Kan-Laon ist Gott der philippinischen Visaya-Tradition.
Der höchste Schöpfergott mit Sitz im Vulkan Kanlaon auf Negros.
Kan-Laon ist der höchste Schöpfergott der Visaya, dessen Sitz der Vulkan Kanlaon auf Negros ist. Der belegte Kern des Namens ist Laon, die uralte Gottheit; die personale Gestalt Kan-Laon ist eine moderne Rückbildung aus dem Vulkannamen.
Der Feuerbezug ist über den Vulkansitz assoziativ: Ein belegter Feuergott-Titel besteht nicht. Verbunden ist die Gottheit mit Schöpfung, Landwirtschaft und Gerechtigkeit, und sie wohnt in den oberen Himmeln, mit Zugang über den Krater.
Typ: Höchster Schöpfergott mit Vulkansitz
Herkunft: Visaya, besonders Negros, Philippinen
Texte: frühkolonial bei Chirino 1604, dazu Alcina im 17. Jahrhundert
Zeitraum: Kern früh belegt, Ausgestaltung modern
Erscheinung: kaum beschrieben, in den oberen Himmeln wohnend
Frühkolonial belegt: Pedro Chirino nennt Laon 1604 als Schöpfergottheit, Alcina kennt im 17. Jahrhundert Laon oder Malaon; die personale Ausgestaltung als Kan-Laon ist modern.
Die Visaya, besonders die Insel Negros: Dort erhebt sich der Vulkan Kanlaon, das sichtbare Zeichen der Gottheit und Namensgeber der Stadt Canlaon.
Der Kern ist früh belegt, Chirino 1604 und Alcina; die Deutung als Herr der Zeit und die personale Gestalt sind moderne, quellenferne Ausgestaltungen.
Visaya: Der Name verbindet kan, Ort oder Besitz von, mit laon, uralt oder alt, also etwa Sitz des Uralten. Der Gottesname im Kern ist Laon; Kan-Laon als personaler Gott ist eine moderne Rückbildung aus dem Vulkannamen.
Erscheinung
Kan-Laon ist kaum beschrieben; er wohnt in den oberen Himmeln, mit Zugang über den Krater. Moderne Volks- und Popkultur-Darstellungen als alter Mann sind spätere Ausschmückung. Der Vulkan Kanlaon ist sein sichtbares Zeichen.
Wirkung
Kan-Laon beziehungsweise Laon ist der höchste Schöpfergott, verbunden mit Schöpfung, Landwirtschaft und Gerechtigkeit. Der Vulkanismus ist als Wohnort assoziativ; ein belegter Feuergott-Titel besteht nicht.
Die wichtigsten Aspekte des Schöpfergottes auf einen Blick.
Höchster Schöpfergott der Visaya, frühkolonial als Laon bezeugt; steht dem Bathala der Tagalog und dem Gugurang der Bicol nahe.
Schöpfung, Landwirtschaft und Gerechtigkeit; das Visaya-Volk wandte sich besonders zur Erntezeit an die Gottheit.
Kaum beschrieben, wohnhaft in den oberen Himmeln mit Zugang über den Krater; der alte Mann der Popkultur ist späte Ausschmückung.
Höchster Schöpfergott mit Sitz im Vulkan Kanlaon; der Feuerbezug bleibt assoziativ über den Wohnort.
Überliefert ist, dass die babaylan, die Priesterinnen, zu Erntezeiten den Berg bestiegen und Gaben darbrachten; hart primärquellenfest ist das nur teilweise.
Die Primärquellen kennen nicht Kan-Laon, sondern Laon: Pedro Chirino nennt in seiner Relación de las Islas Filipinas von 1604 Laon als Schöpfergottheit, und Alcina kennt im 17. Jahrhundert Laon oder Malaon als weibliche höchste Gottheit. Der Name Kan-Laon, Sitz des Uralten, bezeichnete zunächst den Berg.
Aus diesem Vulkannamen wurde in der Moderne ein personaler Gott zurückgebildet; auch die Deutung als Herr der Zeit ist eine moderne, quellenferne Ausgestaltung. Wer die Gestalt historisch fassen will, muss also vom Berg zur Gottheit denken, nicht umgekehrt: Belegt ist die uralte Laon, deren Sitz der Vulkan auf Negros ist.
Kan-Laon ist ein regionaler Identitätsmarker auf Negros und Namensgeber des Vulkans und der Stadt Canlaon. Er ist in Fernsehen, Popkultur und Neuheidentum präsent.
Religionswissenschaftlich zeigt Kan-Laon, wie aus einer belegten, früh weiblichen Gottheit Laon eine moderne personale Gestalt Kan-Laon wurde. Wichtige Klarstellungen: Die Primärquellen sagen Laon, nicht Kan-Laon. Die Gottheit war früh weiblich als Laon oder Malaon. Und Laon ist zudem wahrscheinlich eine Variante der Lalahon.
Überliefert ist, dass die babaylan, die Priesterinnen, zu Erntezeiten den Berg bestiegen und Gaben darbrachten; dies ist teils über die allgemeine Anito-Praxis belegt, die konkrete Bergzeremonie eher populär als hart primärquellenfest. Eine eigene, gesicherte Kultform ist entsprechend zurückhaltend einzuordnen: Der Berg war heilig, die Einzelheiten des Kultes bleiben unscharf.
Kan-Laon steht als höchster Schöpfer dem Bathala der Tagalog und dem Gugurang der Bicol nahe. Der Vulkan als Göttersitz ähnelt dem Ätna oder dem Fuji anderer Kulturen. Die belegte Gottheit Laon ist zudem eng mit Lalahon verwandt, der Ernte- und Vulkangöttin desselben Berges: Beide Seiten gehören zum Kanlaon, doch Kan-Laon ist der moderne personale Gott des Berges, Lalahon die 1582 direkt bezeugte Göttin in ihm.
Wer ist Kan-Laon?
Der höchste Schöpfergott der Visaya mit Sitz im Vulkan Kanlaon; der belegte Kern des Namens ist Laon.
War die Gottheit männlich?
Frühkolonial ist Laon oder Malaon weiblich bezeugt; der männliche Herr der Zeit ist modern.
Ist Kan-Laon ein Feuergott?
Der Feuerbezug ist über den Vulkansitz assoziativ; ein belegter Feuergott-Titel besteht nicht.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Kan-Laon bleibt für die Visaya höchster Gott und regionales Wahrzeichen zugleich: Als Gottheit des Vulkans Kanlaon trägt der moderne Name die frühe, uralte Laon weiter, deren Sitz der Berg auf Negros seit den ersten Quellen ist.
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