Der Bergtroll ist Geist der nordisch-germanischen Überlieferung.
Er hütet Gold im Berg, raubt Bräute und versteinert im Licht. So firmiert der Bergtroll im Titel als Bergriese Skandinaviens.
Der Bergtroll, auch Bergriese oder Bergkönig genannt, ist der schatzhütende Bergriese der skandinavischen Folklore. Er wohnt in Bergen und Felsen, hütet Gold und raubt Menschen, besonders Bräute; im Sonnenlicht zerbirst oder versteinert er.
Er ist nur eine Ausprägung des weiten Sammelbegriffs Troll, aber die riesenhafte und gefährlichste: In vielen Sagen residiert er als Bergakungen, als Bergkönig, mit eigenem Hofstaat im Inneren des Felses.
Typ: Schatzhütender Bergriese der Trollfolklore
Herkunft: Gesamtskandinavische Überlieferung
Texte: Asbjørnsen und Moe, Norske folkeeventyr; Lindow, Trolls
Zeitraum: gesamtskandinavische Trollfolklore
Erscheinung: großer, plumper, felsartiger Riese, naturhaft moosbewachsen
Die Überlieferung des Bergtrolls ist gesamtskandinavisch; die klassischen Belege stammen aus den Sagen- und Märchensammlungen, allen voran Asbjørnsen und Moe.
Norwegen und Schweden: Dort wohnt der Troll in vielen Sagen im Berg oder Fels, oft als Bergakungen, als Bergkönig, mit Hofstaat.
Die Quellenlage ist gut: die Sammlung von Asbjørnsen und Moe, John Lindows Trollstudie und Christiansens Katalog der Wandersagen.
Skandinavisch: Der Name verbindet berg mit troll, rese, Riese, oder kung, König. Südskandinavisch ist der Bergtroll mutmaßlich eine Verallgemeinerung von haugtroll, Hügeltroll, und bergtroll, den Unterirdischen.
Erscheinung
Der Bergtroll ist groß, plump, hässlich und riesenhaft, naturhaft moosbewachsen und felsartig, als wäre er selbst ein Stück des Berges, den er bewohnt.
Wirkung
Der Bergtroll bewohnt Berge und Felsen, hütet Gold und Schätze und raubt Menschen, besonders Bräute, im Motiv der geraubten Braut. Er kann Menschen bergtagen, in den Berg nehmen; in vielen Sagen endet die Begegnung mit ihm tödlich.
Die wichtigsten Aspekte des skandinavischen Bergriesen auf einen Blick.
Riesenhafte Ausprägung des Trollglaubens, gesamtskandinavisch überliefert; in vielen Sagen als Bergkönig mit Hofstaat im Fels.
Menschen, besonders Bräute: Das Motiv der geraubten Braut gehört zum festen Bestand der Bergtroll-Sagen.
Groß, plump, hässlich und riesenhaft, naturhaft moosbewachsen und felsartig; die versteinerten Trolle deuten markante Felsformationen.
Berge und Felsen: Schatzhüten, Menschenraub und Bergtagen, das Nehmen von Menschen in den Berg.
Sonnenlicht, in dem Trolle zerbersten oder versteinern, dazu Kirchenglocken und Läuten, Stahl und Eisen sowie christliche Zeichen.
Der Name des Bergtrolls verbindet berg mit troll, rese, Riese, oder kung, König; südskandinavisch ist er mutmaßlich eine Verallgemeinerung von haugtroll, Hügeltroll, und bergtroll, den Unterirdischen. Die Überlieferung ist gesamtskandinavisch.
In vielen Sagen wohnt der Troll im Berg oder Fels, oft als Bergakungen, als Bergkönig, mit eigenem Hofstaat. Dort hütet er Gold und Schätze, und von dort holt er sich Menschen: Das Motiv der geraubten Braut und das Bergtagen, das Nehmen in den Berg, gehören zum festen Bestand dieser Sagenwelt.
Der Bergtroll prägte das populäre Trollbild, unter anderem durch Theodor Kittelsens Illustrationen, den norwegischen Tourismus und den Film Trollhunter von 2010; die versteinerten Trolle dienen bis heute als Landschaftsdeutung.
Religionswissenschaftlich ist der Bergtroll menschenraubend und in vielen Sagen tödlich, entschärft allein durch Sonnenlicht und christliche Mittel. Drei Klarstellungen sind wichtig: Troll ist ein Sammelbegriff, von riesenhaften Bergtrollen bis zu kleinen Unterirdischen, der Bergtroll ist nur eine Ausprägung. Die niedlichen Souvenir-Trolle sind moderne Verharmlosung. Und die Versteinerung durch Sonne ist überwiegend norwegisch geprägt.
Gegen den Bergtroll sind mehrere Abwehrmittel belegt: Sonnenlicht, in dem die Trolle zerbersten oder versteinern, was die troll-förmigen Felsformationen der Landschaft erklärt, sowie Kirchenglocken und Läuten, Stahl und Eisen und christliche Zeichen. Diese Abwehrmotive sind in der nordischen Sagentradition breit bezeugt; der stärkste Bann ist der Tag selbst, denn kein Bergtroll übersteht das Morgenlicht.
Innerhalb der nordischen Welt gehört der Bergtroll zum weiten Sammelbegriff Troll, von dem er als riesenhafte, felsbewohnende Ausprägung klar zu unterscheiden ist. Er überschneidet sich mit dem Bergsrå und dem Bergakungen, dem Bergkönig; verwandt sind die isländischen und norwegischen jötnar, die Riesen, und allgemein das Höhlen- und Schatzhüter-Motiv.
Was ist ein Bergtroll?
Ein schatzhütender Bergriese der skandinavischen Folklore, der Menschen raubt und in Bergen und Felsen wohnt.
Warum versteinern Trolle?
Weil sie im Sonnenlicht zerbersten oder versteinern; das erklärt troll-förmige Felsformationen.
Ist Troll dasselbe wie Bergtroll?
Nein. Troll ist ein Sammelbegriff; der Bergtroll ist nur eine riesenhafte Ausprägung.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als skandinavischer Bergriese prägte der Bergtroll das Trollbild bis in die Gegenwart; als Bergkönig der Trolle thront er im Fels über seinen Schätzen, bis das Sonnenlicht ihn zu Stein macht.
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