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Adaro und der Pfeil aus fliegenden Fischen

Adaro ist Dämon der melanesischen Tradition.

Er verwundet Fischer mit giftigen Flugfischen als Geschoss. Der Steckbrief beschreibt den Pfeil aus fliegenden Fischen, mit dem Adaro seine Opfer verwundet.

DämonMelanesien

Inhaltsverzeichnis

Adaro, Dämon der melanesischen Tradition
Adaro

Der Adaro ist ein bösartiger Meergeist der Salomonen, halb Mensch, halb Fisch, mit Kiemen und einem schwertfischartigen Kopf-Fortsatz. Er reist auf Regenbögen und in Wasserhosen und beschießt Fischer mit giftigen Flugfischen. Auf Makira gilt er als die böse Seele im Menschen, Gegenstück zur guten aunga.

Im Überblick: Adaro

Typ: Meergeist, halb Mensch halb Fisch
Herkunft: Arosi-Überlieferung, Insel Makira
Texte: dünn, vor allem Fox 1924
Zeitraum: mündlich, frühes 20. Jahrhundert
Erscheinung: Kiemen, Hai-Horn, Kopf-Fortsatz

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Mündliche Überlieferung, ethnografisch im frühen 20. Jahrhundert von Fox dokumentiert.

Verbreitungsraum

Salomonen, vor allem die Insel Makira im Arosi-Sprachraum.

Quellenlage

Dünn: Fox 1924 gilt als tragfähigste Primärquelle, ergänzt durch Codrington 1891.

Name und Varianten

Arosi: Adaro bedeutet Leichnam, Geist oder Seele, zugleich die böse Seele des Menschen als Gegenstück zur guten aunga.

Gestalt und Angriff

Erscheinung

Ein Mann mit Kiemen, Schwanzflossen statt Füßen, einem hai-ähnlichen Horn und einem schwertfischartigen Kopf-Fortsatz.

Wirkung

Reist auf Regenbögen und in Wasserhosen und schießt giftige Flugfische auf Fischer, die erkranken oder sterben können.

Steckbrief: Adaro

Die wichtigsten Merkmale des Meergeists auf einen Blick.

Tradition

Arosi-Überlieferung der Insel Makira, Teil eines dualistischen Seelenkonzepts.

Wirkungsgegenstand

Fischer und Menschen auf offener See der Salomonen.

Darstellung

Kiemen, Schwanzflossen, Hai-Horn, schwertfischartiger Kopf-Fortsatz.

Wirkungsbereich

Krankheit und Tod durch giftige Flugfisch-Geschosse auf See.

Abwehrformen

Konkrete Formeln fehlen; überliefert sind Vermeidung und ritueller Umgang mit den Geistern.

Pendants

Gegenpol zu den schützenden Haigöttern Dakuwaqa und Kāmohoaliʻi; verwandt dem japanischen Ningyo.

Die böse Seele, die zum Hai wird

Das Wort adaro stammt aus dem Arosi der Insel Makira und bedeutet unter anderem Leichnam, Geist und Seele. Auf Makira gelten zwei Seelen im Menschen: die bösartige adaro, die nach dem Tod bleibt und oft in Haie fährt, und die gute aunga, die vergeht. Man spricht auch vom adaro des Meeres und des Regenbogens.

Bestiarium und ethnografischer Befund

In der Populärkultur wird der Adaro als Kreatur aufgegriffen, für ein Lexikon zählt aber die ethnografische Fundierung. Religionswissenschaftlich gehört er zu einem dualistischen Seelenkonzept, in dem Krankheit auf See als Geisterangriff erklärt wird; die Verknüpfung von Totengeist, Hai und Naturphänomen ist typisch melanesisch.

Vorsicht statt fester Abwehrformeln

Die Quellenlage zu Abwehrriten ist dünn: Belegbar sind Vermeidung und ritueller Umgang mit den Geistern. Feste Schutzformeln fehlen; Schutz liegt vor allem in Vorsicht auf See. Schutzmittel: Amulett, Salz, Schutzkreis.

Meergeister zwischen Fisch und Mensch

Der Adaro gehört zum Typus mermanartiger Halb-Mensch-Halb-Fisch-Gestalten, hier eindeutig bösartig, verwandt dem japanischen Ningyo. Er ist der feindliche Gegenpol zu den schützenden Haigöttern Dakuwaqa und Kāmohoaliʻi, neben dem germanischen Nix und dem australischen Bunyip als weiteren gefährlichen Wasserwesen.

Häufige Fragen zu Adaro

Ist der Adaro gefährlich?

Ja: Er beschießt Fischer mit giftigen Flugfischen; ein Getroffener kann erkranken oder sterben.

Was bedeutet der Name?

Aus dem Arosi: Leichnam, Geist oder Seele, zugleich die böse Seele des Menschen als Gegenstück zur guten aunga.

Weiterführende Verlinkungen

Literatur (Auswahl)

Quellen:

  • Fox, Charles E.: The Threshold of the Pacific. London 1924.
  • Codrington, Robert Henry: The Melanesians. Oxford 1891.

Mehr im Literaturverzeichnis.

Adaro Salomonen: Der Meergeist von Makira greift Fischer mit giftigen Flugfischen an und reist auf Regenbögen über die See. Als Meergeist Melanesiens verkörpert er die feindliche Seite von Meer und Wetter.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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