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Kul, der stille Herr der Fische in Sápmi

Kul ist Geist der samischen Überlieferung.

Herr der Fische, von Melodien angelockt, den Quellen nach giftig. Der stille Herr der Fische in Sápmi lässt sich der Überlieferung nach von Melodien anlocken.

GeistSami

Inhaltsverzeichnis

Kul, Geist der samischen Überlieferung
Kul

Kul ist ein Wasser- und Fischgeist der samischen Überlieferung, ein Herr der Fische, giftig und von Musik angezogen.

Er steht im Umfeld des Wassergottes Čáhcealmmái; die Quellenlage zu Kul ist die dünnste unter den nordischen Wassergeistern.

Im Überblick: Kul

Typ: Wasser- und Fischgeist, Herr der Fische
Herkunft: mündliche samische Überlieferung Sápmis
Texte: knappe Kurzbelege
Zeitraum: vormodern, christlich überformt
Erscheinung: feste Gestalt kaum überliefert

Historische Einordnung

Zeitraum der Texte

Mündlich getragen und stark christlich überformt.

Verbreitungsraum

Sápmi und Lappland: die Gewässer des samischen Siedlungsraums.

Quellenlage

Dünn: nur knappe Kurzbelege.

Name und Varianten

Samisch: Das Wort kul steht im samischen und finno-ugrischen Wortfeld für Fisch, weshalb Kul als Fischgeist gilt; die Deutung ist plausibel, nicht seitengenau abgesichert.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

Kaum Konkretes überliefert; das Bild ergibt sich aus seiner Rolle als Herr der Fische.

Wirkung

Giftig und von Melodien angezogen. Seine Gunst entscheidet über den Fang.

Steckbrief: Kul

Die wichtigsten Aspekte des Fischgeistes im Überblick.

Tradition

Wasser- und Fischgeist im schamanistisch geprägten Naturgeister-System der Samen.

Zuständig für

Fischfang und Jagd, dem Wassergott Čáhcealmmái nachgeordnet.

Darstellung

Keine feste Gestalt überliefert; das Bild bleibt auf Rolle und Wirkung beschränkt.

Wirkungsbereich

Lockt mit Melodien, gilt als giftig, entscheidet mit über den Fischfang.

Kult

Opfer an Wassergott und Wassermann, eingebettet in das samische Sieidi-System.

Abgrenzung

Der Berg- und Waldunhold Stallo gehört zum samischen Geisterspektrum, nicht zu den Wassergeistern.

Zwischen Melodie und Gift: die Herkunft des Kul

Kul ist in der samischen Überlieferung ein Wasser- und Fischgeist, giftig und musikliebend genannt; das Wort kul bedeutet Fisch, weshalb er als Herr der Fische gilt, im Umfeld des Wassergottes Čáhcealmmái. Die samische Religion ist schamanistisch geprägt; ihre Naturgeister strukturieren die Landschaft wie das finnische Haltija-System.

Randgestalt der samischen Überlieferung

Kul erscheint vor allem in Übersichten zur samischen Mythologie; eine breite eigene Rezeption ist nicht belegt. Er gehört ins samische Naturgeister-System, verwandt dem finnischen Haltija-Prinzip. Klarstellung: Die Belege sind knapp, der Steckbrief bleibt vorsichtig.

Opfergaben statt fester Ritualformeln

Für die samische Fischgeisterverehrung sind Opfer an Wassergott und Wassermann überliefert. Üblich: Amulett, Räuchern, Salz.

Wassergeister des Nordens im Vergleich

Kul steht neben dem samischen Wassergott Čáhcealmmái. Verwandt durch Kultur, nicht Wasser, sind Stallo und Horagalles; als musikliebender Wassergeist ähnelt Kul eher dem finnischen Näkki und der Ved-ava.

Häufige Fragen zu Kul

Ist Kul ein Gott oder ein Geist?

Eher ein Geist; übergeordnet ist der Wassergott Čáhcealmmái.

Warum ist die Quellenlage so dünn?

Die samische Überlieferung war mündlich und christlich überformt.

Weiterführende Verlinkungen

Literatur (Auswahl)

Quelle:

  • Rydving, Håkan: The End of Drum-Time. Religious Change among the Lule Saami. Uppsala 1993.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Wer nach Kul samisch sucht oder wissen will, was ein samischer Wassergeist der Fischer ist, findet dieselbe zurückhaltend überlieferte Gestalt: einen Herrn der Fische, den Melodien anlocken.

Einordnung & Schutz

IIISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe III zu – Belastende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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