Jwala Ji ist Göttin der hinduistischen Tradition.
Statt eines Kultbildes brennt die Göttin selbst als Flamme.
Jwala Ji, auch Jwalamukhi, ist das ewige Naturfeuer als Göttin im gleichnamigen Tempel in Himachal Pradesh. Anstelle eines Kultbildes brennen dort natürlich austretende Erdgasflammen, die als lebendige Selbst-Manifestation der Göttin verehrt werden.
Der Tempel gilt als einer der 51 Shakti Pithas, der Orte, an die nach dem Mythos die Körperteile der Göttin Sati fielen; hier fiel nach der verbreitetsten Überlieferung ihre Zunge. Der Zoroastrismus ist hiervon unabhängig; dies ist ein hinduistischer Shakti-Kult.
Typ: Göttin als lebendiges, brennstofffreies Naturfeuer, Shakti Pitha
Herkunft: Himachal Pradesh, Distrikt Kangra, Nordindien
Texte: Shakta-Pitha-Literatur, Tarikh-i-Firuz-Shahi (14. Jahrhundert)
Zeitraum: mittelalterlich bezeugt, lebendiger Kult
Erscheinung: natürlich brennende Erdgasflammen aus Felsspalten
Mittelalterlich bezeugt: Ein früher namentlicher Beleg steht in der Tarikh-i-Firuz-Shahi des Shams-i Siraj Afif aus dem 14. Jahrhundert; der Kult ist bis heute lebendig.
Himachal Pradesh im Distrikt Kangra, Nordindien; der Jwalamukhi-Tempel ist einer der bekanntesten Shakti-Pilgerorte des Landes.
Gut: Shakta-Pitha-Literatur, der frühe Beleg bei Shams-i Siraj Afif und der lebendige, gut dokumentierte Pilgerkult.
Sanskrit: jwālā bedeutet Flamme, mukha Mund oder Mündung; Jwalamukhi ist die Feuermündige. Jwala Ji ist die ehrende Anrede derselben Göttin.
Erscheinung
Hauptkultobjekt ist kein Bildnis, sondern natürlich austretendes, entzündbares Erdgas, das aus Felsspalten als bläuliche Flammen brennt. Traditionell werden neun Flammen benannt und je einer Manifestation der Göttin zugeordnet, darunter Mahakali, Annapurna und Chandi. Die Flamme gilt als svayambhu, als selbst entstanden.
Wirkung
Die Flamme brennt ohne menschlichen Brennstoff und gilt als lebendige Gegenwart der Göttin selbst, nicht als bloßes Symbol. Diese Brennstofffreiheit begründet ihren Sakralwert.
Die wichtigsten Aspekte der Flammen-Göttin auf einen Blick.
Einer der 51 Shakti Pithas des Schaktismus: Orte, an die nach dem Mythos die Körperteile der Göttin Sati fielen; hier ihre Zunge.
Pilger und Verehrer der Göttin: Jwala Ji ist reines Verehrungsobjekt, durchweg wohlwollend, ohne abwehrenden Zug.
Bläuliche Erdgasflammen aus Felsspalten; neun benannte Flammen, zugeordnet unter anderem Mahakali, Annapurna und Chandi.
Lebendige Selbst-Manifestation der Göttin: Die brennstofffreie, selbst entstandene Flamme ist ihre Gegenwart, nicht ihr Abbild.
Lebendiger Pilgerkult, besonders zu Navratri: Darbringungen von Rabri, Süßem und roten Chunni-Tüchern sowie das Lichtritual Arti.
Die lykische Chimaira und die ewigen Feuer von Baku beim Ateshgah: dauerhafte Naturgas-Feuer mit Sakralstatus derselben geologischen Ursache.
Sanskrit jwālā bedeutet Flamme, mukha Mund oder Mündung; Jwalamukhi ist die Feuermündige. Der Tempel gilt als einer der 51 Shakti Pithas, der Orte, an die nach dem Mythos die Körperteile der Göttin Sati fielen; hier fiel nach der verbreitetsten Überlieferung ihre Zunge, das Organ, dem die Flamme in der Felsspalte entspricht.
Ein früher namentlicher Beleg steht in der Tarikh-i-Firuz-Shahi des Shams-i Siraj Afif aus dem 14. Jahrhundert. Die Anekdote, Kaiser Akbar habe die Flamme vergeblich zu löschen versucht, ist dagegen als Legende zu behandeln; die als Stiftung Akbars überlieferte goldene Schirmreliquie wird im Tempel gezeigt.
Jwala Ji ist einer der bekanntesten Shakti-Pilgerorte Nordindiens und in Reise- wie Devotionalliteratur breit präsent. Wissenschaftlich ist der Ort im Rahmen der Shakta-Pitha-Forschung erschlossen.
Religionswissenschaftlich ist Jwala Ji ein Musterbeispiel für die Sakralisierung eines Naturphänomens: Ein geologisches Erdgasfeuer wird als Selbst-Manifestation der Göttin verehrt. Wichtig ist die Klarstellung, dass es sich nicht um einen Vulkan handelt; die Bezeichnung Feuermund ist metaphorisch, die Flammen sind Erdgas.
Quellenfest ist der lebendige Pilgerkult, besonders während der Navratri-Feste. Übliche Darbringungen sind die Milchspeise Rabri, Süßes, rote Chunni-Tücher und das Lichtritual Arti; die als Stiftung Akbars überlieferte goldene Schirmreliquie wird gezeigt. Ein abwehrender Zug fehlt bewusst: Jwala Ji ist Verehrungs-, kein Abwehrobjekt, und genau darin unterscheidet sich die Flammen-Göttin von den Schreckgestalten der Feuerfolklore.
Als dauerhaftes Naturgas-Feuer mit Sakralstatus steht Jwalamukhi in einer Reihe mit der lykischen Chimaira und den ewigen Feuern von Baku beim Ateshgah; alle haben dieselbe geologische Ursache, austretendes Kohlenwasserstoffgas. Anders als die Irrlichter Chir Batti und Aleya ist dies ein ortsfestes, dauerhaftes Feuer. Das heilige Feuer des Zoroastrismus um Atar ist davon unabhängig, ebenso der vedische Feuergott Agni mit seinem Opferfeuer.
Ist Jwala Ji ein Vulkan?
Nein. Die Flammen sind natürlich austretendes Erdgas; die Bezeichnung Feuermund ist metaphorisch.
Warum steht dort kein Götterbild?
Weil die brennstofffreie Flamme selbst als lebendige Gegenwart der Göttin verehrt wird.
Was ist ein Shakti Pitha?
Ein Ort, an den nach dem Mythos ein Körperteil der Göttin Sati fiel; hier fiel ihre Zunge.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als ewiges Naturfeuer Indiens und Shakti Pitha der Flamme vereint Jwala Ji Geologie und Frömmigkeit: Aus einer Felsspalte tritt Erdgas, und seit Jahrhunderten sehen Pilger darin nicht Chemie, sondern die brennende Zunge der Göttin.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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