iWell Guard

Faunus, Orakelherr der latinischen Wälder

Faunus ist Gott der römischen Tradition.

Waldgott, Fruchtbarkeitsgeber und Weissager im Traum. Als Orakelherr der latinischen Wälder offenbart sich Faunus den Schlafenden in Träumen. Faunus ist der römische Gott des Waldes, und der Eintrag ordnet ihn in den Kreis der ländlichen Gottheiten ein.

GottRom

Inhaltsverzeichnis

Faunus, Gott der römischen Überlieferung
Faunus

Faunus ist der altrömische Gott des Waldes, der Weiden und Herden, ein Fruchtbarkeitsgeber und Weissager durch Traumorakel. Er wurde mit dem griechischen Pan gleichgesetzt; von ihm leiten sich die Waldgeister der Faune ab.

Faunus zählt zu den ältesten römischen Gottheiten. Vergil nennt ihn in der Aeneis als weissagende Orakelgottheit und zugleich als legendären König von Latium; Ovid und Horaz feiern ihn als Orakel- und Fruchtbarkeitsgott und Beschützer der Felder und Herden.

Im Überblick: Faunus

Typ: Gott des Waldes, der Weiden und Herden, Orakel- und Fruchtbarkeitsgott
Herkunft: Latium, einer der ältesten römischen Götter
Texte: Vergil, Ovid, Horaz, Livius
Zeitraum: bis in die Spätantike verehrt
Erscheinung: ursprünglich ohne Hörner, nach der Gleichsetzung mit Pan als gehörnter Gott

Textgeschichte

Zeitraum der Texte

Faunus zählt zu den ältesten römischen Göttern; belegt ist er bei Vergil, Ovid, Horaz und Livius, verehrt bis in die Spätantike.

Verbreitungsraum

Der Ursprung liegt in Latium, die Verehrung reichte reichsweit; der Thetford-Schatz belegt den Kult noch im 4. Jahrhundert.

Quellenlage

Gut, literarisch wie epigrafisch: die klassische Dichtung und Inschriften, dazu Fowlers Studie zu den römischen Festen der Republik.

Name und Varianten

Lateinisch: Faunus. Der Name wird meist von einer Wurzel abgeleitet, die mit gnädig verwandt ist; eine alternative Deutung leitet ihn von einer Wurzel für den Würger, also den Wolf, ab, gestützt durch die Verbindung der Luperci, der Wolfsmänner, zu Faunus. Sein Orakelschatten trägt den Namen Fatuus, sein weibliches Gegenstück heißt Fauna oder Fatua, oft mit der Bona Dea gleichgesetzt.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

Ursprünglich war Faunus ein altitalischer Naturgott ohne feste Tiergestalt; erst durch die Gleichsetzung mit dem griechischen Pan erhielt er Hörner und ziegenartige Züge. Numinose Zeichen sind Wolfsfelle, Kränze und Trinkgefäße.

Wirkung

Faunus ist der Waldgott der freien Natur und Beschützer von Bauern, Hirten und Vieh; als Inuus macht er das Vieh fruchtbar. Als Weissager wurde sein Schatten unter dem Namen Fatuus als Orakel befragt: Er offenbarte die Zukunft in Träumen und Stimmen an jene, die in seinen Heiligtümern auf den Fellen geopferter Lämmer schliefen, ein Inkubationsorakel.

Steckbrief: Faunus

Die wichtigsten Aspekte des Waldgottes auf einen Blick.

Tradition

Einer der ältesten römischen Götter, ein altitalischer Naturgott; bei Vergil zugleich legendärer König von Latium.

Zuständig für

Bauern, Hirten, Vieh und Äcker; als Inuus ist er eigens für die Fruchtbarkeit des Viehs zuständig.

Darstellung

Ursprünglich ohne Hörner; nach der Gleichsetzung mit Pan gehörnt und ziegenartig. Wolfsfelle, Kränze und Trinkgefäße sind seine Zeichen.

Funktion

Fruchtbarkeitsgeber und Weissager: Sein Traumorakel empfing, wer in seinen Heiligtümern auf Lammfellen schlief.

Kult

Die Lupercalia am 15. Februar und die Faunalia am 13. Februar und 5. Dezember; das Kultzentrum lag auf der Tiberinsel.

