La Planchada ist Geist der mexikanischen Tradition.
Sie pflegt Kranke in makellos gestärkter weißer Tracht. Der Steckbrief beleuchtet ihren Dienst im gestärkten Weiß.
La Planchada, die Gebügelte, ist der Geist einer Krankenschwester in makellos gestärkter weißer Tracht, die in mexikanischen Krankenhäusern erscheint und sich um Patienten kümmert. Anders als die meisten weiblichen Totengeister Mexikos gilt sie überwiegend als wohltätige, tröstende Erscheinung.
Die Legende ist eine moderne urbane Erzählung mexikanischer Krankenhäuser mit Erzählungen ab den 1930er Jahren, kanonisch verortet im Hospital Juárez in Mexiko-Stadt.
Typ: Wohltätiger Krankenhausgeist, moderne urbane Legende
Herkunft: Mexikanische Krankenhaus-Folklore, Erzählungen ab den 1930er Jahren
Texte: dünne, populäre Quellenlage
Zeitraum: 20. Jahrhundert bis heute
Erscheinung: Krankenschwester in makellos gestärkter, faltenloser weißer Tracht
20. Jahrhundert bis heute: Die Erzählungen setzen in den 1930er Jahren ein und werden bis heute in mexikanischen Krankenhäusern weitergegeben.
Mexikanische Krankenhäuser, kanonisch das Hospital Juárez in Mexiko-Stadt, von dort ausgehend auch andere Kliniken des Landes.
Dünn und populär: Eigene wissenschaftliche Monografien fehlen, die Quellenlage ist deutlich dünner als bei La Llorona und stützt sich auf Legendensammlungen und Erzählarchive.
Spanisch: Planchada bedeutet gebügelt oder gestärkt und beschreibt ihre tadellos glatte, makellose Uniform. La Planchada ist wörtlich die Gebügelte.
Erscheinung
La Planchada erscheint als Krankenschwester in einer makellos gestärkten, faltenlosen weißen Tracht, meist auf Fluren und in Krankenzimmern mexikanischer Kliniken. Berichtet werden zudem ein kühler Luftzug oder Schritte auf leeren Gängen, die ihr Kommen begleiten.
Wirkung
Sie pflegt Kranke, verabreicht Medikamente und spendet Trost. Geschildert werden plötzliche, unerklärliche Besserungen von Patienten, deren zuständiges Personal später bestreitet, im Zimmer gewesen zu sein. Anders als die meisten Totengeister ist ihre Wirkung überwiegend wohltätig, nicht schädigend.
Die wichtigsten Aspekte der gebügelten Krankenschwester auf einen Blick.
Moderne urbane Legende der mexikanischen Krankenhaus-Folklore, ohne vorkolonialen Kern.
Patienten und medizinisches Personal in mexikanischen Krankenhäusern, denen sie Pflege und Trost zukommen lässt.
Krankenschwester in makellos gestärkter, faltenloser weißer Tracht, meist auf Fluren und in Krankenzimmern.
Pflege, Trost und unerklärliche Besserung Kranker; anders als andere Frauengeister überwiegend wohltätig.
Kein Abwehrritus überliefert, eher Respekt und Dankbarkeit; das Personal erzählt die Geschichte am Krankenbett weiter.
Die weinende La Llorona als Gegenbild unter Mexikos Frauengeistern, dazu die europäische White Lady als hilfreiche Variante der Weißen Dame.
Der Name ist spanisch: planchada bedeutet gebügelt oder gestärkt, nach der tadellos glatten Uniform der Erscheinung. Die Legendenkerne sind uneinheitlich überliefert: Häufig ist es eine Krankenschwester, die sich in einen Arzt verliebt, nach einer Enttäuschung aus Gram stirbt und als Geist zurückkehrt, um durch fortgesetzte Krankenpflege Buße zu tun. Andere Varianten nennen eine Schwester, deren Behandlungsfehler einem Patienten das Leben kostete.
Als moderne Institutionslegende hat La Planchada keinen vorkolonialen Kern und verbindet katholische Bußmotivik mit dem Ideal der aufopferungsvollen Pflegerin. Die Erzählungen setzen in den 1930er Jahren ein und sind kanonisch mit dem Hospital Juárez in Mexiko-Stadt verbunden, von wo aus sich die Legende auf weitere Krankenhäuser des Landes übertrug.
La Planchada ist ein fester Bestandteil mexikanischer Krankenhaus-Folklore und urbaner Legenden und in Legendensammlungen, Blogs und Erzählformaten präsent. Eine große Kinoproduktion wie bei La Llorona gibt es bislang nicht; die wissenschaftliche Literatur zu ihr ist deutlich dünner, belastbare Monografien fehlen.
Religionswissenschaftlich ist La Planchada eine moderne urbane Legende mit katholischer Sühnetheologie, der Buße durch fortgesetztes Dienen. Sie ist zugleich Ausdruck kollektiver Institutionsangst vor Krankenhäusern und eine Trostfigur im Klinikalltag.
Als wohlwollender Geist ruft La Planchada kaum Abwehrpraktiken hervor, ein belegter Kult besteht nicht. Der Umgang ist eher respektvoll und dankbar, das Personal erzählt die Geschichte am Krankenbett weiter. Wo überhaupt von Schutz die Rede ist, sind es allgemeine christliche Zeichen: das Licht einer Schutzkerze als Wache am Krankenlager, geweihtes Weihwasser als Zeichen im Umgang mit der Erscheinung und ein getragenes Amulett. Eigene, gegen sie gerichtete Schutzrituale sind nicht überliefert.
La Planchada ist mit dem breiten Motiv des hilfreichen oder reumütigen Krankenhausgeistes verwandt und steht damit der europäischen White Lady in ihrer grauen oder weißen Klinik-Variante am nächsten. Anders als die übrigen Frauengeister Mexikos, allen voran die weinende La Llorona, ist sie primär wohltätig, nicht schädigend. Als postmortale Erscheinung ohne Schadenzauber ist sie zudem der philippinischen Multo verwandt, dem Geist eines Verstorbenen.
Ist sie gefährlich?
In der Regel nicht: Sie gilt überwiegend als wohltätiger Pflegegeist ohne Schadenzauber.
Woher kommt der Name?
Von ihrer makellos gestärkten, gebügelten Uniform, spanisch planchada.
Wo erscheint sie?
In Krankenhäusern, kanonisch im Hospital Juárez in Mexiko-Stadt.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als gebügelte Krankenschwester bleibt La Planchada ein Krankenhausgeist Mexikos, der pflegt und tröstet, wo andere Totengeister des Landes vor allem Furcht verbreiten.
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