuität der Schöpfung. Die Zeremonie des Neuen Feuers ist ein Musterbeispiel für rituelle Weltverjüngung.
Quellenfest ist die Zeremonie des Neuen Feuers, Toxiuhmolpilia, das Binden der Jahre. Am Ende eines 52-Jahre-Zyklus wurden alle Feuer gelöscht; auf dem Berg Huixachtlan wurde ein neues Feuer in der Brust eines Opfers entzündet und von dort in alle Tempel und Haushalte getragen, damit die Welt fortbestehe. Zu den regelmäßigen Festen gehörte Izcalli mit Herdopfern für Xiuhtecuhtli; so blieb der Gott auch zwischen den großen Zyklen im Alltag jedes Hauses gegenwärtig.
Als Herdgottheit entspricht Xiuhtecuhtli der griechischen Hestia und der römischen Vesta, als Herr des heiligen Feuers dem persischen Atar; die Feuerschlange Xiuhcoatl ist ein eigenständiges mesoamerikanisches Motiv. Innerhalb der aztekischen Religion steht ihm Chantico als weibliche Herrin des Herdfeuers zur Seite, während er selbst zusätzlich Zeit und Weltzentrum beherrscht.
Wer ist Huehueteotl?
Der alte Gott, ein sehr altes Feuergott-Konzept, das mit Xiuhtecuhtli verschmolz oder als dessen greise Gestalt gilt.
Was war das Neue Feuer?
Am Ende jedes 52-Jahre-Zyklus wurden alle Feuer gelöscht und ein neues Feuer entzündet, um den Fortbestand der Welt zu sichern.
Was bedeutet der Name Xiuhtecuhtli?
Etwa Türkis- und Feuerherr; xiuhtli steht zugleich für Türkis, Jahr und Feuer.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als aztekischer Feuergott und Herr des Jahres und des Herdfeuers hält Xiuhtecuhtli Haus und Kosmos zusammen: Dieselbe Flamme, die den Alltag wärmt, erneuert alle 52 Jahre die Welt.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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