Pendants

Das direkte Gegenstück ist der griechische Pan; in Gallien wurde Faunus mit dem keltischen Dusios identifiziert.

König, Orakel und Wolfsmänner: die Überlieferung

Faunus zählt zu den ältesten römischen Gottheiten. Der Name wird meist von einer Wurzel abgeleitet, die mit gnädig verwandt ist; die alternative Deutung vom Würger, also dem Wolf, stützt sich auf die Verbindung der Luperci, der Wolfsmänner, zu Faunus. Vergil nennt ihn in der Aeneis als weissagende Orakelgottheit und zugleich als legendären König von Latium.

Ovid und Horaz feiern ihn als Orakel- und Fruchtbarkeitsgott und Beschützer der Felder und Herden. Sein Orakel war ein Inkubationsorakel: Unter dem Namen Fatuus offenbarte der Gott die Zukunft in Träumen und Stimmen an jene, die in seinen Heiligtümern auf den Fellen geopferter Lämmer schliefen.

Von Pan bis zum Thetford-Schatz

Faunus ist eine zentrale Gestalt der altrömischen Religion und über die Gleichsetzung mit Pan tief in die abendländische Ikonografie eingegangen. Der Thetford-Schatz mit silbernen Löffeln, die Faunus-Inschriften tragen, belegt seine Verehrung noch im 4. Jahrhundert.

Religionswissenschaftlich ist Faunus eine alte italische Waldgottheit, ein Fruchtbarkeits- und Orakelgott und der Prototyp der römischen Naturgottheit. Zwei Klarstellungen: Faunus ist der Gott mit Kult, Orakel und Festen, während die Faune im Plural die von ihm abgeleiteten Waldgeister sind. Und die Gleichsetzung mit Pan ist literarisch; ursprünglich war Faunus ein eigenständiger altitalischer Gott ohne Hörner.

Lupercalia, Faunalia und das Traumorakel

Quellenfest sind die Lupercalia am 15. Februar, an denen Priester Ziegenfelle trugen und Vorübergehende mit Ziegenhautpeitschen schlugen, ein Fruchtbarkeitsritus, sowie die Faunalia, zwei Feste am 13. Februar im Tempel auf der Tiberinsel und am 5. Dezember, an dem Bauern rustikale Gaben brachten und tanzten. Das Kultzentrum lag auf der Tiberinsel; die Inkubation bestand im Schlaf auf Lammfellen zur Traumweissagung.

Pan, Faun und Silvanus: die Waldgötter

Faunus ist das direkte Gegenstück des griechischen Pan, mit dem er literarisch gleichgesetzt wurde; als eigener Aspekt tritt Inuus für die Fruchtbarkeit auf, und in Gallien wurde er mit dem keltischen Dusios identifiziert. Er gehört zum Kreis der Waldgötter um Silenos und Dionysos. Von ihm leiten sich die Faune ab, und mit Silvanus steht ihm der zweite große Waldgott Roms zur Seite, mit dem er teils gleichgesetzt wurde.

Häufige Fragen zu Faunus

Was ist der Unterschied zwischen Faun und Faunus?

Faunus ist der Gott mit Kult, Orakel und Festen; die Faune im Plural sind die von ihm abgeleiteten Waldgeister.

Wie weissagte Faunus?

Durch Traumorakel: Bittsteller schliefen auf Lammfellen in seinen Heiligtümern und empfingen die Zukunft in Träumen und Stimmen.

Ist Faunus dasselbe wie Pan?

Literarisch gleichgesetzt, ursprünglich aber ein eigenständiger altitalischer Gott, der erst durch die Angleichung Hörner erhielt.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Vergil: Aeneis und Georgica.
  • Ovid: Fasti.
  • Horaz: Oden.
  • Fowler, William Warde: The Roman Festivals of the Period of the Republic. London 1899.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als römischer Waldgott, Fruchtbarkeitsgeber und Traumdeuter vereint Faunus die stillen Kräfte des Landlebens; so verbindet der Orakelgott Lupercalia, Faunalia und Traumweissagung zu einem Kult, der von Latium bis in die Spätantike reichte.

Einordnung & Schutz

ISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe I zu – Geringe Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

Empfohlene Schutzmittel

iWell Guard

Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.

Alle Schutzmittel im Überblick →