Wesen aus der Christentum-Tradition auf iWell Guard. Christliche Tradition seit dem 1. Jahrhundert, mit dämonologischer Schicht aus Apokryphen, mittelalterlicher Theologie und früher Neuzeit.
Das Christentum ist monotheistisch im trinitarischen Sinne, ein Gott in drei Personen, und kennt im offiziellen Bekenntnis keine weiteren göttlichen Wesen. Dennoch gibt es eine außerordentlich differenzierte Engel– und Dämonenlehre, die aus jüdischen Wurzeln stammt und in zwei Jahrtausenden ausgebaut wurde.
Die Engelhierarchie wurde besonders durch Pseudo-Dionysius im 5. Jahrhundert systematisiert: Seraphim, Cherubim, Throne, Herrschaften, Mächte, Gewalten, Fürstentümer, Erzengel und Engel, neun Chöre in drei Triaden.
Michael, Gabriel und Raphael sind die biblisch namentlich genannten Erzengel, Uriel stammt aus apokrypher Tradition. Die katholische und ostkirchliche Tradition kennt zudem Schutzengel und Heilige als Vermittler.
Die Dämonologie hat eine lange Geschichte: vom neutestamentlichen Satan und der „Legion“ über die mittelalterliche Klassifikation gefallener Engel bis zur frühneuzeitlichen Goetia mit benannten Hierarchien (Bael, Belial, Asmodäus).
Das Volkschristentum (Hexenglaube, Marienverehrung, Heilige als Schutzpatrone) bildete eine breitere Wesenswelt aus, offiziell nicht immer akzeptiert, in der religiösen Praxis aber überall präsent.
Zeitraum: Seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. dämonologische Schicht v. a. 3.-17. Jh.
Verbreitung: Römisches Reich, Mittelalter-Europa, Kolonialzeit weltweit.
Quellen: Bibel (Apokalypse, Jesaja 14), Apokryphen (Henoch), Pseudo-Areopagita, Goetia, Lemegeton, Eliphas Levi.
Pantheon und Wesensklassen: Engel-Hierarchien (Cherubim, Seraphim, Erzengel), gefallene Engel (Luzifer, Satan), Goetia-Dämonen.
Das Christentum entstand im 1. Jahrhundert als Reformbewegung innerhalb des Judentums und wurde später zur Weltreligion mit drei Konfessionen (katholisch, orthodox, protestantisch). Zentral ist die Theologie eines monotheistischen Gottes, dem sich eine Hierarchie von Engeln unterordnet.
Die Pseudo-Areopagitica des 5. und 6. Jahrhunderts kodifizierten das Modell der neun Engelchöre. Anders als die jüdische und islamische Tradition entwickelte das Christentum eine ausgeprägte Dämonologie: Der Fall Satans und seiner Engel gilt als zentrale kosmische Katastrophe.
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Theologen bauten diese Lehre aus; Thomas von Aquin integrierte sie im 13. Jahrhundert in die scholastische Theologie, wo sie bis weit ins 20. Jahrhundert maßgeblich blieb. Die vier oder sieben Erzengel (Michael, Gabriel, Raphael, Uriel) gehen auf das Buch Henoch und die liturgische Tradition zurück.
Die christliche Dämonologie wuchs aus jüdisch-hellenistischen Wurzeln und der mesopotamisch-griechischen Volksreligion. Augustinus von Hippo systematisierte das Dämonenkonzept als Lehre von den gefallenen Engeln, Thomas von Aquin füllte es scholastisch aus.
Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit verband sich dies mit der Hexenverfolgung; der Hexenhammer (Malleus Maleficarum, 1486) ist das berüchtigte Hauptdokument.
Die Heiligenverehrung füllte im Christentum die Lücke, die das polytheistische Pantheon hinterlassen hatte. Lokale Heilige übernahmen Funktionen ehemaliger Götter: Brigid, christianisiert zur heiligen Brigid von Kildare, behielt Aspekte der gleichnamigen keltischen Göttin, und Maria absorbierte zahlreiche Aspekte mediterraner Muttergottheiten.
Der Heiligenkalender mit seinen Patronaten funktioniert religionsphänomenologisch wie ein Pantheon.
Die christliche Religionsforschung ist die methodisch am weitesten ausgearbeitete Religionswissenschaft. Standardwerke zur Engelmagie sind David Keck (Angels and Angelology in the Middle Ages, 1998).
Zur Dämonologie liegt Jeffrey Burton Russells vierbändige Geschichte vor (The Devil, Satan, Lucifer, Mephistopheles, 1977–1986), zur Heiligenverehrung Peter Brown (The Cult of the Saints, 1981).
Christliche Schutzpraxis kennt Christophorus-Medaillen für Reisende, Skapuliere für Ordensgemeinschaften und gesegnete Kreuzanhänger im Alltag.
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Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.
Der Begriff Mythologie wird im Christentum traditionell zurückhaltend verwendet, da die biblischen Erzählungen theologisch als Heilsgeschichte und nicht als Mythos verstanden werden.
Religionswissenschaftlich umfasst die christliche Mythologie dennoch Schöpfungs-, Sündenfall- und Endzeiterzählungen sowie ein ausgebautes System aus Engeln, Heiligen, Dämonen und apokryphen Gestalten, das sich aus jüdischen, hellenistischen und spätantiken Quellen speist.
Das Lexikon der Schutzsymbole behandelt mehrere Zeichen und Objekte aus dem Christentum auf eigenen Seiten: Christliche Schutzmedaillen und Kreuz als Schutzzeichen. Einen kulturübergreifenden Überblick bietet die Seite zu den Schutzsymbolen.