Der Pukwudgie ist Geist der Algonkin-Überlieferung.
Vom harmlosen Schelm bis zum tödlichen Verlocken der Wildnis. Der graue Schatten am Waldrand steht sinnbildlich für die zwei Gesichter des Pukwudgie.
Pukwudgie ist ein kleines, graues, menschenähnliches Waldwesen der Algonkin. Seine Natur ist regional gespalten: In der Ojibwe-Tradition ist er schelmisch, aber gutartig, in der Wampanoag-Tradition launisch und gefährlich, bis hin zum Kinderraub und tödlichen Locken.
Die mündliche Überlieferung wurde ab dem 19. und 20. Jahrhundert verschriftlicht und reicht von den Großen Seen bis nach Süd-Neuengland. Diese Seite hält sich an die dokumentierte Überlieferung der beteiligten Völker; moderne Ausschmückungen werden als solche benannt.
Typ: Kleines Waldwesen der Algonkin, regional vom Schelm bis zum Gefährder
Herkunft: Mündliche Algonkin-Überlieferung
Texte: Verschriftlichungen ab dem 19. und 20. Jahrhundert, Anthologien
Zeitraum: mündliche Tradition bis Gegenwart
Erscheinung: meist kniehoch, graues Gesicht, große Nase und Ohren
Eine mündliche Algonkin-Überlieferung, die ab dem 19. und 20. Jahrhundert verschriftlicht wurde; die moderne Kryptozoologie hat sie teilweise überlagert.
Nordost-USA, Südost-Kanada und die Große-Seen-Region; die gefährlichste Ausprägung gehört zur Wampanoag-Tradition Süd-Neuenglands.
Ordentlich, aber überlagert: Es gibt keine dicke monografische Fachliteratur; die stärkste öffentliche Sekundärquelle ist native-languages.org, ergänzt durch Anthologien.
Algonkin-Sprachen: Der Name bedeutet wörtlich etwa Person der Wildnis oder kleine Person der Wildnis; das Wampanoag-Wort geht vermutlich auf den Ojibwe-Vorsatz für wild zurück.
Erscheinung
Der Pukwudgie ist ein graues, menschenähnliches Zwergwesen mit großer Nase und Ohren, in manchen Überlieferungen mit süßlichem Geruch und mit Blumen assoziiert. Moderne Ausschmückungen mit Stacheln und rot glühenden Augen sind populärkulturell, nicht Teil der ältesten Überlieferung.
Wirkung
Je nach Volk wird ihm zugeschrieben, unsichtbar zu werden, Menschen zu verwirren, sich in Pumas zu verwandeln oder durch bloßes Anstarren zu schaden. In der modernen Neuengland-Fassung schießt er Giftpfeile ab, stößt Menschen von Felskanten und lockt Wanderer in den Tod. Die tödlich-verlockende Rolle ist in der Wampanoag-Tradition angelegt und in der modernen Legende zugespitzt.
Die wichtigsten Aspekte des Waldwesens auf einen Blick.
Algonkin-Überlieferung mit quellenfester regionaler Spaltung: gutartig-schelmisch bei den Ojibwe, gefährlich nur für Respektlose bei den Abenaki, launisch-gefährlich bei den Wampanoag.
Menschen, die den Wald betreten, besonders Respektlose; im Maushop-Zyklus der Wampanoag sind die Pukwudgies Gegenspieler des Kulturheros und Riesen Maushop.
Kleines Waldwesen, meist kniehoch, mit grauem Gesicht, großer Nase und Ohren; teils mit süßlichem Geruch und Blumen assoziiert.
Von harmlosen Streichen über Verwirren und Unsichtbarkeit bis zu Giftpfeilen, Stößen von Felskanten und tödlichem Locken, je nach Region.
Meiden und nicht provozieren: Der Pukwudgie wird nicht angerufen oder um Gunst gebeten; eine belegte Kultform mit Opfergaben gibt es nicht.
Die Makiawisug der Mohegan sind wohlwollende Hüter und Lehrer mit Gabenkult; der Pukwudgie bleibt der unberechenbare Wildnisgeist ohne Kult.
