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Pangkarlangu, der Riese mit dem Haargürtel

Der Pangkarlangu ist Geist der Aboriginal-Überlieferung Australiens.

Der Oger, der verlorene Kinder der Wüste holt. Der Pangkarlangu gilt der Überlieferung nach als Riese der Zentralwüste, der verlorene Kinder holt.

GeistAustralien

Inhaltsverzeichnis

Pangkarlangu, der Oger der Zentralwüste
Pangkarlangu

Pangkarlangu ist ein riesiger, kinderfressender Oger der Warlpiri in der australischen Zentralwüste. Er gehört zur Klasse, die die Warlpiri Menschenfresser nennen, und dient als Kinderschreck, der Kinder lehrt, nicht allein in die Wüste zu wandern.

Hinter der Schreckgestalt steht eine reale Gefahr: Ein verlorenes Kind kann im Wüstensommer binnen Stunden verdursten. Die Erzählungen vom Pangkarlangu übersetzen diese Gefahr in eine Gestalt, die Kinder verstehen.

Auf einen Blick: Pangkarlangu

Typ: Kinderfressender Oger-Riese aus der Klasse der Menschenfresser
Herkunft: Warlpiri-Überlieferung
Texte: ethnografische Dokumentation, vor allem Musharbash und Nicholls
Zeitraum: lebendige Überlieferung, bis heute weitergegeben
Erscheinung: riesig, behaart, scharfkrallig, halslos wirkend

Historischer Hintergrund

Zeitraum der Texte

Die Überlieferung der Warlpiri wird bis heute weitergegeben; wissenschaftlich dokumentiert ist sie vor allem durch Yasmine Musharbash und Christine Nicholls.

Verbreitungsraum

Die australische Zentralwüste, besonders die Tanami-Region im Northern Territory; wahrscheinlich teilen benachbarte Gruppen Varianten.

Quellenlage

Gut dokumentiert: Musharbash hat direkt über den Pangkarlangu publiziert, dazu kommen Nicholls und das Traumzeit-Kinderbuch von Molly Tasman Napurrurla.

Name und Varianten

Warlpiri: Pangkarlangu, auch Pankalangu, ein Wort der Zentral- und Western-Desert-Sprache. Es ist der Eigenname des Ogers, der zu der Klasse gehört, die die Warlpiri Menschenfresser nennen.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Der Pangkarlangu ist ein riesiger, behaarter, scharfkralliger, halslos wirkender Menschenfresser-Riese; Warlpiri-Beschreibungen ähneln populären Neandertaler-Darstellungen. Er trägt einen geflochtenen Haarschnur-Gürtel um die Mitte, der in den Geschichten eine Rolle spielt; in figürlicher Kunst wird er oft mit übergroßen Genitalien dargestellt, was Bösartigkeit signalisiert.

Wirkung

In den Erzählungen erbeutet er Babys und Kleinkinder, die vom Lager fortlaufen, reiht sie an seinen Haargürtel und röstet sie. Die soziale Funktion ist Verhaltenssteuerung: Kinder zu lehren, nicht allein in die Wüste zu wandern, wo ein verlorenes Kind im Sommer binnen Stunden verdursten kann.

Steckbrief: Pangkarlangu

Die wichtigsten Aspekte des Oger-Riesen auf einen Blick.

Kulturkontext

Warlpiri-Überlieferung der Tanami-Region; der Pangkarlangu ist der namentlich bekannteste Vertreter der Menschenfresser-Klasse.

Bezogen auf

Besonders Kinder: Die Erzählungen richten sich an Babys und Kleinkinder, die vom Lager fortlaufen könnten.

Darstellung

Riesig, behaart, scharfkrallig und halslos wirkend, mit geflochtenem Haarschnur-Gürtel; in der Kunst oft mit übergroßen Genitalien als Zeichen der Bösartigkeit.

Funktion

Verhaltenssteuerung: Der Oger lehrt Kinder, nicht allein in die Wüste zu wandern, und kodiert damit die reale Gefahr des Verdurstens.

