Nyenchen Tanglha ist Gott der tibetischen Tradition.
Nordtibets mächtigster Schützer, Gemahl des Namtso-Sees.
Nyenchen Tanglha ist eine mächtige Berggottheit Zentraltibets und zugleich der höchste Berg des Transhimalaya mit etwa 7162 Metern. Als Berggott Zentraltibets gilt er als der mächtigste Schutzgott Nordtibets.
Doch sein Charakter ist doppelt: Er ist auch ein gefürchteter Hagel- und nyen-Geist, dem früher Blut- und Tieropfer galten. Mit dem Namtso-See, der Seegöttin, ist er als Gemahl gepaart; Berg und See bilden das berühmteste Götterpaar Tibets.
Typ: Mächtigster Schutzgott Nordtibets, Hagel- und Wettergott
Herkunft: Vorbuddhistische tibetische Bergverehrung
Texte: Ritual- und Gebetstexte, Nebesky-Wojkowitz und neuere Studien
Zeitraum: vorbuddhistisch, in den Buddhismus integriert
Erscheinung: weißer Reiter auf weißem Pferd
Die Gestalt ist vorbuddhistisch und wurde in den Buddhismus integriert; die Belege reichen von Ritual- und Gebetstexten bis zur klassischen Studie von Nebesky-Wojkowitz.
Der Transhimalaya und Zentraltibet, nahe Lhasa; verehrt wird er vor allem in Nordtibet, dazu kommen die Pilger an Bergkette und Namtso-See.
Gut dokumentiert: Nebesky-Wojkowitz, Karmay und neuere Studien, dazu das liturgische Gebet an den Gott der Ebene.
Tibetisch: Der Name verbindet nyen, eine Klasse mächtiger, oft gefährlicher autochthoner Geister, mit chen, groß, thang, Ebene oder Hochebene, und lha, Gott. Philologisch näher liegt Gott der Ebene; die populäre Wiedergabe Gott des Graslands ist freier. Er gilt als Oberhaupt der nyen-Götter.
Erscheinung
Nyenchen Tanglha ist ein weißer Reiter auf einem weißen Pferd. Seine Attribute variieren zwischen einem Stab mit fünfzackigem Vajra oder einer Pferdepeitsche in der rechten und einer Kristall-Gebetskette in der linken Hand; sein Charakter ist kriegerisch-königlich.
Wirkung
Er ist der mächtigste Schutzgott Nordtibets, in Teilen der Volkstradition aber ein gefürchteter Hagel- und Wettergott, dem früher Blut- und Tieropfer galten, und zudem ein Schatzhüter. Der Namtso-See, der Himmelssee, ist weiblich, die Seegöttin und seine Gemahlin, eine der Zwölf Tenma.
Die wichtigsten Aspekte des Berggottes auf einen Blick.
Vorbuddhistisch einer der vier großen Berggötter und Teil der neun Schöpfergötter, ein yul lha und sku lha mit Bezug zu den frühen tibetischen Königen.
Nordtibet und seine Menschen: Schutz des Landes, dazu die Gewalt über Hagel und Wetter und die Hut verborgener Schätze.
Weißer Reiter auf weißem Pferd, kriegerisch-königlich; in der Rechten Vajra-Stab oder Pferdepeitsche, in der Linken eine Kristall-Gebetskette.
Mächtigster Schutzgott Nordtibets, gefürchteter Hagel- und Wettergott, Schatzhüter; mit der Seegöttin des Namtso als Gemahlin gepaart.
Sang-Rauchopfer, Gebetsfahnen und Latse-Steinhaufen auf den Pässen, die Kora um Namtso-See und Bergkette sowie das liturgische Gebet an den Gott der Ebene.
Verwandt mit Yarlha Shampo, Odé Gungyal und Machen Pomra; als Nord-Position Teil der Vierer- und Neuner-Systematik der Berggötter.
