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Zephyros, Frühlingsbote mit dunkler Kehrseite

Zephyros ist Gott der griechischen Tradition.

Milder Bote des Frühlings mit tödlicher Eifersucht im Mythos.

Inhaltsverzeichnis

Zephyros, der Westwind der Griechen
Zephyros

Zephyros, römisch Favonius, ist der griechische Gott des milden, fruchtbaren Westwinds und einer der vier Hauptwinde. Er bringt den Frühling und zeugt unsterbliche Pferde.

Seine Kehrseite zeigt der Mythos vom Tod des Hyakinthos: Aus Eifersucht lenkte Zephyros den von Apollon geworfenen Diskus per Windböe ab und tötete den Jüngling.

Im Überblick: Zephyros

Typ: Gott des milden Westwinds, einer der vier Hauptwinde
Herkunft: Griechische Mythologie, Sohn des Astraios und der Eos
Texte: Homer, Ilias; Ovid, Fasti; Pausanias
Zeitraum: Hesiod und Homer bis in die Kaiserzeit
Erscheinung: schöner, geflügelter Jüngling

Historische Einordnung

Zeitraum der Texte

Bezeugt von Hesiod und Homer bis in die Kaiserzeit; Kultzeugnisse reichen von Bakchylides bis Pausanias.

Verbreitungsraum

Der griechische Kulturraum; Kultorte sind bei Lakiadai an der Heiligen Straße und auf Rhodos bezeugt.

Quellenlage

Gut: mehrfach bezeugt mit Kult, von der Ilias über Ovids Fasti bis zum Altar-Zeugnis des Pausanias.

Name und Varianten

Griechisch: Zéphyros, Westwind, oft mit dem Dunkel des Westens verbunden. Römisch Favonius, der Begünstigende.

Erscheinung und Symbolik

Erscheinung

Zephyros ist ein schöner, geflügelter Jüngling; in Mosaiken erscheint er als Frühlingspersonifikation mit Fruchtkorb.

Wirkung

Er verkörpert Milde, Frühling und Fruchtbarkeit: Als milder Frühlingswind weckt er das Wachstum und begünstigt die Fahrt. Im Hyakinthos-Mythos zeigt er tödliche Eifersucht, und in der Ilias zeugt er mit der Harpyie Podarge die unsterblichen Pferde Achills, Xanthos und Balios.

Steckbrief: Zephyros

Die wichtigsten Aspekte des Westwinds auf einen Blick.

Tradition

Einer der vier Hauptwinde der Griechen, Sohn des Astraios und der Eos, römisch Favonius.

Zuständig für

Bauern und Seefahrer: Er bringt den Frühling, hilft beim Worfeln des Getreides und gibt Fahrtwind.

Darstellung

Schöner, geflügelter Jüngling; in Mosaiken Frühlingspersonifikation mit Fruchtkorb, bei Botticelli der Bläser am linken Bildrand.

Wirkungsbereich

Milde, Frühling und Fruchtbarkeit; im Mythos auch die Windböe, die den Diskus auf Hyakinthos lenkt.

Kult

Altar an der Heiligen Straße bei Lakiadai, ein Heiligtum auf Rhodos, Opfer der Argonauten für Fahrtwind.

Pendants

Der römische Favonius; als günstiger Wind steht er dem kühlen ägyptischen Nordwind Qebui nahe.

Hyakinthos, Chloris und die Pferde Achills

Zephyros ist Sohn des Astraios und der Eos, so Hesiod. In der Ilias zeugt er mit der Harpyie Podarge die unsterblichen Pferde Achills, Xanthos und Balios; bei Ovid ist er mit der Nymphe Chloris oder Flora verbunden, bei Alkaios mit Iris.

Sein dunkelster Mythos ist der Tod des Hyakinthos: Aus Neid auf Apollons Liebe zu dem Jüngling lenkte Zephyros den geworfenen Diskus per Windböe ab und tötete ihn. Der Frühlingsbote trägt damit eine eifersüchtig-tödliche Kehrseite.

Von Botticelli bis zum englischen zephyr

Der Raub oder das Werben des Zephyros um Chloris und Flora ist in der Kunst beliebt; auf Botticellis Geburt der Venus bläst links der geflügelte Zephyros. Das englische Wort zephyr bezeichnet bis heute eine milde Brise.

Religionswissenschaftlich steht Zephyros für den überwiegend günstigen Windgott mit dunkler Kehrseite. Drei Klarstellungen: Seine Gattin ist je nach Quelle Chloris und Flora oder Iris, kein Widerspruch, sondern verschiedene Traditionen. Xanthos und Balios sind die Pferde Achills, nicht Zephyros‘ eigene. Und der Altar liegt in Lakiadai, nicht in Eleusis selbst.

Altäre für den günstigen Wind

Zephyros erhielt nachweislich Kult: Pausanias nennt einen Altar des Zephyros an der Heiligen Straße zwischen Athen und Eleusis beim Ort Lakiadai. Bei Bakchylides weiht Eudemos auf Rhodos dem Zephyros ein Heiligtum als Dank für das Worfeln des Getreides, und die Argonauten opferten ihm für Fahrtwind.

Günstige Winde im Vergleich

Zephyros ist der Bruder der übrigen Anemoi, neben Boreas, Notos und Euros, und entspricht dem römischen Favonius. Als milder, fruchtbarer Wind steht er dem kühlen ägyptischen Nordwind Qebui und anderen als günstig geltenden Winden nahe.

Häufige Fragen zu Zephyros

Welcher Wind ist Zephyros?

Der Westwind, römisch Favonius, mild und fruchtbar, Bote des Frühlings.

Wie tötete er Hyakinthos?

Aus Eifersucht lenkte er den von Apollon geworfenen Diskus per Windböe ab, sodass er Hyakinthos tödlich traf.

Wer ist seine Gattin?

Je nach Quelle Chloris und Flora oder Iris; es sind verschiedene Traditionen, kein Widerspruch.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Homer: Ilias, Buch 16. 8. Jahrhundert v. Chr.
  • Ovid: Fasti, Buch 5. 1. Jahrhundert.
  • Gantz, Timothy: Early Greek Myth. Baltimore 1993.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Zephyros trägt als griechischer Westwind den Frühling nach Hellas, und doch erzählt gerade sein Mythos, dass auch ein milder Frühlingswind töten kann: Zwischen Fruchtkorb und Diskuswurf liegt nur eine Böe.

Einordnung & Schutz

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Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

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