Der Banaspati ist Dämon der javanischen Tradition Indonesiens.
Das Feuerwesen, das kopfüber durch die Wälder Javas läuft. Banaspati ist der javanische Feuerdämon, und die folgende Darstellung ordnet ihn den Feuergestalten der Region zu.
Banaspati ist ein feuriger Wald- und Schreckgeist Javas, der als fliegender Feuerball mit Gesicht oder als brennender Mensch erscheint, der kopfüber auf den Händen läuft. Sein Name geht auf das Sanskrit vanaspati, Herr des Waldes, zurück und wandelte sich über die Bedeutung Holzteufel zum heutigen Feuerdämon.
Er erscheint in Wäldern und an einsamen Orten, erschreckt Reisende und nährt sich volkstümlich von der Angst-Energie der Menschen; Schamanen sollen ihn für schwarze Magie beschwören und einsetzen. Verbreitet ist die Gestalt auf Java, mit Verwandten auf Bali und Sumatra.
Typ: Feuriger Wald- und Schreckgeist mit Schwarzmagie-Bezug
Herkunft: Javanisch-animistisch mit hinduistischem Substrat, überlagert vom späteren Islam
Texte: Volkstümlich-mündlich, bis in die Majapahit-Zeit zurückgeführt
Zeitraum: bis heute in der Populärkultur lebendig
Erscheinung: fliegender Feuerball mit Gesicht oder brennender Mensch, der kopfüber auf den Händen läuft
Die Überlieferung ist volkstümlich-mündlich und wird bis in die Majapahit-Zeit zurückgeführt; der Hintergrund ist javanisch-animistisch mit hinduistischem Substrat, überlagert vom späteren Islam.
Java, mit verwandten Vorstellungen auf Bali und Sumatra; im Balinesischen bezeichnet banaspati einen Herrn der Dämonen.
Populär breit belegt, wissenschaftlich dünn: Die Etymologie ist belastbar dokumentiert, das Kult- und Schutzbrauchtum dagegen nur schwach.
Sanskrit bis Indonesisch: Das Sanskrit vanaspati bedeutet Herr des Waldes oder großer Baum und bezeichnet in vedischen Texten eine Vegetations- und Waldgottheit; das Altjavanische banaspati meint Holzteufel oder großer Baum, das Neujavanische und Indonesische schließlich Feuerdämon. Im Balinesischen bezeichnet banaspati einen Herrn der Dämonen.
Erscheinung
Der Banaspati hat einen roten, flammenden Körper, teils mit Hörnern; das Feuer ist der Kern seiner Erscheinung. Das markanteste Bildmotiv ist die kopfüber laufende Gestalt: ein brennender Mensch, der auf den Händen geht, oder ein fliegender Feuerball mit Gesicht.
Wirkung
Der Banaspati erscheint in Wäldern und an einsamen Orten und erschreckt Reisende; volkstümlich nährt er sich von der Angst-Energie der Menschen und kann in Panik versetzen. Er hat eine enge Verbindung zur Schwarzmagie, denn Schamanen sollen ihn beschwören und einsetzen.
Die wichtigsten Aspekte des Feuerdämons auf einen Blick.
Javanischer Volksglaube mit hinduistischem Substrat: Aus einer vedischen Wald- und Baumgottheit wurde ein lokaler Schreckdämon.
Reisende in Wald und abgelegenen Gegenden, die er erschreckt und in Panik versetzen kann.
Roter, flammender Körper, teils mit Hörnern; fliegender Feuerball mit Gesicht oder brennender Mensch, kopfüber auf den Händen laufend.
Schrecken und Panik an einsamen Orten; volkstümlich nährt er sich von Angst, und Schamanen nutzen ihn für schwarze Magie.
Gebet, Schutzformeln und Amulette nach allgemein südostasiatischem Muster, dazu der Rat, ruhig zu bleiben und nicht auf die Angst zu reagieren.
Irrlicht- und Feuermann-Vorstellungen Europas, die Feuerball-Erscheinungen Südostasiens und der chinesische Bergschreck Shanxiao.
Der Name verläuft über mehrere Stufen: Das Sanskrit vanaspati bedeutet Herr des Waldes oder großer Baum und bezeichnet in vedischen Texten eine Vegetations- und Waldgottheit; das Altjavanische banaspati meint Holzteufel oder großer Baum, das Neujavanische und Indonesische schließlich Feuerdämon. Der Bedeutungswandel führt also von einer ehrwürdigen Wald- und Baumgottheit über den im Baum hausenden Holzteufel zum feurigen Schreckgeist.
Der Hintergrund ist javanisch-animistisch mit hinduistischem Substrat, überlagert vom späteren Islam; die Überlieferung wird bis in die Majapahit-Zeit zurückgeführt. Symbolisch verkörpert der Banaspati die Verkehrung des Ehrwürdigen: Aus dem Herrn des Waldes wird ein bedrohliches Feuer.
Der Banaspati ist ein beliebtes Motiv in der indonesischen Populär- und Horrorkultur und in Listen indonesischer Geister. Viele Online-Quellen sind jedoch populär und keine akademische Grundlage.
Religionswissenschaftlich ist der Banaspati ein Beispiel für die Umdeutung eines vedisch-hinduistischen Wald- und Baumgottes zum lokalen Schreckdämon im javanisch-animistischen Volksglauben, ein Feuergeist-Typus. Zwei Klarstellungen gehören dazu: Die Etymologie ist belastbar, das Kult- und Schutzbrauchtum dagegen nur dünn belegt; und eine eigenständige Monografie speziell zu Banaspati liegt nicht vor.
Die Quellenlage ist hier ehrlich dünn. Belegt ist der allgemein südostasiatische Umgang mit Feuergeistern über Gebet, Schutzformeln und Amulette sowie der Rat, ruhig zu bleiben und nicht auf die Angst zu reagieren, da das Wesen sich davon nähre. Ein ausgebauter, eigener Kult, wie ihn etwa der kambodschanische Neak Ta besitzt, ist für den Banaspati nicht belegt.
Der Banaspati entspricht den Irrlicht- und Feuerkugel-Geistern allgemein und regional den Feuerball-Erscheinungen Südostasiens; als brennendes, schreckendes Feuerwesen ist er mit den europäischen Irrlicht- und Feuermann-Vorstellungen verwandt. In seiner Nachbarschaft stehen der chinesische Shanxiao als Schreckgestalt der Wildnis und die malaiischen Orang Bunian als ganz anders geartete, verborgene Waldbewohner derselben Region.
Was bedeutet der Name Banaspati?
Ursprünglich Herr des Waldes im Sanskrit, im heutigen Java Feuerdämon; dazwischen liegt die altjavanische Bedeutung Holzteufel.
Wie erkennt man ihn?
Als fliegenden Feuerball mit Gesicht oder als brennenden Menschen, der kopfüber auf den Händen läuft.
Ist er ein Naturgeist oder ein Dämon?
Ursprünglich ein Wald- und Baumgeist, heute wird er als bedrohlicher Feuerdämon aufgefasst.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als javanischer Feuerdämon ist der Banaspati die dunkle Endstufe einer langen Wortgeschichte: Aus dem vedischen Herrn des Waldes wurde ein kopfüber laufendes Feuerwesen, das sich von der Angst der Menschen nährt.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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