Vellamo ist Göttin der finnischen (Kalevala-) Tradition.
Kämmt ihr Haar auf dem Felsen und schenkt Fischern reichen Fang. Als Herrin des Fischfangs sichert Vellamo den Fischern der Kalevala-Tradition ihren Lebensunterhalt.
Vellamo ist die finnische Herrin des Wassers, der Seen und Meere, und die Gemahlin des Ahti. Gemeinsam herrscht das Paar über die Unterwasserburg Ahtola am Meeresgrund.
Als Fangbringerin sandte sie den Fischern ihr Vieh, die Fische, in die Netze; wer sie beim Fischen erblickte, dem war reicher Fang gewiss. Schon 1551 nennt der Reformator Mikael Agricola die Mutter des Wassers, lange bevor sich der Name Vellamo selbst durchsetzte.
Typ: Göttin, Herrin des Wassers
Herkunft: Runenlieder, erstmals 1551 als Mutter des Wassers bei Agricola bezeugt, literarisch im Kalevala 1835 und 1849
Texte: zahlreiche Fangzauber der Fischer, im Kalevala nur wenige Erwähnungen
Zeitraum: Runenlieder bis heute
Erscheinung: Herrin des Wassers im Hemd aus Schilf, auf einem Felsen ihr Haar kämmend
Von den Runenliedern bis zum Kalevala: Schon 1551 nennt Mikael Agricola die Mutter des Wassers, während sich der Name Vellamo erst später durchsetzte; 1835 und in der erweiterten Fassung 1849 nahm Elias Lönnrot die Gestalt ins Kalevala auf.
Finnland und Karelien. Ihr Sitz ist die Unterwasserburg Ahtola am Meeresgrund, die sie gemeinsam mit Ahti bewohnt.
Zahlreiche Fangzauber der Fischer belegen ihren Kult breit, während das Kalevala selbst sie nur wenige Male erwähnt.
Finnisch: Vellamo verkörpert die weibliche Wasserherrschaft, die Herrin oder Mutter des Wassers. Schon 1551 nennt Agricola die Mutter des Wassers, während sich der Name Vellamo selbst erst später durchsetzte; die Etymologie führt wahrscheinlich auf ein Verb für das Wogen und Wallen des Wassers zurück.
Erscheinung
Vellamo wird als schöne Wasserherrin im Schilf- oder Seeschaum-Gewand dargestellt, die auf einem Felsen sitzend ihr Haar kämmt. Ihr Symboltier ist die Kuh: Sie besitzt Uferkühe, die zugleich sinnbildlich für die Fische, den Reichtum des Wassers, stehen, den sie den Menschen schenken kann.
Wirkung
Vellamo ist Fangbringerin und Wohltäterin. Sie sendet Fische in die Netze, schenkt Armen Vieh und garantiert bei ihrer Sichtung einen reichen Fang. In den Runenliedern steigt sie an Land und lauscht dem Kantelespiel des Väinämöinen; gegenüber Menschen ist sie durchweg wohlwollend.
Die wichtigsten Aspekte der Wasserherrin auf einen Blick.
Herrin des Wassers der finnischen Runenlieder und des Kalevala, seit 1551 bei Agricola als Mutter des Wassers bezeugt.
Seen, Meere und den Fischreichtum: Sie sendet Fische in die Netze und schenkt Armen Vieh.
Schöne Wasserherrin im Schilfgewand, auf einem Felsen ihr Haar kämmend, begleitet von ihren symbolischen Uferkühen.
Fangglück und Wohlstand: Wer sie beim Fischen erblickt, dem ist reicher Fang gewiss.
Fangzauber und Anrufung durch Fischer sowie das Umschreiten einer Uferkuh mit Eisen, um sie zu gewinnen.
Vellamo verkörpert die weibliche Wasserherrschaft, die Herrin oder Mutter des Wassers. Schon 1551 nennt der Reformator Mikael Agricola die Mutter des Wassers, während sich der Name Vellamo selbst erst später durchsetzte; die Etymologie führt wahrscheinlich auf ein Verb für das Wogen und Wallen des Wassers zurück.
