Shango ist Gott der Yoruba-Tradition.
Donner-Orisha, der mit dem Blitz richtet und straft. Die Überlieferung feiert ihn als Blitzrichter von Oyo, der mit dem Donner richtet. Dem Titel zufolge ist Shango Donner- und Feuer-Orisha der Yoruba.
Shango, auch Sango oder Changó, ist der Yoruba-Orisha des Donners, des Blitzes und des Feuers, zugleich Herr der Gerechtigkeit und der königlichen Autorität. Als vergöttlichter Ahnkönig und Naturkraft schleudert er Blitze und straft mit Feuer; er ist einer der bekanntesten und lebendigsten Orisha.
Seine Farben sind Rot und Weiß, sein Zeichen ist die Doppelaxt, und die edun ara, neolithische Steinbeile, gelten als seine Blitze. Der Kult reicht vom Oyo-Reich bis in die Santería und das Candomblé der Gegenwart.
Typ: Orisha des Donners, Blitzes, Feuers und der Gerechtigkeit
Herkunft: Yoruba-Religion Südwestnigerias, Oyo-Reich
Texte: mündliche Yoruba-Überlieferung, reiche Diaspora-Forschung
Zeitraum: lebendiger Kult in Afrika und der Diaspora
Erscheinung: königlicher Krieger mit Doppelaxt, in Rot und Weiß
Die Überlieferung ist mündlich; der Kult lebt vom alten Oyo-Reich bis in die Gegenwart Afrikas und der Diaspora fort.
Südwestnigeria mit dem Oyo-Reich als Zentrum, dazu die Santería auf Kuba, das Candomblé in Brasilien und Trinidad.
Gut belegt: eine reiche Yoruba- und Diaspora-Forschung, von Bascom und Idowu bis zum Sammelband von Tishken, Falola und Akinyemi.
Yoruba: Die Namensformen sind Ṣàngó, Changó und Xangô; die Herkunft ist umstritten, traditionell zu ṣán, schlagen oder blitzen. Ein Beiname ist Jakuta, der Steinschleuderer, ein Ehrentitel Oba Koso, der König hat sich nicht erhängt.
Erscheinung
Shango erscheint als königlicher Krieger in Rot und Weiß, seine heilige Zahl ist sechs. Sein Zeichen ist die Doppelaxt, die oshe Shango; die edun ara, neolithische Steinbeile, gelten als seine Blitze. Sein heiliger Baum ist der Ayan.
Wirkung
Shango herrscht über Donner, Blitz und Feuer und dazu über Gerechtigkeit, Vergeltung, königliche Autorität und Männlichkeit. Er ist ein strenger Richter, der mit dem Blitz straft.
Die wichtigsten Aspekte des Donner-Orisha auf einen Blick.
Vergöttlichter Ahnkönig von Oyo, verschmolzen mit der älteren Donnergottheit Jakuta; einer der lebendigsten Orisha-Kulte.
Donner, Blitz und Feuer sowie Gerechtigkeit, Vergeltung, königliche Autorität und Männlichkeit.
Königlicher Krieger in Rot und Weiß mit der Doppelaxt oshe Shango; heilige Zahl sechs, heiliger Baum Ayan.
Strenger Richter, der mit dem Blitz straft; die edun ara, neolithische Steinbeile, gelten als seine niedergegangenen Blitze.
Widder als Opfertier, Bata-Trommeln der Trommlerkaste Ayan, edun ara in bedeckten Gefäßen auf dem Altar; in Oyo ein lebendiges Weltfestival.
Shango hat eine Doppelnatur als vergöttlichter Ahnkönig und als Naturkraft. Er gilt als Sohn Oranyans und als dritter oder vierter Alaafin, König von Oyo, doch schwanken die Quellen, da die Überlieferung nur mündlich tradiert ist. Der Ehrentitel Oba Koso, der König hat sich nicht erhängt, verweist auf die Legende seines Endes.
Hinter dem Königsmythos steht die ältere Donnergottheit Jakuta, der Steinschleuderer, mit der die Königsgestalt verschmolz. Aus dieser Verschmelzung erklärt sich das Doppelgesicht des Kultes: höfische Autorität und Gerechtigkeit auf der einen, das rohe Gewitter mit Blitz und Donnerstein auf der anderen Seite.
In der Santería wird Shango als Changó verehrt und mit der Heiligen Barbara synkretisiert, deren Fest am 4. Dezember begangen wird; im Candomblé heißt er Xangô. Er ist in Trinidad, in der Bata-Musik und in der bildenden Kunst präsent und Gegenstand fortlaufender Forschung.
Religionswissenschaftlich ist Shango ein Musterbeispiel für die Verschmelzung von vergöttlichtem König und älterer Naturgottheit. Wichtige Klarstellungen: Die Historizität des Königs ist wissenschaftlich offen, die Erzählung vom vierten König, der sich erhängte, ist Legende, verschmolzen mit der älteren Donnergottheit Jakuta. Der Synkretismus mit der Heiligen Barbara ist koloniale Tarnung, nicht weibliche Natur. Und die edun ara sind neolithische Steinbeile, die als Blitze gedeutet werden.
Sein Opfertier ist der Widder; zentral sind die Bata-Trommeln der Trommlerkaste Ayan. Die edun ara werden auf Feldern gesammelt und in bedeckten Gefäßen auf dem Altar verehrt. In Teilen Yorubalands gilt das Tabu, keine Augenbohnen zu essen. In Oyo besteht ein lebendiges Weltfestival zu seinen Ehren; rote Speisen und Rum gehören überwiegend zur Diaspora.
Shango ist ein Donnergott mit Wurfwaffe und Steinbeil, vergleichbar mit Thor, Zeus, Baal, Perun und Indra. Das Donnerstein-Motiv, neolithische Beile als Blitze, ist auch bei Thor und Perun belegt und bildet eine echte religionsgeschichtliche Analogie ohne genetische Verwandtschaft. Innerhalb der Yoruba-Religion steht ihm Aganjú am nächsten, je nach Tradition als Vater, Bruder, Neffe oder Erscheinungsform: Aganjú gehören Wildnis, Fels und Erdfeuer, Shango das Gewitter und das Richteramt.
Wer ist Shango?
Der Yoruba-Orisha des Donners, Blitzes und Feuers, zugleich Herr der Gerechtigkeit und der königlichen Autorität. Er zählt zu den bekanntesten und lebendigsten Orisha.
War Shango ein historischer König?
Die Historizität ist offen. Die Erzählung vom vierten König von Oyo, der sich erhängte, ist Legende, verschmolzen mit der älteren Donnergottheit Jakuta.
Was sind edun ara?
Neolithische Steinbeile, die als seine Blitze gedeutet werden. Man sammelt sie auf Feldern und verehrt sie in bedeckten Gefäßen auf seinem Altar.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Yoruba Orisha des Donners und Gott des Blitzes und Feuers verbindet Shango Naturgewalt und königliches Richteramt: Der Blitz, der als Steinbeil zur Erde fährt, ist in seinem Kult zugleich Strafe, Urteil und Zeichen der Gegenwart des Orisha.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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