Tahquitz ist Geist der Überlieferung der Cahuilla in Nordamerika.
Der Seelenräuber, der als Meteor über den Nachthimmel zieht.
Tahquitz, auch Takwish, ist ein mächtiger böser Geist der Cahuilla am Mount San Jacinto in Südkalifornien. Er gilt als Seelenräuber, der als Meteor über den Nachthimmel zieht, geraubte Seelen in seinen Felsen bringt und dort frisst.
Zugleich ist er ambivalent: Er kann Schutz- und Kraftgeist der Schamanen sein, nicht rein dämonisch, sondern eine gefährliche Machtquelle. Ethnografisch ist die Gestalt seit Hooper 1920 solide dokumentiert.
Typ: Böser Seelenräuber-Geist, zugleich ambivalente Machtquelle der Schamanen
Herkunft: Cahuilla-Überlieferung, verwandt bei Luiseño und Kumeyaay
Texte: ethnografische Dokumentation ab 1920, Hooper und Bean
Zeitraum: Cahuilla-Überlieferung, ethnografisch ab 1920
Erscheinung: Meteor, Feuerball oder menschenähnliche Gestalt
Die Kernüberlieferung ist Cahuilla und wurde ethnografisch erstmals 1920 durch Lucile Hooper dokumentiert; Lowell John Bean vertiefte die Dokumentation.
Der Mount San Jacinto und der Tahquitz Canyon in Südkalifornien; verwandte Überlieferungen finden sich bei Luiseño und Kumeyaay.
Gut dokumentiert: Hooper 1920 und Bean, dazu die Forschung zum kalifornischen Schamanismus. Kein Internet-Konstrukt, sondern solide Ethnografie.
Cahuilla und Luiseño: Der Name existiert in vielen Schreibweisen; die heute übliche Form Tahquitz wurde erst durch die US-Landvermessung 1897 standardisiert. Im Luiseño wird Takwish mit der Bedeutung elektrischer Feuerball oder Meteor verbunden.
Erscheinung
Tahquitz erscheint als Meteor, Feuerball oder Kugelblitz am Nachthimmel, bei Bean als Meteor oder in menschenähnlicher Gestalt, die blaue Funken aussendet. Ihm werden auch Grollen, Donner, Erdbeben und Felsstürze im Gebirge zugeschrieben.
Wirkung
Tahquitz ist ein böser, todbringender Geist und Seelenräuber; der Meteor gilt als Tahquitz auf Seelenjagd. Er bringt geraubte Seelen in seinen Felsen am San Jacinto und frisst sie dort. Zugleich kann er Schutz- und Kraftgeist der Schamanen sein, eine gefährliche Machtquelle, nicht rein dämonisch.
Die wichtigsten Aspekte des Seelenräubers auf einen Blick.
Cahuilla-Überlieferung am Mount San Jacinto, verwandt bei Luiseño und Kumeyaay; ethnografisch seit 1920 dokumentiert.
Menschen, deren Seelen er raubt, und Schamanen, denen er als gefährliche Machtquelle dienen kann.
Meteor, Feuerball oder Kugelblitz am Nachthimmel; bei Bean auch menschenähnlich, blaue Funken aussendend.
Seelenraub und Tod, dazu Grollen, Donner, Erdbeben und Felsstürze im Gebirge, die als sein Werk gelten.
Meidung des Tahquitz Canyon; bei Erdbeben wurde getanzt, und nur befähigte Schamanen traten mit ihm in Kontakt.
Wirbelwind-Geister desselben Erzählcorpus, die ebenfalls Seelen stehlen, und das Luiseño- und Diegueño-Meteorwesen Chaup.
Die Kernüberlieferung zu Tahquitz ist Cahuilla, verwandt bei Luiseño und Kumeyaay, und am Mount San Jacinto und im Tahquitz Canyon verortet. Ethnografisch wurde sie erstmals 1920 durch Lucile Hooper festgehalten; Lowell John Bean beschrieb die Gestalt später im Rahmen seiner Cahuilla-Forschung. Der Name existiert in vielen Schreibweisen, die heute übliche Form wurde erst durch die US-Landvermessung 1897 standardisiert.
Im Luiseño wird Takwish mit der Bedeutung elektrischer Feuerball oder Meteor verbunden; genau dieses Himmelszeichen trägt die Überlieferung bis heute. Wer einen Meteor über dem San Jacinto sah, sah Tahquitz auf Seelenjagd, und wer das Grollen des Berges hörte, hörte sein Werk.
Tahquitz ist Namensgeber für Tahquitz Peak, Tahquitz Rock, Canyon und Falls sowie einen Weg in Palm Springs und erscheint literarisch bei Louis L’Amour; der Canyon wird heute von der Agua Caliente Band of Cahuilla Indians betreut.
Religionswissenschaftlich ist Tahquitz ein böser Seelenräuber und ambivalente Machtquelle. Wichtige Klarstellungen: Er ist ethnografisch solide belegt, kein Internet-Konstrukt. Populärquellen verkürzen ihn zum reinen Kannibalen-Meteor und übergehen die schamanische Einbettung. Und die geschlossene Erzählung vom ersten Schamanen, der böse wurde und verbannt wurde, stammt vor allem aus der modernen Tourismus-Darstellung.
Man mied den Tahquitz Canyon; bei Erdbeben, die als sein Werk galten, wurde getanzt, und nur befähigte Schamanen traten mit Tahquitz in Kontakt. Ein spezifisches Abwehr-Amulett ist nicht belegt. Der Umgang mit diesem Geist war damit keine Sache des Einzelnen, sondern der Fachleute: Wer nicht Schamane war, hielt Abstand.
Im selben Erzählcorpus stehen Wirbelwind-Geister, die Seelen stehlen wie Tahquitz; überregional ist das Luiseño- und Diegueño-Meteorwesen Chaup die nächste Parallele. Typologisch ist Tahquitz der seelenraubende Nacht- und Himmelsgeist: eine Gestalt, die Himmelserscheinung und Todesgefahr in eins setzt.
Wer ist Tahquitz?
Ein mächtiger böser Geist der Cahuilla am Mount San Jacinto in Südkalifornien, ein Seelenräuber.
Was ist sein Zeichen?
Meteore und Feuerbälle am Nachthimmel, verstanden als Tahquitz auf Seelenjagd; auch Grollen, Erdbeben und Felsstürze gelten als sein Werk.
Ist er nur böse?
Nein, er ist ambivalent und kann auch Schutz- und Kraftgeist der Schamanen sein, eine gefährliche Machtquelle.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Cahuilla-Geist des Mount San Jacinto verbindet Tahquitz Himmelsschauspiel und Schrecken: Der Seelenräuber im Meteor blieb zugleich eine Machtquelle der Schamanen, und genau diese Doppelrolle unterscheidet ihn von einem bloßen Ungeheuer.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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