Machen Pomra ist Gott der tibetischen Tradition.
Der Krieger-Berggott und Ahnherr der Golok in Amdo.
Machen Pomra, auch Amnye Machen oder Großvater Pomra, ist die kriegerische Berggottheit der etwa 6282 Meter hohen heiligen Bergkette in Amdo, im Nordosten Tibets. Er ist ein zentraler Landes- und Ahnengott mit Kriegsfunktion und einer der wichtigsten Wallfahrts- und Kora-Berge des Hochlands.
Als Ahnen- und Stammesschutzgott der Golok ist er zugleich Wohltäter und Gefahr: wohlwollend gegenüber den Seinen, kriegerisch, hochmütig und für Feinde gefährlich. Im Gesar-Epos tritt er als Zeuger des Königs Gesar auf.
Typ: Kriegs- und Schutzgott, Ahnen- und Stammesgott
Herkunft: Prä-buddhistische Bön-Tradition Amdos
Texte: Bön- und buddhistische Ritualtexte, Gesar-Epos, Fachliteratur zu Wallfahrt und Kult
Zeitraum: prä-buddhistisch bis in die Gegenwart
Erscheinung: weißer Krieger mit Speer, auf Schneelöwe oder Pferd
Die Überlieferung reicht von der prä-buddhistischen Bön-Tradition über buddhistische Ritualtexte bis in das Gesar-Epos und in die lebendige Wallfahrtspraxis.
Amdo im Nordosten Tibets, die heutige Provinz Qinghai: das Land der Golok, deren Ahnen- und Schutzgott Machen Pomra ist.
Gut dokumentiert: Fachliteratur zu Wallfahrt und Kult, allen voran die Studien von Buffetrille, Karmay und Huber.
Tibetisch: Der Name verbindet Amnye, Großvater oder Ahn, einen Ehrentitel, mit Machen und Pomra. Das Element rMa verweist auf den rMa-Fluss, den tibetischen Namen des oberen Gelben Flusses; rgyal bedeutet König. Amnye ist ein Titel, kein Eigenname des Gottes.
Erscheinung
Die Ikonografie schwankt: Ein Bön-Thangka zeigt Machen Pomra als Krieger in Helm und Rüstung mit Speer und goldener Schatzvase, der einen weißen Schneelöwen mit grüner Mähne reitet; buddhistische Ritualtexte geben ihm ein weißes Kampfgewand, Speer und Juwelenschale und ein Zauberpferd. Die dominante Farbe ist Weiß; seine Gemahlin ist die Göttin rMa-chen.
Wirkung
Machen Pomra ist Kriegs- und Feindbezwingergott sowie Ahnen- und Stammesschutzgott der Golok. Er macht das Vieh fruchtbar, sein Schneewasser heilt Krankheiten, und er ist eine Wetter- und Naturmacht seines Landes.
Die wichtigsten Aspekte des Krieger-Berggottes auf einen Blick.
Prä-buddhistischer yul lha und gzhi bdag der Bön-Tradition, buddhistisch durch den Padmasambhava-Mythos vereinnahmt, aber einer der widerspenstigsten Geister.
Die Golok und die Menschen Amdos: Krieg und Feindabwehr, Fruchtbarkeit des Viehs, heilendes Schneewasser, Wetter und Land.
Weißer Krieger in Helm und Rüstung mit Speer, dazu Schatzvase oder Juwelenschale; als Reittier ein weißer Schneelöwe mit grüner Mähne oder ein Zauberpferd.
Kriegs- und Feindbezwingergott, Ahnen- und Stammesgott; im Gesar-Epos der Zeuger des Königs Gesar, dabei in Gestalt eines gelben Mannes.
Sang-Rauchopfer mit Wacholder, die Kora-Umrundung von rund einer Woche, besonders verdienstvoll im Pferdejahr, dazu Latse-Steinkegel und Gebetsfahnen.
Bruder von Nyenchen Tanglha und Yarlha Shampo, ein Typus des berittenen Krieger-Berggottes, des dgra lha; daneben der Golok-Ahnherr Nyenpo Yutse.
Machen Pomra ist ein prä-buddhistischer, tief in der Bön-Tradition verankerter yul lha und gzhi bdag mit Kriegsgott-Funktion. Der Ehrentitel Amnye, Großvater oder Ahn, zeigt seine Rolle als Stammes- und Ahnengott; das Element rMa verweist auf den rMa-Fluss, den tibetischen Namen des oberen Gelben Flusses, rgyal bedeutet König.
Wie viele große Berggötter Tibets wurde er durch den Padmasambhava-Unterwerfungsmythos buddhistisch vereinnahmt, gilt aber als einer der widerspenstigsten Geister. Im Gesar-Epos zeugt er den König Gesar und erscheint dabei als gelber Mann; damit reicht seine Rolle vom lokalen Landesgott bis in die große Epik des Hochlands.
In den 1920er bis 1940er Jahren wurde der Berg maßlos überschätzt und kurz als möglicher höchster Berg der Welt gehandelt, reine Explorer-Folklore. Die Erstbesteigung des Hauptgipfels erfolgte 1981.
Religionswissenschaftlich ist Machen Pomra ein Musterbeispiel für den kriegerischen Ahnen- und Schutz-Berggott Tibets. Wichtige Klarstellungen: Er ist mit 6282 Metern nicht höher als der Everest; 1960 war nicht die Erstbesteigung des Hauptgipfels, sondern nur eines Nebengipfels; sein Ursprung ist Bön und prä-buddhistisch, nicht rein buddhistisch; Amnye ist ein Titel, kein Eigenname; und das Reittier variiert zwischen Schneelöwe und Pferd.
Quellenfest sind Sang-Rauchopfer mit Wacholder als zentrale Gabe an den Berggott, die Kora-Umrundung der Bergkette von klassisch rund einer Woche zu Fuß, besonders verdienstvoll im Pferdejahr, sowie Latse-Steinkegel und Gebetsfahnen auf den Pässen. Vor 1959 umrundeten bis zu zehntausend Golok jährlich den Berg; die Wallfahrt gehört zu den großen Pilgerbewegungen des tibetischen Ostens.
Machen Pomra ist der Bruder von Nyenchen Tanglha und Yarlha Shampo und verkörpert den Typus des berittenen Krieger-Berggottes, des dgra lha. In seinem Herkunftsraum steht er neben dem Golok-Ahnherrn Nyenpo Yutse; im weiteren Himalaya-Raum sind Khumbila als Landesgott des Khumbu und Miyolangsangma als Göttin des Everest verwandte Berggottheiten.
Was bedeutet Amnye Machen?
Amnye ist ein Ehrentitel, Großvater oder Ahn; der Gottname ist Machen oder Pomra, verbunden mit dem rMa-Fluss, dem tibetischen Namen des oberen Gelben Flusses.
Welche Rolle spielt er im Gesar-Epos?
Er zeugt König Gesar und erscheint dabei als gelber Mann.
Ist der Berg höher als der Everest?
Nein. Er misst etwa 6282 Meter; die kurzzeitige Einstufung als möglicher höchster Berg der Welt war Explorer-Folklore der 1920er bis 1940er Jahre.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als tibetischer Krieger-Berggott von Amdo vereint der Amnye Machen Ahnenkult, Wallfahrt und Kriegsmacht: Machen Pomra bleibt der Großvater seiner Golok und zugleich einer der widerspenstigsten unter den gebundenen Göttern des Hochlands.
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