Nyenchen Tanglha ist vorbuddhistisch einer der vier großen Berggötter und Teil der neun Schöpfergötter, ein yul lha und sku lha mit Bezug zu den frühen tibetischen Königen. Sein Name weist ihn als Oberhaupt der nyen aus, einer Klasse mächtiger, oft gefährlicher autochthoner Geister.
Der Buddhismus nahm ihn nicht auf, ohne ihn zu binden: Padmasambhava verpflichtete ihn unter Eid und verwandelte ihn in einen Dharma-Schützer. Die alte Doppelnatur blieb dabei erhalten; noch als Schützer der Lehre ist er der gefürchtete Herr über Hagel und Wetter, dem früher Blut- und Tieropfer galten.
Die Erstbesteigung des Hauptgipfels erfolgte 1986 durch eine japanische Expedition; der Namtso-See ist heute ein beliebtes Fotomotiv des Tibet-Tourismus.
Religionswissenschaftlich ist Nyenchen Tanglha überwiegend ein Schutzgott, aber ein ambivalenter, gefürchteter nyen-Geist mit Hagelgewalt. Wichtige Klarstellungen: Er ist nicht das Tanggula-Gebirge; er ist nicht rein buddhistischer Protektor, sondern primär vorbuddhistisch; Namtso ist weiblich, die Seegöttin und Gemahlin, nicht männlich; Gott der Ebene ist philologisch genauer als Grasland; die Höhe beträgt 7162 Meter; und das Attribut ist nicht auf Peitsche oder Vajra festzulegen.
Quellenfest sind Sang-Rauchopfer, Gebetsfahnen und Latse-Steinhaufen auf den Pässen sowie die Kora um den Namtso-See und die Bergkette; dazu tritt das liturgische Gebet an den Gott der Ebene. Die Umrundung von See und Berg verbindet dabei beide Hälften des Götterpaares: Wer dem Berggott seine Ehrerbietung erweist, ehrt zugleich die Seegöttin des Himmelssees.
Nyenchen Tanglha ist der Repräsentant der Nord-Position in der Vierer- und Neuner-Systematik der Berggötter und verwandt mit Yarlha Shampo, Odé Gungyal und Machen Pomra, seinem Bruder in Amdo. Im Himalaya-Raum stehen ihm Khumbila und Miyolangsangma als Berggottheiten zur Seite.
Was bedeutet Nyenchen Tanglha?
Etwa der große nyen-Gott der Ebene; nyen ist eine Klasse mächtiger, oft gefährlicher Geister, deren Oberhaupt er ist.
Was ist mit dem Namtso-See?
Der Namtso-See ist weiblich, die Seegöttin und Gemahlin des Berggottes; sie bilden das berühmteste Götterpaar Tibets.
Ist er ein wohlwollender Gott?
Überwiegend ja, doch ist er ein ambivalenter, gefürchteter Hagel- und nyen-Geist.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Berggott Zentraltibets und Gemahl des Namtso-Sees verkörpert Nyenchen Tanglha beide Gesichter des Hochlands zugleich: den verlässlichen Schützer des Nordens und den gefürchteten Herrn über Hagel und Wetter.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Sein Tempel in Eridu, die Gesetze der Me, seine Rolle als Vater Marduks und Schöpfer der Menschheit.

Telipinu ist der hethitische Vegetationsgott, dessen Verschwinden Hungersnot bringt. Religionswis...

Der Fenodyree, der starke Hausgeist der Isle of Man. Herkunft, das Kleider-Tabu und die religions...

Ranginui ist der Himmelsvater der Maori, von seinen Söhnen von Papatūānuku getrennt. Religionswis...

Aleya, das bengalische Sumpf-Geisterlicht der ertrunkenen Fischer. Herkunft, seine doppelte Natur...

Der Dulhath, der straußenreitende Menschenfresser der arabischen Kosmografie. Herkunft, Quellen u...