Umgang

Vermittlung durch Geschichten, Lieder, Schulbücher und dramatische Aufführung; die Beziehung ist pädagogisch-warnend.

Verwandtes

Ngayurnangalku und Mamu als Menschenfresser-Figuren; weltweit die Oger- und Kinderschreck-Traditionen.

Ein Oger mit Auftrag: Herkunft und Weitergabe

Pangkarlangu, auch Pankalangu, ist ein Warlpiri-Wort der Zentral- und Western-Desert-Sprache. Der Name ist der Eigenname des Ogers, der zu der Klasse gehört, die die Warlpiri Menschenfresser nennen. Getragen wird der Glaube vor allem von den Warlpiri der Tanami-Region im Northern Territory; wahrscheinlich teilen benachbarte Gruppen Varianten der Gestalt.

Bemerkenswert ist die Art der Weitergabe: Der Pangkarlangu lebt nicht nur in Erzählungen und Liedern, sondern auch in Schulbüchern und in dramatischer Aufführung. Die Lajamanu-Erzählerin Molly Tasman Napurrurla spielt den Oger Schulkindern vor; ihr illustriertes Traumzeit-Kinderbuch The Pangkarlangu and the Lost Child hat die Gestalt über die Region hinaus bekannt gemacht.

Malerei, Kinderbuch und Einordnung

Der Pangkarlangu ist ein anerkanntes Motiv der Papunya-zeitlichen und späteren Wüstenmalerei, etwa bei Charlie Tjararu Tjungurrayi, und Titelwesen des illustrierten Traumzeit-Kinderbuchs The Pangkarlangu and the Lost Child von Molly Tasman Napurrurla.

Religionswissenschaftlich ist der Pangkarlangu ein kinderfressender Oger mit sozialer Funktion. Wichtige Klarstellungen: Die Anthropologin Yasmine Musharbash hat direkt über ihn publiziert. Ein Großteil der bildhaften Detailschilderung geht auf Nicholls zurück und ist entsprechend zu attribuieren. Und er kodiert eine reale, tödliche Umweltgefahr.

Warnung durch Erzählung

Der Schutz vor dem Pangkarlangu wird nicht durch Rituale vermittelt, sondern durch Geschichten, Lieder, Schulbücher und dramatische Aufführung; die Lajamanu-Erzählerin Molly Tasman Napurrurla spielt den Oger Schulkindern vor. Die Beziehung ist pädagogisch-warnend: Wer die Geschichten kennt, bleibt beim Lager, und genau das ist ihr Zweck.

Kinderschreck-Gestalten im Vergleich

Der Pangkarlangu ist direkt parallel zu den Ngayurnangalku der Martu und der Geistmacht Mamu der Anangu als Menschenfresser- und Kinderfresser-Figur der Western Desert. Kulturübergreifend steht er den Oger- und Kinderschreck-Traditionen nahe, die weltweit dieselbe Aufgabe erfüllen: Kinder von realen Gefahren fernzuhalten.

Häufige Fragen zum Pangkarlangu

Was ist ein Pangkarlangu?

Ein riesiger, kinderfressender Oger der Warlpiri in der australischen Zentralwüste, aus der Klasse der Menschenfresser.

Welche Funktion hat der Glaube an ihn?

Er lehrt Kinder, nicht allein in die Wüste zu wandern, wo ein verlorenes Kind im Sommer binnen Stunden verdursten kann.

Wie wird er weitergegeben?

Durch Geschichten, Lieder, Schulbücher und dramatische Aufführung, etwa durch die Erzählerin Molly Tasman Napurrurla.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Musharbash, Yasmine: Pangkarlangu, Wonder, Extinction. In: Monster Anthropology. London 2020.
  • Napurrurla, Molly Tasman: The Pangkarlangu and the Lost Child. A Dreaming Narrative. Adelaide 2002.
  • Nicholls, Christine Judith: Dreamings and place. In: The Conversation, 2014.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Warlpiri-Oger ist der Pangkarlangu mehr als ein Schauermotiv: Der Kinderfresser mit dem Haargürtel hält eine Lehre lebendig, an der in der Zentralwüste Leben hängen kann.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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