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Varuna, Wächter der Wahrheit und Herr der Gewässer

Varuna ist Gott der hinduistischen Tradition.

Hüter des Eides, dessen Schlinge Lug und Meineid bindet. Als Wächter der Wahrheit bindet Varuna mit seiner Schlinge alle, die Eid und Wahrheit brechen. H1 und Titel heben Varuna als vedischen Hüter der kosmischen Ordnung hervor.

Inhaltsverzeichnis

Varuna, Gott der hinduistischen Tradition
Varuna

Varuna zählt zu den ältesten Göttern Indiens, ein Aditya, Sohn der Göttin Aditi. Im Rigveda wacht er über das Rta, die kosmische Ordnung. Seine Schlinge bindet Eidbrüchige, doch wer seine Schuld bekennt, dem vergibt er.

Mit Indras, Vishnus und Shivas Aufstieg wurde er zum Lokapala des Westens und Herrn der Gewässer.

Auf einen Blick: Varuna

Typ: Vedischer Ordnungsgott, später Gott der Gewässer
Herkunft: Adityas-Geschlecht
Texte: Rigveda bis Puranas
Zeitraum: ca. 1500 v. Chr. bis heute
Erscheinung: königliche Gestalt mit Schlinge, auf einem Seewesen reitend

Herkunftsraum und Quellen

Zeitraum der Texte

Rigveda bis in die Puranas, der Küstenkult ist bis heute lebendig.

Verbreitungsraum

Der indische Subkontinent, heute vor allem Küsten- und Fischergemeinden.

Quellenlage

Sehr gut: Veden, Epen, Puranas und eine dichte Forschungsliteratur.

Name und Varianten

Sanskrit: Varuna gehört zu den Adityas und trägt den Beinamen Lokapala des Westens. Eine frühere Gleichsetzung mit dem griechischen Uranos gilt heute als unsicher.

Erscheinung und Symbolik

Erscheinung

Varuna thront als König mit goldenem Mantel, sein Zeichen ist die Schlinge Pasha; vierarmig reitet er auf dem Makara.

Wirkung

Meineid zieht seine Fesseln nach sich, doch Bekenntnis löst sie; als Herr der Gewässer schenkt er Regen und Fahrt.

Steckbrief: Varuna

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick.

Tradition

Vedischer Hochgott der Adityas.

Zuständig für

Eid, kosmische Ordnung, Ozean und Regen.

Darstellung

Königsgestalt mit Schlinge, auf einem Seewesen reitend.

Funktion

Richter über Eid, Spender von Regen und Fahrt.

Kult

Bekenntnis, Tarpana-Opfer, Kokosgabe bei Narali Purnima.

Verwandtes

Die Flussgöttin Yamuna, fern der griechische Poseidon.

Die Schlinge des Eides und der Weg zum Wasser

Die Hymnen des Sehers Vasishtha zeigen Varuna als Richter, der Vergehen kennt, bevor sie ausgesprochen werden: Seine Schlinge bindet den Eidbrüchigen, die Brahmana-Texte nennen die Wassersucht als Strafe.

Mit Indras, Vishnus und Shivas Aufstieg verlor er seinen Rang als Himmelskönig. Lüders sah seinen Sitz von jeher im Wasser, weil dort Eid und Wahrheit wohnen.

Vom Tempelkult zum Motto der Marine

Aus dem Tempelalltag ist Varuna fast verschwunden: Die indische Marine führt das Motto „Sham No Varunah“, an der Konkan-Küste lebt sein Kult im Fest Narali Purnima fort. Populäre Nacherzählungen machen ihn schlicht zum Meeresgott, was seine ältere Rolle als Ordnungshüter verkürzt.

Die Forschung sieht in ihm einen verdrängten Hochgott, der Befund bleibt umstritten.

Bekenntnis, Opfer und die Gabe ans Meer

Die Schutzformen richten sich gegen Varunas Strafe, nicht gegen ihn: Bekenntnis und die Bitte um Lösung der Schlingen, Wasserspenden und die Anrufung vor Seereisen. Bis heute gilt an den Küsten die Kokosgabe bei Narali Purnima, dazu Amulett, Weihwasser und Salz als altes Reinigungsmittel.

Meeresherrscher im Kulturvergleich

Auch der griechische Poseidon beantwortet Frevel mit Sturm, Japans Kappa kennt eigene Regeln am Wasser. Varuna steht als Herr aller Gewässer neben der Flussgöttin Ganga.

Häufige Fragen zu Varuna

Ist Varuna ein Meeresgott?

Erst in zweiter Linie: Im Rigveda ist er vor allem Hüter der Ordnung und des Eides, die Gewässer treten erst später hinzu.

Wird er noch verehrt?

Ja, an Indiens Küsten bei Narali Purnima und als Jhulelal der Sindhi-Hindus.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen:

  • Jan Gonda: Die Religionen Indiens I. Veda und älterer Hinduismus. 1960.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Ob als vedischer Gott Varuna gesucht oder als Varuna Gott des Wassers: Gemeint ist derselbe Hüter der Ordnung, dessen Schlinge einst den Eidbrüchigen band.

Einordnung & Schutz

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Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

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