Ha ist Gott der ägyptischen Tradition.
Herr der Westwüste, Schützer gegen Feinde aus dem Westen.
Ha ist der altägyptische Gott der westlichen Wüste und trägt den Titel Herr des Westens. Als Personifikation des Wüstenlandes westlich des Nils schützte er Ägypten vor Feinden aus dem Westen und sicherte dem Verstorbenen den westlichen Himmelspol.
Sein Kennzeichen ist das dreigipfelige Bergland-Zeichen, das er als Standarte auf dem Kopf trägt und mit dem sein Name geschrieben wird. Ha war kein großer Tempelgott, sondern ein Richtungs- und Grenzwächter, der vor allem in den Totentexten des Alten und Mittleren Reiches auftritt.
Typ: Wüsten- und Richtungsgott, Personifikation der Westwüste
Herkunft: Altes Ägypten, Erstbelege in der 3. Dynastie
Texte: Pyramidentexte, Sargtexte, ptolemäische Tempelreliefs
Zeitraum: Altes Reich bis Ptolemäerzeit
Erscheinung: Mann mit dem dreigipfeligen Bergland-Zeichen auf dem Kopf
Erstbelege reichen in die 3. Dynastie. Ha erscheint in den Pyramidentexten, ausführlich in den Sargtexten und bleibt bis in ptolemäische Tempelreliefs bezeugt.
Die westliche Wüste Ägyptens und das Fayum. Ha personifiziert das Wüstenland westlich des Nils, den Rand der geordneten Welt.
Gut dokumentiert: Pyramidentexte, Sargtexte und Tempelreliefs bis in die Ptolemäerzeit, dazu die Standardlexika der Ägyptologie.
Ägyptisch: Ha, geschrieben mit dem dreigipfeligen Bergland-Zeichen, das der Gott als Standarte auf dem Kopf trägt. Die wörtliche Bedeutung des Namens ist unbekannt; die verbreitete Übersetzung als Wüste ist nicht belegt. Auch die populären Epitheta Herr der Libyer und das Nilpferd-Motiv gelten als unbelegt.
Erscheinung
Ha ist menschengestaltig, meist mit Lendenschurz und Perücke dargestellt, auf dem Kopf das Bergland-Zeichen als Standarte, teils mit Messer oder Bogen. Die Waffen verweisen auf die Härte der Wüste und auf seine Schutzfunktion.
Wirkung
Ha ist die Personifikation der westlichen Wüste, geographisch wie symbolisch: Der Westen ist das Land der untergehenden Sonne und das Totenreich. Er schützt gegen Feinde aus dem Westen, gegen Wüstennomaden und Libyer, und sichert in den Sargtexten den westlichen Himmelspol und den Verstorbenen.
Die wichtigsten Aspekte des Wüstengottes auf einen Blick.
Kleiner Gott des Alten Ägypten, Personifikation der Westwüste. Bildet mit Sopdu für den Osten und Dedun für den Süden eine Richtungs- und Grenztriade.
Die Westgrenze Ägyptens und die Verstorbenen: In den Sargtexten sichert Ha den westlichen Himmelspol und steht dem Toten auf dem Weg in den Westen bei.
Mann mit Lendenschurz und Perücke, auf dem Kopf das dreigipfelige Bergland-Zeichen als Standarte, teils mit Messer oder Bogen als Zeichen der Wehrhaftigkeit.
Schutz der Westgrenze: Abwehr von Feinden aus dem Westen, von Wüstennomaden und Libyern; zugleich Richtungswächter des Westens im Totenglauben.
Ein eigener Tempel oder ein Fest ist nicht sicher bezeugt. Ha tritt vor allem in Totentexten auf; auf Särgen der herakleopolitanischen Zeit steht er auf der Westseite.
Sopdu (Osten) und Dedun (Süden) als Richtungsgötter, der ältere Oasengott Asch sowie Seth als Gott der Wüste, dem Ha thematisch nahesteht.
Der Name Ha wird mit dem dreigipfeligen Bergland-Zeichen geschrieben, das er als Standarte trägt; die wörtliche Bedeutung ist unbekannt, die verbreitete Übersetzung Wüste nicht belegt. Erstbelege reichen in die 3. Dynastie; er erscheint in den Pyramidentexten und ausführlich in den Sargtexten und bleibt bis in ptolemäische Tempelreliefs bezeugt.
In der Götterlandschaft der Wüstenränder verdrängte Ha den älteren Oasengott Asch. Thematisch steht er Seth als Wüstengott nahe, ohne mit ihm identisch zu sein: Während Seth die chaotische Kraft der Wüste verkörpert, ist Ha ihr wohlwollender Wächter. In den Sargtexten übernimmt er eine klar umrissene Aufgabe für den Verstorbenen, die Sicherung des westlichen Himmelspols, jenes Ortes, an dem der Tote in das Jenseits übertritt.
Ha erscheint als kleiner Wüstengott in den Standardlexika der Ägyptologie; eine aktuelle Fachstudie widmet sich dem von ihm verkörperten Wüstenkonzept. Als Kuriosum trägt der Dinosaurier Hagryphus giganteus seinen Namen.
Religionswissenschaftlich ist Ha ein wohlwollender Schutzgott der Westwüste. Drei Klarstellungen sind wichtig: Sein Name bedeutet nicht wörtlich Wüste, die Bedeutung ist unbekannt. Die populären Epitheta Herr der Libyer und das Nilpferd-Motiv sind unbelegt. Und seine Verehrung ist nicht erst spät anzusetzen, sondern seit dem Alten Reich fassbar.
Ein eigener Tempel oder ein festes Fest ist für Ha nicht sicher bezeugt; er war ein kleiner Gott, der vor allem in Totentexten und als Richtungs- und Grenzwächter auftritt. Auf Särgen der herakleopolitanischen Zeit steht sein Name auf der Westseite, der Seite, über die der Verstorbene in das Jenseits eintritt. Wer im Alten Ägypten die Westwüste durchquerte oder seine Toten dem Westen anvertraute, bewegte sich damit im Zuständigkeitsbereich dieses stillen Gottes.
Ha bildet mit Sopdu für den Osten und Dedun für den Süden eine Richtungs- und Grenztriade, die die Ränder der geordneten Welt göttlich besetzt. Er verdrängte den älteren Oasengott Asch, und thematisch steht er Seth als Wüstengott nahe, ohne mit ihm identisch zu sein. Im Totenglauben berührt sich seine Rolle mit der des Anubis, der als Totengott ebenfalls eng mit dem Westen verbunden ist. Eigene Artikel behandeln Sopdu, Ash und Pakhet.
Wer ist Ha?
Der altägyptische Gott der westlichen Wüste, Herr des Westens. Er schützt Ägypten vor Feinden aus dem Westen und sichert dem Verstorbenen den westlichen Himmelspol.
Bedeutet sein Name Wüste?
Nein. Die Bedeutung des Namens ist unbekannt; er ist nur mit dem dreigipfeligen Bergland-Zeichen verknüpft, mit dem er geschrieben wird.
Hatte Ha einen eigenen Tempel?
Ein eigener Tempel ist nicht sicher bezeugt. Ha war ein kleiner Gott, der vor allem in den Totentexten und als Grenzwächter des Westens auftritt.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als ägyptischer Wüstengott und Herr des Westens gehört Ha zu den stillen Gestalten des Pantheons: kein Tempelherr, aber ein fester Bezugspunkt an der Grenze zwischen der geordneten Welt und der Wüste.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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