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Adranus, der Gott unter dem Ätna

Adranus ist Gott der sikulischen Überlieferung Siziliens.

Der Feuergott des Ätna, dessen Tempel Hunde bewachten.

Inhaltsverzeichnis

Adranus, der Feuergott des Ätna
Adranus

Adranus ist ein sikulischer Feuergott, der mit dem Vulkan Ätna verbunden ist und in der Stadt Adranon am Fuß des Berges verehrt wurde. Sein Heiligtum war für die ihm geweihten heiligen Hunde bekannt.

Als einheimische Gottheit Siziliens geriet Adranus früh unter griechischen Einfluss: Als Feuergott eines Vulkans wurde er von den Griechen teils mit ihrem Schmiede- und Feuergott Hephaistos verglichen. Die antiken Autoren Diodor und Aelian berichten von seinem Tempel und dessen Hunden.

Im Überblick: Adranus

Typ: Kriegerischer Feuergott, mit dem Ätna verbunden
Herkunft: Einheimische sikulische Gottheit Siziliens
Texte: Diodor und Aelian, wenige antike Notizen
Zeitraum: sikulisch-griechische Epoche Siziliens
Erscheinung: Feuergott des Vulkans, Zeichen sind der Ätna und die heiligen Hunde

Historische Einordnung

Zeitraum der Texte

Sikulisch-griechisch: Der Kult ist bei den antiken Autoren Diodor und Aelian überliefert.

Verbreitungsraum

Sizilien, besonders die Stadt Adranon am Fuß des Ätna, um die sich der Kult des Gottes konzentrierte.

Quellenlage

Mäßig: nur wenige antike Notizen bei Diodor und Aelian; eine gesicherte Kultgeschichte lässt sich nur in Umrissen rekonstruieren.

Name und Varianten

Herkunft des Namens: Adranus ist eine einheimische sikulische Gottheit; sein Name lebt bis heute im Namen der Stadt Adrano fort. Das antike Adranon, das Zentrum seines Kultes, wurde von Dionysios dem Älteren gegründet.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Adranus wird als kriegerischer Feuergott gedacht, dessen Wesen mit der Glut des Ätna verknüpft ist. Seine sichtbaren Zeichen sind der Vulkan und die ihm heiligen Hunde, die seinen Tempel bewachten.

Wirkung

Als Feuergott des Ätna verkörpert Adranus die vulkanische Kraft des Berges; als Stadtgott schützt er Adranon. Die ihm geweihten Hunde galten als Wächter, die Fromme geleiteten und Übeltäter angingen.

Steckbrief: Adranus

Die wichtigsten Aspekte des Vulkangottes auf einen Blick.

Kulturkontext

Einheimische sikulische Gottheit Siziliens, unter griechischem Einfluss teils mit Hephaistos verglichen.

Zuständig für

Die Bewohner von Adranon und Umgebung: Ihnen war Adranus Schutzherr, sein Berg war der rauchende Ätna.

Darstellung

Kriegerischer Feuergott, dessen Wesen mit der Glut des Ätna verknüpft ist; seine Zeichen sind der Vulkan und die heiligen Hunde.

Funktion

Feuergott des Vulkans und Schutzherr seiner Stadt; die vulkanische Kraft des Berges und der Schutz Adranons gehören zusammen.

Kult

Der Tempel bei Adranon mit einer großen Zahl heiliger Hunde, die nach Aelian Fromme geleiteten und Übeltäter anfielen.

Pendants

Hephaistos und Vulcanus, die beide mit unterirdischem Feuer und Vulkanen verbunden sind.

Eine sikulische Gottheit unter griechischem Einfluss

Adranus ist eine einheimische sikulische Gottheit, deren Kult sich um die von Dionysios dem Älteren gegründete Stadt Adranon am Fuß des Ätna konzentrierte. Die antiken Autoren Diodor und Aelian berichten von seinem Tempel und dessen Hunden; mehr als diese wenigen Notizen ist nicht überliefert.

Als Feuergott des Ätna wurde Adranus von den Griechen mit ihrem Schmiede- und Feuergott Hephaistos in Verbindung gebracht. Diese Gleichsetzung zeigt den Weg vieler einheimischer Götter Siziliens: Die griechischen Siedler deuteten die fremde Gottheit durch die eigene Götterwelt, ohne dass ihre sikulische Eigenart darin ganz aufging.

Nachleben und Deutung

Adranus ist außerhalb der Altertumswissenschaft und der sizilischen Regionalgeschichte wenig bekannt. Die Stadt Adrano trägt jedoch bis heute den Namen des Gottes.

Religionswissenschaftlich zeigt Adranus, wie eine einheimische Feuergottheit mit einem Vulkan verbunden und später mit einem griechischen Gott gleichgesetzt wird. Sein Kult verbindet Feuer, Stadtgründung und Tierschutzgestalten und ist ein Beispiel für die Verschmelzung sikulischer und griechischer Religion.

Der Tempel und seine Hunde

Quellenfest ist der Tempel des Adranus bei Adranon, in dem nach Aelian eine große Zahl heiliger Hunde gehalten wurde. Diese Hunde sollen nüchterne und fromme Besucher freundlich begleitet, Betrunkene und Übeltäter dagegen angefallen haben. Der Kult verband damit die Verehrung des Feuergottes mit dem Schutz durch die Tempeltiere: Wer sich dem Heiligtum näherte, wurde von den Wächtern des Gottes empfangen oder abgewiesen.

Vulkanische Feuergötter im Vergleich

Als vulkanischer Feuergott entspricht Adranus dem griechischen Hephaistos und dem römischen Vulcanus, die beide mit unterirdischem Feuer und Vulkanen verbunden sind; als einheimische sizilische Gottheit bewahrt er zugleich eigenständige sikulische Züge. In der italischen Nachbarschaft steht ihm Cacus nahe, die feuerspeiende Gestalt der römischen Sage.

Häufige Fragen zu Adranus

Wer war Adranus?

Ein sikulischer Feuergott, der mit dem Ätna verbunden war und in der Stadt Adranon am Fuß des Berges verehrt wurde.

Was hatte Adranus mit Hunden zu tun?

In seinem Tempel wurden heilige Hunde gehalten, die Fromme geleiteten und Übeltäter angingen; Aelian berichtet davon.

Warum wurde er mit Hephaistos verglichen?

Als Feuergott eines Vulkans lag für die Griechen die Gleichsetzung mit ihrem Feuer- und Schmiedegott nahe.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Diodorus Siculus: Bibliotheke historike. 1. Jh. v. Chr.
  • Aelianus, Claudius: De natura animalium. 2./3. Jh.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Feuergott Ätnas und als sikulische Gottheit Siziliens verbindet Adranus vulkanische Macht mit städtischem Schutz: ein einheimischer Gott, dessen Name im heutigen Adrano weiterlebt, während seine heiligen Hunde nur noch in den antiken Notizen wachen.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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