Der Name bedeutet wörtlich etwa Person der Wildnis oder kleine Person der Wildnis; das Wampanoag-Wort geht vermutlich auf den Ojibwe-Vorsatz für wild zurück. Quellenfest ist eine regionale Spaltung: In der Ojibwe- und Große-Seen-Tradition ist der Pukwudgie schelmisch, aber im Kern gutartig, in der Abenaki-Tradition gefährlich, aber nur gegenüber Respektlosen, in der Wampanoag-Tradition Süd-Neuenglands launisch und gefährlich.
Im Maushop-Zyklus der Wampanoag sind die Pukwudgies die Gegenspieler des Kulturheros und Riesen Maushop. Diese südneuenglische Linie ist die Wurzel der heutigen Schreckgestalt; die Traditionen der anderen Völker kennen ein deutlich milderes Wesen.
In Harry Potter und der Zauberschule Ilvermorny ist Pukwudgie eines der vier Häuser, beschrieben als kurzes, graugesichtiges, großohriges Wesen; Rowlings Aneignung indigener Überlieferung wurde von indigener Seite kritisiert. Im Bridgewater Triangle in Massachusetts kursieren zudem moderne Sagen und angebliche Sichtungen.
Religionswissenschaftlich ist der Pukwudgie ein klassischer Fall des Glaubens an die kleinen Leute, ein Wald- und Naturgeist, der die Grenze zwischen bewohntem Raum und Wildnis markiert. Seine Ambivalenz zwischen Helfer und Schädiger ist typisch für Schwellengeister; der moralische Kern, dass Respekt belohnt und Respektlosigkeit bestraft wird, verweist auf eine ökologisch-ethische Funktion. Zwei Klarstellungen: Stacheln und rot glühende Augen sind moderne Ausschmückung, nicht älteste Überlieferung. Und die Gefährlichkeit ist regional, nicht pauschal.
Quellenfest bleibt, den Pukwudgie zu meiden und nicht zu provozieren. Er ist kein Wesen, das man anruft oder um Gunst bittet, sondern eines, dem man mit Respekt begegnet und aus dem Weg geht; in den Abenaki-Traditionen trifft der Schaden vor allem den Respektlosen. Eine belegte Kultform mit Opfergaben wie bei den Makiawisug gibt es nicht.
Der Pukwudgie wird ausdrücklich mit den europäischen Gnomen und Feen verglichen. Andere indigene kleine Leute sind der Mikumwess der Micmac, die Yunwi Tsunsdi der Cherokee und die Makiawisug der Mohegan; mesoamerikanisch entsprechen ihm die Chaneque als ambivalente Waldhüter. Europäisch stehen ihm Zwerge, Wichtel und Kobolde sowie die irischen Aos Sí als typologische Entsprechung ambivalenter Naturgeister zur Seite.
Ist der Pukwudgie gut oder böse?
Ambivalent; in der Ojibwe-Tradition eher gutmütig-schelmisch, in der Wampanoag-Tradition gefährlich bis tödlich. Die Region entscheidet.
Woher kommt der Name?
Aus Algonkin-Sprachen, sinngemäß Person der Wildnis, vermutlich vom Ojibwe-Wort für wild.
Warum taucht er in Harry Potter auf?
Rowling nutzte ihn 2016 als Namen eines Ilvermorny-Hauses; diese Aneignung ist umstritten.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Algonkin-Waldwesen und kleine Person der Wildnis bleibt der Pukwudgie das, was seine Überlieferung aus ihm gemacht hat: klein, aber magisch, weder gut noch böse, und je nach Region Schelm oder ernste Gefahr.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Reptiloiden im Verschwörungsglauben: Ursprung bei David Icke, Kritik an Weltbild und Wirkung sowi...

Engelwurz im Volksglauben: Schutz vor bösen Geistern und übler Nachrede, die Pest-Legende um den ...

Die Navka oder Mavka, Totengeist der ukrainischen Überlieferung. Herkunft aus dem unzeitigen Tod,...

Nyyrikki, Sohn Tapios und finnischer Jagdgott: Er kerbt Wegzeichen für Jäger und legt Brücken für...

Das Venedigermandl: sagenhafter Gold- und Erzsucher der Alpen, aus realen venezianischen Minerali...

Die Roane, sanfte Robbenmenschen der gälischen Folklore. Herkunft, das Robbenhaut-Motiv, die Robb...