Der Kaukas ist Geist der baltischen Tradition.
Der gutartige Erdzwerg, der Feldfrüchte und Wohlstand bringt. Der Steckbrief beschreibt den Kaukas als wohlwollenden Erdgeist der Balten mit besonderer Nähe zu Feld und Hof.
Der Kaukas ist ein baltischer, vor allem litauischer Hausgeist: ein kleiner chthonischer Erdzwerg, der Wohlstand und Feldfrüchte bringt. Anders als der ambivalente Aitvaras gilt er als ausschließlich gutartig.
Sein Name geht auf altbaltisch kaukolas, Erdklumpen oder Erdscholle, zurück und verweist auf seine geringe Größe und seine Herkunft aus der Erde. Bezeugt ist er über Litauisch, Lettisch, Finnisch und Estnisch, mit preußischen Vorläufern, in Folklorebelegen bis ins 19. Jahrhundert.
Typ: Gutartiger, chthonischer Fruchtbarkeits- und Wohlstandsgeist
Herkunft: Baltischer Volksglaube mit preußischen Vorläufern bis ins 16. Jahrhundert
Texte: Folklorebelege bis ins 19. Jahrhundert, Studien von Greimas und Vėlius
Zeitraum: 16. bis 19. Jahrhundert
Erscheinung: kleiner Erdzwerg in grüner, blauer oder roter Kleidung
Baltischer Volksglaube mit preußischen Vorläufern bis ins 16. Jahrhundert; Folklorebelege reichen bis ins 19. Jahrhundert.
Litauen und Altpreußen; das Wort ist darüber hinaus über Litauisch, Lettisch, Finnisch und Estnisch verbreitet.
Gut erschlossen, vor allem durch Greimas und Vėlius; die altpreußischen Nachrichten zu den barstukai stehen unter Quellenkritik.
Litauisch: kaukas, von altbaltisch kaukolas, Erdklumpen oder Erdscholle. Der Name verweist auf die geringe Größe des Geistes und auf seine Herkunft aus der Erde, aus der er wie ein Klumpen des Ackers hervortritt.
Erscheinung
Der Kaukas ist anthropomorph: ein kleiner Zwerg des Untergrunds in grüner, blauer oder roter Kleidung, nur im Mondlicht oder Nebel sichtbar. Er kann sich zu einer Handvoll Staub verkleinern.
Wirkung
Als chthonischer Fruchtbarkeits- und Wohlstandsgeist bringt er Feldfrüchte, Heu und gelegentlich Kleidung, aber kein Geld, und gilt als ausschließlich gutartig. Beim ersten Kommen lässt er eine Kleinigkeit zurück; nimmt man sie an, näht man ihm zum Dank Leinenkleidung.
Die wichtigsten Aspekte des Erdgeistes auf einen Blick.
Chthonischer Hausgeist des baltischen Volksglaubens, verwandt mit den preußischen barstukai, den Dienern des Erdgottes Puschkaits.
Haus und Feld: Der Kaukas mehrt die Ernte und den Wohlstand des Hofes, dem er sich angeschlossen hat.
Kleiner Erdzwerg in grüner, blauer oder roter Kleidung, sichtbar nur im Mondlicht oder Nebel, verkleinerbar zu einer Handvoll Staub.
Bringt Feldfrüchte, Heu und gelegentlich Kleidung, aber niemals Geld; seine Gaben bleiben Produkte des Ackers.
Gaben von Brot, Milch und Bier; als Dank für seine Dienste näht man ihm Leinenkleidung. Gegenseitigkeit sichert sein Wohlwollen.
Chthonisch statt luftig, zwergengestaltig statt zoomorph, nur gutartig und ohne Geldgaben: der klare Gegenpol zum Aitvaras.
Der Name Kaukas geht auf altbaltisch kaukolas zurück, Erdklumpen oder Erdscholle, und trägt damit Herkunft und Gestalt des Geistes schon in sich: klein, erdgebunden, dem Acker zugehörig. Das Wort ist über Litauisch, Lettisch, Finnisch und Estnisch verbreitet, mit preußischen Vorläufern, und in Folklorebelegen bis ins 19. Jahrhundert bezeugt.
Zu diesen Vorläufern gehören die preußischen barstukai, die Diener des Erdgottes Puschkaits; ihre Quellen stehen allerdings unter Quellenkritik. Der Umgang mit dem Kaukas ist von Gegenseitigkeit geprägt: Beim ersten Kommen lässt er eine Kleinigkeit zurück, und wer sie annimmt, besiegelt das Verhältnis und dankt ihm mit selbst genähter Leinenkleidung.
Der Kaukas ist in der litauischen nationalen Mythologie-Rezeption und im baltischen Neuheidentum präsent, etwa in der Romuva-Bewegung.
Religionswissenschaftlich ist er ein gutartiger, chthonischer Wohlstandsgeist. Drei Klarstellungen sind wichtig: Er ist nicht mit dem feurigen, ambivalenten Aitvaras gleichzusetzen, auch wenn beide in Namenslisten als Synonyme erscheinen. Die altpreußischen Quellen zu den barstukai stehen unter Quellenkritik. Und seine Gaben sind Ackerprodukte, nie Geld.
Der Umgang mit dem Kaukas ist kein Abwehrritual, sondern gepflegte Gegenseitigkeit: Man bietet ihm Brot, Milch und Bier dar und dankt ihm für seine Gaben mit selbst genähter Leinenkleidung. Wer die Kleinigkeit annimmt, die er beim ersten Kommen zurücklässt, nimmt damit auch die Beziehung an; die Gaben sichern sein Wohlwollen und den stillen Wohlstand des Hofes.
Der Kaukas ist verwandt mit den preußischen barstukai, den Dienern des Erdgottes Puschkaits, und steht dem deutschen Zwerg und Wichtel nahe. Vom Aitvaras unterscheidet er sich klar: chthonisch statt luftig, zwergengestaltig statt zoomorph, nur gutartig und ohne Geldgaben. Zum baltischen Haussegen gehört daneben die heilige Hausschlange Žaltys; ein westslawischer Verwandter ist der Skrzat.
Was ist ein Kaukas?
Ein litauischer Hausgeist: ein kleiner chthonischer Erdzwerg, der Wohlstand und Feldfrüchte bringt und aus der Erde stammt.
Ist der Kaukas gefährlich?
Nein. Er gilt als ausschließlich gutartig, im Gegensatz zum ambivalenten und diebischen Aitvaras.
Bringt er Geld?
Nein. Er bringt Feldfrüchte, Heu und gelegentlich Kleidung, aber kein Geld; seine Gaben bleiben Ackerprodukte.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als litauischer Hausgeist und chthonischer Erdgeist steht der Kaukas für die freundliche Seite des baltischen Haussegens: kleine Gaben aus der Erde, erwidert mit Brot, Milch und selbst genähter Leinenkleidung.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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