Ehecatl ist Gott der aztekischen Tradition.
Der Windgott mit Schnabelmaske, der die Regenwinde bringt.
Ehecatl ist der aztekische Windgott und der Windaspekt der Gefiederten Schlange Quetzalcoatl, weshalb er auch Ehecatl-Quetzalcoatl genannt wird. Als Gott der Luft bringt er die regenbringenden Winde, die dem Regen vorausgehen.
Verehrt wurde er in charakteristischen runden Windtempeln, zylindrischen Bauten mit Kegeldach, an denen der Wind keine Kante findet. Sein Kennzeichen sind der Kegelhut und die rote Schnabelmaske, durch die er den Wind bläst; sein Kalendername ist 9 Wind.
Typ: Windgott, Windaspekt der Quetzalcoatl
Herkunft: Postklassische Nahua-Kultur, wahrscheinlich huastekischer Ursprung
Texte: Codices, Sahagún, Fünf-Sonnen-Mythen
Zeitraum: Postklassik bis zur Eroberung
Erscheinung: Gott mit Kegelhut und roter Schnabelmaske
Die Belege gehören der postklassischen Nahua-Kultur an; die Hauptquellen sind die Codices, die Skulptur und das Werk Sahagúns.
Das zentralmexikanische Hochland; wahrscheinlich hat Ehecatl huastekischen Ursprung an der Golfküste und wurde von den Azteken übernommen.
Die Quellenlage ist gut: postklassische Codices, Skulpturen und die erhaltenen Rundtempel, dazu die Fünf-Sonnen-Mythen.
Nahuatl: ehēcatl bedeutet schlicht Wind; der Gottesname ist mit dem Alltagswort identisch. Sein Kalendername ist 9 Wind. Der Vollname Ehecatl-Quetzalcoatl bezeichnet ihn als Windaspekt Quetzalcoatls, der Gefiederten Schlange.
Erscheinung
Ehecatl trägt einen Kegelhut und eine charakteristische Schnabelmaske, durch die er den Wind bläst; sein Körper ist schwarz, die Maske rot. Dazu kommt Muschelschmuck, besonders das Windjuwel ehecacozcatl, ein Schneckenschnitt. Seine Tempel sind rund und zylindrisch mit Kegeldach, teils mit einem Türeingang in Gestalt eines Schlangenmauls.
Wirkung
Als Gott der Luft und der regenbringenden Winde ist Ehecatl mit allen Himmelsrichtungen verbunden, besonders dem Westen. Er stieg in die Unterwelt Mictlan, um die Gebeine für die heutige Menschheit zu holen, setzte Sonne und Mond in Bewegung und brachte über den Mayahuel-Mythos die Agave und den Pulque. Er ist Patron der Kaufleute.
Die wichtigsten Aspekte des Windgottes auf einen Blick.
Windgott der postklassischen Nahua-Kultur, als Ehecatl-Quetzalcoatl der Windaspekt der Gefiederten Schlange; wahrscheinlich huastekischer Herkunft.
Die Luft und die regenbringenden Winde; als Patron zudem für die Kaufleute, dazu Bauern und die gesamte Gesellschaft.
Gott mit Kegelhut und roter Schnabelmaske, schwarzem Körper und Muschelschmuck, darunter das Windjuwel ehecacozcatl.
Bringer der Regenwinde, Beweger von Sonne und Mond, Holer der Gebeine aus Mictlan und Gabenbringer der Agave über den Mayahuel-Mythos.
Eigene runde, zylindrische Windtempel mit Kegeldach; spezifische Opferriten nur für Ehecatl sind nicht im Detail gesichert.
Der Name Ehecatl ist mit dem Nahuatl-Alltagswort für Wind identisch; sein Kalendername lautet 9 Wind, sein Vollname Ehecatl-Quetzalcoatl weist ihn als Windaspekt der Gefiederten Schlange aus. Wahrscheinlich hat der Gott huastekischen Ursprung an der Golfküste und wurde von den Azteken übernommen.
Die Quellen sind postklassische Codices, Skulpturen und die Fünf-Sonnen-Mythen. In ihnen trägt Ehecatl tragende Rollen der Weltgeschichte: Er stieg in die Unterwelt Mictlan, um die Gebeine für die heutige Menschheit zu holen, und setzte Sonne und Mond in Bewegung, als die neue Welt still stand. Über den Mayahuel-Mythos brachte er der Menschheit die Agave und damit den Pulque.
Bekannte Zeugnisse sind ein Rundtempel unter der U-Bahn-Station Pino Suárez in Mexiko-Stadt und die große Calixtlahuaca-Statue im Nationalmuseum für Anthropologie. Ehecatl ist in Neo-Mexica- und Tanzbewegungen sowie in der Fantasy präsent.
Religionswissenschaftlich ist Ehecatl kein von Quetzalcoatl getrennter Gott, sondern dessen Windaspekt. Wichtige Klarstellungen: Die Schnabelmaske ist fachlich eine buccal mask, nicht ein Entenschnabel. Die Rundtempel sind absichtlich zylindrisch, keine unfertigen Pyramiden. Und Ehecatl ist aztekisch, nicht mit dem Maya-Kukulcán gleichzusetzen.
Belegt sind für Ehecatl seine eigenen runden Windtempel als Kultbauten, zylindrische Anlagen mit Kegeldach, teils mit einem Eingang in Gestalt eines Schlangenmauls. Zu spezifischen Opfer- oder Schutzritualen nur für Ehecatl liegen keine gesicherten Detailangaben vor; als Quetzalcoatl-Aspekt teilt er dessen generell weniger blutigen Kult mit Weihrauch sowie Vogel- und Schlangenopfern, doch ist dies eine allgemeine Tendenz, kein Ehecatl-spezifischer Beleg.
Innerhalb Mesoamerikas entspricht Ehecatl den Gefiederten Schlangen Kukulcán in Yucatán und Ququmatz bei den K’iche‘, jeweils mit Rundbauten. Typologisch, ohne historische Verwandtschaft, steht er Windgöttern wie Aiolos, dem japanischen Fujin und dem vedischen Vayu nahe. Im eigenen Pantheon ist er scharf von Tezcatlipoca zu trennen: Ehecatl ist der regenbringende Wind der Quetzalcoatl, Tezcatlipoca dagegen trägt den Nachtwind nur als Beinamen seiner viel breiteren Rolle.
Was bedeutet der Name Ehecatl?
Schlicht Wind; der Gottesname ist mit dem Nahuatl-Alltagswort für Wind identisch.
Ist Ehecatl ein eigener Gott?
Nein. Er ist der Windaspekt der Quetzalcoatl und wird daher Ehecatl-Quetzalcoatl genannt.
Warum sind seine Tempel rund?
Die runde, zylindrische Form ist absichtlich und mit der Windsymbolik verbunden, nicht eine unfertige Pyramide.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als aztekischer Windgott und Windaspekt der Quetzalcoatl verbindet Ehecatl das Alltäglichste, den Wind vor dem Regen, mit den großen Schöpfungsmythen des Hochlands, und seine runden Tempel stehen bis heute als Zeugen dieser Verbindung.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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