Vellamo ist die Gemahlin des Ahti; das Paar herrscht gemeinsam über die Unterwasserburg Ahtola, und in den Fangzaubern werden beide gebeten, ihr Vieh, die Fische, in die Netze zu treiben. Die Überlieferung ist an einem Punkt uneinheitlich, denn in manchen Runenliedern erscheint eine wässrige Jungfrau zugleich als einziges Kind Ahtis, weshalb einzelne Deutungen sie eher als Tochter denn als Gemahlin sehen. Diese Fisch-Jungfrau-Erzählung nutzte Elias Lönnrot als eine Quelle für die Kalevala-Figur Aino.
Vellamo ist Namensgeberin des Meereszentrums Vellamo in Kotka. Als weiblicher Vorname und in Kulturprojekten ist sie präsent und gehört als Herrin des Wassers zur festen Kalevala-Rezeption.
Religionswissenschaftlich ist Vellamo die weibliche Herrin des Wasserbereichs im finnischen Haltija-System, das Gegenstück zu Ahti als Herrengeist. Ihr Typus, die Mutter des Wassers, belegt die gemeinsame finno-ugrische Vorstellung einer weiblichen Beherrscherin des Wasserelements, parallel zur estnischen Vete-ema und zur mordwinischen Ved-ava.
Der überlieferte Umgang mit Vellamo ist der Fangzauber und die Anrufung. Fischer riefen sie mit den überlieferten Formeln an, und der Ritus des Umschreitens einer Uferkuh mit einem Eisengegenstand galt als Mittel, ihr Vieh zu gewinnen. Ihre Sichtung beim Zugnetzfischen war ein gutes Vorzeichen. Der Schutz lag im rechten, ehrfürchtigen Verhältnis zur Herrin des Wassers; ergänzend dienten ein getragenes Amulett für die Fahrt auf dem Wasser und Salz als altes Reinigungsmittel.
Vellamo bildet mit Ahti das finnische Wasserherrscherpaar. Ihre finno-ugrischen Entsprechungen sind die estnische Vete-ema und die mordwinische Ved-ava, beide Wasser-Mütter. Nach einem karelischen Runenlied ist der Wassergeist Näkki, verwandt mit dem skandinavischen Näcken, ihr Kind, doch anders als diese lauernde Warngestalt bleibt Vellamo selbst durchweg wohlwollend. Ebenso deutlich grenzt sie sich vom bösartigen Vesihiisi und vom chaotischen Iku-Turso ab, die beide als feindliche Gegenmächte zum Herrscherpaar gelten. Unter den weiblichen Wassergestalten Europas steht sie zudem neben der slawischen Rusalka und dem germanischen Nix.
Ist Vellamo Ahtis Frau oder Tochter?
Überwiegend gilt sie als Gemahlin des Ahti. Einzelne Runenlieder legen über die Fisch-Jungfrau auch eine Tochter-Deutung nahe; die Überlieferung ist an diesem Punkt uneinheitlich.
Warum sind Kühe Vellamo zugeordnet?
Ihre Uferkühe sind ein Bild für den Fischreichtum, den sie den Menschen schenken kann. Wer eine solche Kuh mit Eisen umschritt, konnte sie der Sage nach gewinnen.
Erscheint Vellamo im Kalevala prominent?
Nein, sie wird nur wenige Male genannt und trägt keine tragende Handlung. In den Fangzaubern der Fischer ist sie jedoch zentral.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Vellamo Göttin des Wassers: So lässt sich ihr Wesen knapp fassen, die Herrin von Seen und Meeren, die den Fischern Fische in die Netze sendet und Armen Vieh schenkt. Als finnische Wassergöttin steht sie, anders als ihr gefährlicher Sohn Näkki, durchweg für Wohlwollen und reichen Fang.
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