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Hödekin, das Hütchen vom Hildesheimer Bischofshof

Hödekin ist Geist der germanischen Tradition.

Hilfsbereit am Bischofshof, tödlich bei Beleidigung.

Inhaltsverzeichnis

Hödekin, der Kobold von Hildesheim
Hödekin

Hödekin, auch Hütchen, ist ein Kobold aus dem Umfeld des Bistums Hildesheim, der einen Filzhut trägt, daher der Name. Er ist hilfsbereit und warnend, aber rachsüchtig bei Beleidigung; bekannt ist die Küchenjungen-Sage.

Die niedersächsische Sage ist in die Zeit um Bischof Bernward, um 1000, verortet. Verschriftlicht wurde sie früh bei Johann Weyer 1563; die Brüder Grimm nahmen den Stoff als Hütchen in die Deutschen Sagen auf.

Auf einen Blick: Hödekin

Typ: Kobold des Bischofshofs, hilfreich und rachsüchtig zugleich
Herkunft: Hildesheim, Niedersachsen, verortet um 1000
Texte: Weyer 1563, Praetorius, Francisci, Grimms Deutsche Sagen Nummer 74
Zeitraum: Weyer 1563, Grimm 1816
Erscheinung: kleiner Mann mit auffälligem Filzhut

Überlieferungskontext

Zeitraum der Texte

Die Sage ist in die Zeit um Bischof Bernward, um 1000, verortet; verschriftlicht wurde sie 1563 bei Johann Weyer, 1816 nahmen die Brüder Grimm sie auf.

Verbreitungsraum

Hildesheim in Niedersachsen, genauer das Bistum und der Bischofshof; verknüpft ist die Sage zudem mit der Grafschaft Winzenburg.

Quellenlage

Gut belegt: Johann Weyer 1563, später Johannes Praetorius und Erasmus Francisci, dazu die Deutschen Sagen der Brüder Grimm, Nummer 74.

Name und Varianten

Niederdeutsch: Hödekin ist ein Diminutiv zu Hütchen, kleiner Hut. Der Name benennt sein Erkennungszeichen, den Filzhut; der Hut ist das namengebende Merkmal, nicht bloß Dekor.

Erscheinungsbild

Erscheinung

Hödekin ist ein kleiner Mann mit auffälligem Hut, oft nur als Stimme oder Handlung präsent; Wandlungsfähigkeit ist bei ihm weniger betont als beim Hinzelmann.

Wirkung

Hödekin ist ambivalent: hilfsbereit, warnend und sogar politisch-beratend, denn er soll dem Bischof gedient und vor Gefahren gewarnt haben, aber rachsüchtig bei Beleidigung. Kern ist die Küchenjungen-Sage: Ein Küchenjunge verspottet und beschüttet ihn wiederholt; Hödekin tötet ihn und legt die Teile in die Kochtöpfe, und als der Koch ihn schmäht, vergiftet er die Speisen und stürzt den Koch in den Tod.

Steckbrief: Hödekin

Die wichtigsten Aspekte des Hildesheimer Kobolds auf einen Blick.

Tradition

Niedersächsische Bistumssage, um 1000 verortet, früh verschriftlicht bei Weyer und von den Grimms als Hütchen kanonisiert.

Bezogen auf

Das Bistum und den Bischofshof von Hildesheim: Dem Bischof diente er als Warner und Berater, dem Gesinde begegnete er empfindlich.

Darstellung

Kleiner Mann mit auffälligem Filzhut, oft nur als Stimme oder Handlung präsent, ohne die Vielgestalt anderer Kobolde.

Wirkungsbereich

Hilfe, Warnung und politischer Rat für den Bischof; bei Spott und Beleidigung dagegen tödliche Rache, wie die Küchenjungen-Sage zeigt.

Umgang

Respekt- und Nicht-Beleidigungs-Regel: Wer ihn ehrt, hat einen nützlichen Helfer; Spott ist lebensgefährlich. Ein ritueller Bann ist nicht sicher belegt.

Pendants

Hinzelmann und Klabautermann im Kobold-Typus, dazu der Brownie, der gekränkt zum Boggart wird.

Vom Bischofshof in die Deutschen Sagen

Hödekin ist ein niederdeutsches Diminutiv zu Hütchen, kleiner Hut; der Name benennt sein Erkennungszeichen, den Filzhut. Die niedersächsische Sage ist in die Zeit um Bischof Bernward, um 1000, verortet und mit der Grafschaft Winzenburg verknüpft.

Verschriftlicht wurde sie früh bei Johann Weyer 1563, später bei Johannes Praetorius und Erasmus Francisci; die Brüder Grimm nahmen den Stoff als Hütchen in die Deutschen Sagen, Nummer 74, auf. So wanderte der Kobold des Bischofshofs aus der Dämonologie der Frühen Neuzeit in den Kanon der deutschen Sagensammlungen.

Rezeption und Einordnung

Hödekin ist fester Bestandteil der Hildesheimer Lokalfolklore und über Weyer, Grimm und Praetorius breit tradiert; er wird regelmäßig in der Kobold- und Dämonologie-Literatur zitiert.

Religionswissenschaftlich ist Hödekin bei Beleidigung tödlich, unprovoziert dagegen eher hilfreich. Wichtige Klarstellungen: Die Grimm-Nummer ist 74; der Hut ist das namengebende Merkmal, nicht bloß Dekor; und er wird gelegentlich mit dem Hinzelmann verwechselt, beide sind Niedersachsen, aber verschiedene Orte und Überlieferungen.

Respekt statt Bannspruch

Zentral ist die Respekt- und Nicht-Beleidigungs-Regel: Wer Hödekin ehrt und nicht verhöhnt, hat einen nützlichen Helfer, Spott dagegen ist lebensgefährlich. Ein eigener ritueller Bann ist nicht sicher belegt; die Sage funktioniert als moralische Warnerzählung, die den Umgang mit dem Kobold regelt, statt ihn zu vertreiben.

Vom Brownie zum Boggart: verwandte Kippfiguren

Hödekin gehört zum Poltergeist- und Kobold-Typus mit Hinzelmann und Klabautermann sowie dem schottischen Brownie, der bei Kränkung zum bösartigen Boggart wird. Die Bischofs-Beratung erinnert an Motive dienstbarer Geister.

Häufige Fragen zu Hödekin

Wer ist Hödekin?

Ein Kobold aus dem Umfeld des Bistums Hildesheim, benannt nach seinem Filzhut.

Was besagt die Küchenjungen-Sage?

Ein Küchenjunge verspottet ihn wiederholt, worauf Hödekin ihn tötet und später den Koch in den Tod stürzt.

Ist er dasselbe wie der Hinzelmann?

Nein. Beide sind Niedersachsen, aber verschiedene Orte und Überlieferungen.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Grimm, Jacob / Grimm, Wilhelm: Deutsche Sagen, Nummer 74. Berlin 1816.
  • Weyer, Johann: De praestigiis daemonum. Basel 1563.
  • Grimm, Jacob: Deutsche Mythologie. Göttingen 1835.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Kobold von Hildesheim und als Hütchen mit Filzhut steht Hödekin für die dunkle Seite des Hausgeisterglaubens: ein Helfer und Warner, dessen Wohlwollen an einer einzigen Regel hängt, ihn niemals zu verspotten.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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