Der Zduhać ist ein menschlicher Wetterschützer der südslawischen Tradition, dessen Seele als Geist im Sturm ausfährt.
Der Mensch, dessen Seele im Schlaf gegen den Hagel kämpft. Der Steckbrief zeigt, wie der schlafende Wächter des Wetters im Traum gegen den Hagel kämpft. Der Zduhać zählt zu den zentralen Wetterschützer-Gestalten der Südslawen.
Der Zduhać, in vereinfachter Schreibung Zduhac, auch Vetrovnjak oder Vjedogonja genannt, ist im südslawischen, besonders serbischen Volksglauben ein Mensch mit einer übernatürlichen Seele, die im Schlaf ausfährt, um Wetter, Hagel und Wind zu lenken.
Er verteidigt Ernte und Dorf gegen feindliche Zduhaci und Dämonen und ist ein wohlwollendes Schutzwesen: kein Dämon, sondern ein lebender Mensch, dessen eigentliches Wesen die im Schlaf ausfahrende Seele ist.
Typ: Menschlicher Wetterschützer mit ausfahrender Seele
Herkunft: Südslawischer Volksglaube
Texte: ethnografische Sammlungen von Đorđević, Čajkanović und Kulišić
Zeitraum: ethnografisch dokumentiert im 19. und 20. Jahrhundert
Erscheinung: unauffälliger Mensch, dessen Seele im Sturm ausfährt
Der Zduhać gehört dem südslawischen Volksglauben an; dokumentiert wurde er von der Ethnografie des 19. und 20. Jahrhunderts.
Serbien, Montenegro und die Herzegowina: Dort kämpften die Zduhaci der Regionen im Sturm gegeneinander um Ernte und Ertrag.
Gut belegt: die Arbeiten von Tihomir Đorđević, Veselin Čajkanović und Špiro Kulišić, dazu die vergleichende Studie von Éva Pócs.
Südslawisch: Die Etymologie ist strittig: entweder verwandt mit altslawisch stuhia zu griechisch stoicheíon, Element, oder aus albanisch stuhí, Sturm. Die Form zduhać ist wahrscheinlich Volksetymologie durch Anlehnung an duh, Geist und Atem.
Erscheinung
Zduhaci sind äußerlich unauffällige Menschen, meist Männer, oft tiefe, schwer weckbare Schläfer mit gedunsenem Gesicht, klug und wohlhabend. Anführer der verwandten Vjedogonja tragen Schwanz oder Behaarung. Ihr eigentliches Wesen ist die im Schlaf ausfahrende Seele.
Wirkung
Im Schlaf verlässt die Seele den Körper und geht in die Winde; sie lenkt Wind und Wolken, wehrt Hagel ab und kämpft gegen feindliche Zduhaci anderer Regionen, oft in Tiergestalt als Stier, Eber oder Ochse. Als Waffen dienen Spindeln, Buchenknospen, entwurzelte Bäume und angekohltes Kienholz. Der Sieger erbeutet den Ernte- und Milchertrag des Feindes; danach erwacht der Zduhać erschöpft, teils verwundet.
Die wichtigsten Aspekte des Wettermenschen auf einen Blick.
Südslawischer Volksglaube: eine schamanistische Doppelseelen-Vorstellung, bei der ein lebender Mensch als Dorfwächter im Wetter kämpft.
Dorf und Ernte: Der Zduhać wehrt Hagel ab, lenkt Wind und Wolken und verteidigt den Ertrag gegen feindliche Zduhaci.
Unauffälliger Mensch, oft tiefer, schwer weckbarer Schläfer mit gedunsenem Gesicht; im Kampf erscheint die Seele oft als Stier, Eber oder Ochse.
Wetterlenkung und Hagelabwehr; Zduhać wird man durch Geburt mit der Glückshaube, durch ein Geburtsmal oder durch Vererbung.
Keine Abwehr nötig: Zduhaci galten als Segen. Man warf keine Steine in den Wind, um einem Zduhać nicht das Auge auszuschlagen.
Der kroatische und slowenische Kresnik oder Krsnik, der ungarische Táltos und der friaulische Benandante; sein Dämonen-Gegner ist die Ala.
Die Etymologie ist strittig: entweder verwandt mit altslawisch stuhia zu griechisch stoicheíon, Element, oder aus albanisch stuhí, Sturm; die Form zduhać ist wahrscheinlich Volksetymologie durch Anlehnung an duh, Geist und Atem. Belegt ist der Zduhać bei Tihomir Đorđević, Veselin Čajkanović und Špiro Kulišić.
Zum Zduhać wird man durch Geburt mit der Glückshaube, durch ein Geburtsmal oder durch Vererbung. Im Schlaf verlässt die Seele den Körper und geht in die Winde: Sie wehrt Hagel ab und kämpft gegen feindliche Zduhaci anderer Regionen, mit Spindeln, Buchenknospen, entwurzelten Bäumen und angekohltem Kienholz als Waffen. Der Sieger erbeutet den Ernte- und Milchertrag des Feindes; danach erwacht der Zduhać erschöpft, teils verwundet.
Der Zduhać ist in serbischer Folklore und Fachliteratur fest verankert und lebt in einem serbischen Film sowie in slawisch inspirierter Fantasy und in Folklore-Blogs fort.
Religionswissenschaftlich ist der Zduhać kein Dämon, sondern ein lebender Mensch mit ausfahrender Seele, eine schamanistische Doppelseelen-Vorstellung. Und eine Klarstellung zum Namen: Die Herleitung von duh, Geist, ist populäre Volksetymologie; der Ursprung liegt bei stoicheíon oder stuhí.
Zduhaci galten als Segen und Dorfwächter, gegen die es keine Abwehr gab. Schutzregeln betrafen andere: Man warf keine Steine in den Wind, um einem Zduhać nicht das Auge auszuschlagen. Ein verwundeter Zduhać wurde durch Beichte und ein Räucherritual geheilt; der Ausstieg aus der Rolle gelang durch Beichte und das Versprechen, nicht mehr zu fliegen.
Der Zduhać entspricht dem kroatischen und slowenischen Kresnik oder Krsnik, dem ungarischen Táltos und dem friaulischen Benandante; alle sind mit der Glückshaube geboren und lassen ihre Seele zum Fruchtbarkeits- und Wetterkampf ausfahren. Éva Pócs ist die maßgebliche Vergleichsautorität für dieses mitteleuropäische Netz. Sein klassischer Gegner auf der Dämonenseite ist die Ala, die Hagel über die Felder führt.
Was ist ein Zduhać?
Ein lebender Mensch, dessen Seele im Schlaf ausfährt, um Wetter zu lenken und das Dorf zu schützen.
Wie wird man Zduhać?
Durch Geburt mit der Glückshaube, ein Geburtsmal oder Vererbung.
Ist der Zduhać ein Dämon?
Nein. Er ist ein wohlwollender Wettermensch, kein Dämon.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als serbischer Wettermensch ist der Zduhać eine der ungewöhnlichsten Gestalten des slawischen Glaubens: ein Kämpfer im Sturm, der tagsüber unauffällig im Dorf lebt und dessen Seele nachts den Hagel von den Feldern fernhält.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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