La Patasola ist Dämonin der kolumbianischen Überlieferung.
Schöne Verführerin, tödliche Bestie mit nur einem Bein. Die Tradition kennt sie als Herrin des Waldes mit dem einen Bein.
La Patasola, die Einbeinige, ist ein weiblicher Waldgeist Kolumbiens. Als schöne Frau lockt sie Holzfäller und Jäger tief in den Wald, verwandelt sich dort in eine einbeinige Bestie mit Fängen und Krallen und saugt ihr Blut oder verschlingt sie.
Die Legende ist in den andinen und pazifischen Regionen Kolumbiens verbreitet, mit Ausläufern südlich bis Ecuador, und lebt vor allem als mündliche Überlieferung mit vorkolumbianischen Wurzeln fort. Zugleich Verführerin und Wächterin, straft sie, wer den Wald mit schlechten Absichten betritt.
Typ: Einbeiniger Wald- und Bergdämon, verführt und tötet einsame Männer
Herkunft: Kolumbianischer Volksglaube mit vorkolumbianischen Wurzeln
Texte: mündlich tradierte Folklore-Kompendien, kein fester Referenztext
Zeitraum: von vorkolonialer Zeit bis in die Gegenwart
Erscheinung: zunächst schöne Frau, dann einbeinige Bestie mit Fängen und Krallen
Vorkolonial bis heute: Die Legende verwebt vorkolumbianische Vorstellungen von Waldschutzgeistern mit kolonialen Ängsten und wird bis in die Gegenwart mündlich weitergegeben.
Die andinen und pazifischen Regionen Kolumbiens, mit Ausläufern südlich bis Ecuador.
Dünn: Es gibt keinen einzelnen unbestrittenen Referenzband speziell zur Patasola, die Quellenlage stützt sich überwiegend auf volkstümliche, mündlich tradierte Kompendien der kolumbianischen Folklore.
Spanisch: pata bedeutet Bein oder Fuß, sola einzeln: La Patasola heißt wörtlich die Einbeinige. Der Name benennt genau das Kernmotiv der Verstümmelung, die der Mythos als Strafe deutet.
Erscheinung
Das eine Bein ist das Kernmotiv der La Patasola, eine Verstümmelung, die der Mythos als Strafe deutet. Zunächst erscheint sie als schöne Frau, erst im Wald offenbart sich die einbeinige Bestie mit Fängen und Krallen. Dieser Wechsel von der Schönen zur Bestie verkörpert die trügerische Verlockung, die ihrem Namen zugrunde liegt.
Wirkung
Als begehrenswerte Frau lockt sie den einsamen Mann von der Gruppe fort, tief in den Wald hinein. Dort offenbart sie ihre wahre Gestalt und tötet, indem sie ihr Opfer aussaugt oder verschlingt. Zugleich wirkt sie als Wächterin: Wer den Wald mit schlechten Absichten betritt, wird von ihr bestraft.
Die wichtigsten Aspekte der einbeinigen Waldbestie auf einen Blick.
Kolumbianischer Waldmythos mit vorkolumbianischen Wurzeln, verwoben mit kolonialen Moral- und Sexualängsten.
Männer allein im Wald, vor allem Holzfäller und Jäger.
Zunächst schöne Frau, dann einbeinige Bestie mit Fängen und Krallen.
Verführung, Isolation und Tötung des Opfers, zugleich Strafe für Eindringlinge in den Wald.
Hunde und andere gesegnete Tiere, dazu die Nähe von Feuer, Licht und Gemeinschaft.
La Llorona und Siguanaba als weitere verführerische Todesfrauen Lateinamerikas, dazu die venezolanische La Sayona.
Der Name ist spanisch: pata bedeutet Bein oder Fuß, sola einzeln, zusammen also die Einbeinige. In der Legende verweben sich zwei Schichten, vorkolumbianische Vorstellungen von Waldschutzgeistern, die Haine bewachen und Jäger für Tabubruch bestrafen, und koloniale Ängste vor plötzlichem Tod und unerlaubten Liebschaften.
Mehrere Ursprungsvarianten erklären die Gestalt unterschiedlich: Die eine nennt eine Mutter, die ihr Kind tötete und zur Strafe in den Wald verbannt wurde, die andere eine untreue Frau, die der eifersüchtige Ehemann samt Liebhaber tötete und der er ein Bein abschlug. Beide Varianten münden im selben Bild, der Frau mit dem einen Bein, die seither den Wald durchstreift.
La Patasola ist ein fester Bestandteil der kolumbianischen Folklore und populärer Sagen-Darstellungen; sie ist zudem in Horror-Blogs, Podcasts und moderner Nacherzählung präsent.
Religionswissenschaftlich verbindet La Patasola die verführerische Todesfrau mit dem indigenen Waldschutzgeist und verschmilzt vorkolumbianische Naturtabus mit kolonialen Moral- und Sexualängsten. Sie fungiert als Warnerzählung gegen Habgier gegenüber der Natur und gegen männliche Begierde.
Am häufigsten genannt werden Hunde und andere domestizierte Tiere: Sie gelten als gesegnete Tiere, deren bloße Nähe schützt. In den Erzählungen kann die Patasola dem Mann zudem nicht in den Schein einer Schutzkerze oder in die Gesellschaft anderer Männer folgen, Feuer, Licht und Gemeinschaft halten sie fern. Salz und geweihte Zeichen gelten im Volksglauben ebenfalls als Schutz gegen den Waldgeist, ein getragenes Amulett begleitet den Wanderer auf dem Weg durch den einsamen Wald.
La Patasola entspricht der mexikanischen La Llorona und der zentralamerikanischen Siguanaba, verführerischen Todesfrauen, die Männer locken und ihre wahre Gestalt enthüllen; nahe verwandt ist zudem die venezolanische La Sayona. Als Waldschutzgeist steht sie überdies der kolumbianischen Madremonte und den brasilianischen Curupira und Mapinguari nahe.
Warum hat La Patasola nur ein Bein?
Nach dem Mythos als Strafe: Je nach Ursprungsvariante wurde ihr das Bein für einen Kindsmord oder durch den eifersüchtigen Ehemann abgeschlagen.
Wie schützt man sich vor ihr?
Durch Hunde und andere domestizierte Tiere sowie durch die Nähe von Feuer, Licht und Gemeinschaft, denen die Patasola nicht folgen kann.
Ist La Patasola böse oder eine Beschützerin?
Beides zugleich: tödlich für einsame Männer im Wald und zugleich Wächterin, die den Wald gegen Eindringlinge mit schlechten Absichten verteidigt.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als kolumbianischer Waldgeist bleibt La Patasola vor allem die Einbeinige: eine Gestalt, die mit dem Bild der Schönen lockt und mit der Bestie straft, tödlich für den einsamen Mann und zugleich Wächterin des Waldes, den sie verteidigt.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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