Der Penghou ist Dämon der chinesischen Tradition.
Der schwarze Hund ohne Schwanz im Holz uralter Kampferbäume. Im Holz des Kampferbaums verbirgt sich der Penghou, unsichtbar für das menschliche Auge.
Der Penghou ist ein chinesischer Baumgeist, der im Holz uralter Kampferbäume haust und beim Fällen als schwarzer, schwanzloser Hund mit menschenähnlichem Gesicht zutage tritt. Er verkörpert die vitale Essenz des alten Baumes und ist eher kurios als bedrohlich.
Belegt ist er in den klassischen Texten: im Baize tu, im Soushen Ji des Gan Bao und später im Bencao Gangmu. Sein Fall zeigt exemplarisch die daoistische Überzeugung, dass die Essenz eines tausend Jahre alten Baumes zum Geist werden kann und dass Namenswissen solche Wesen bannt.
Typ: Baumgeist, Essenz uralter Kampferbäume
Herkunft: China, klassische Textüberlieferung
Texte: Baize tu, Soushen Ji, später Bencao Gangmu
Zeitraum: klassisch belegt, in Japan als Hoko rezipiert
Erscheinung: schwarzer, schwanzloser Hund mit menschenähnlichem Gesicht
Klassisch belegt im Baize tu und im Soushen Ji, später im Bencao Gangmu, das den Penghou unter den Affen führt.
China; über Japan wurde der Penghou als Hoko rezipiert und fand so Eingang in die dortige Yokai-Welt.
Gut: die klassischen Texte selbst, vom Baize tu über das Soushen Ji des Gan Bao bis zum Bencao Gangmu des Li Shizhen.
Chinesisch: Pénghóu, wörtlich etwa Trommelschlag-Marquis. Im Baize tu heißt es, ein aus der Essenz des Holzes entstandenes Wesen namens Penghou sehe aus wie ein schwarzer Hund ohne Schwanz.
Erscheinung
Der Penghou ist ein kleiner, schwarzer, schwanzloser Hund mit menschenähnlichem Gesicht. Er verkörpert die vitale Essenz des Holzes uralter Kampferbäume, denn die Essenz eines tausend Jahre alten Baumes kann zum Geist werden.
Wirkung
Der Penghou manifestiert sich beim Fällen des Baumes; im überlieferten Bericht ist er harmlos-passiv und wird sogar gefangen und verspeist. Er ist kein aggressiver Angreifer, sondern eine Baum-Essenz, die beim Holzschlag freigesetzt wird.
Die wichtigsten Aspekte der Kampferbaum-Essenz auf einen Blick.
Musterbeleg des chinesischen Baumkults: Die Essenz uralter Bäume kann zum Geist werden, katalogisiert im Baize tu.
Holzfäller, die alte Bäume fällen: Beim Holzschlag tritt der im Stamm verborgene Geist zutage.
Kleiner schwarzer Hund ohne Schwanz mit menschenähnlichem Gesicht, verborgen im Holz alter Kampferbäume.
Passive Baum-Essenz ohne aktive Bedrohung; im Soushen Ji wird der freigesetzte Penghou gefangen und verspeist.
Der daoistische Namensbann: Wer den Namen des Geistes kennt und ausruft, bannt ihn; das Baize tu diente als Katalog dafür.
Belegt ist der Penghou im Baize tu, in dem es heißt, ein aus der Essenz des Holzes entstandenes Wesen namens Penghou sehe aus wie ein schwarzer Hund ohne Schwanz. Im Soushen Ji des Gan Bao fällt zur Zeit des Wu-Königreichs ein Mann einen großen Kampferbaum; das Holz blutet, und darin ist ein hundeähnliches Tier mit Menschengesicht, das als Penghou erkannt wird.
Das Bencao Gangmu des Li Shizhen führt ihn später unter den Affen. So durchläuft der Penghou die klassische Textwelt vom Geisterkatalog über die Anekdotensammlung bis zur Naturenzyklopädie und bleibt dabei stets, was er im Kern ist: die freigesetzte Essenz eines uralten Baumes.
Der Penghou ist ein klassischer Beleg des chinesischen Baumkults und wurde über Japan durch Toriyama Sekien breit rezipiert. Die Naturgeist-Ambivalenz ist bei ihm gering; er gilt eher als kuriose Baum-Essenz als als Bedrohung.
Religionswissenschaftlich verkörpert der Penghou die chinesische Vorstellung, dass uralte Bäume eine Essenz beherbergen, die zum Geist werden kann. Er ist ein Musterbeispiel des Baumkults und über den Namensbann mit der daoistischen Technik der Geisterbeherrschung verbunden.
Quellenfest ist das übergreifende daoistische Motiv aus dem Baize tu und dem Baopuzi: Wer den Namen des Geistes kennt und ausruft, bannt ihn. Das Baize tu diente als Katalog, um solche Wesen zu identifizieren und dadurch zu beherrschen; für den Penghou ist im Soushen Ji das Erkennen der entscheidende Akt der Kontrolle. Wer weiß, dass der Hund im Holz Penghou heißt, hat über ihn bereits gesiegt.
Der Penghou entspricht dem japanischen Kodama, dem Baumgeist, als der er in Japan direkt rezipiert wurde, sowie dem westafrikanischen Iroko-Mann; allgemein gehört er zu den baumgebundenen Essenzgeistern wie der griechischen Dryade. Vom Shanxiao ist er klar zu trennen: Der Penghou ist eine passive Essenz im Holz, die erst der Holzschlag freisetzt, der Shanxiao dagegen ein aktiver, einbeiniger Kobold der Berge, der Menschen belästigt und bestiehlt.
Wo lebt der Penghou?
Im Holz uralter Bäume, besonders Kampferbäume.
Wie sieht er aus?
Wie ein schwarzer Hund ohne Schwanz mit menschenähnlichem Gesicht.
Ist er gefährlich?
In den überlieferten Berichten kaum; er wird beim Fällen freigesetzt und ist eher kurios als bedrohlich.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als chinesischer Baumgeist und Kampferbaum-Dämon ist der Penghou eine der stillsten Gestalten der Geisterkataloge: keine Bedrohung, sondern die sichtbar gewordene Lebenskraft eines uralten Baumes.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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