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Vayu, Lebensatem der vedischen Welt

Vayu ist Gott der hinduistischen Tradition.

Wind, Lebensatem und Wächter des Nordwestens.

Inhaltsverzeichnis

Vayu, der Windgott der Veden
Vayu

Vayu ist der vedisch-hinduistische Gott des Windes und des Lebensatems, prana. Er ist eng mit Indra verbunden, erhält beim Soma-Opfer als erster Gott den Soma und ist als Weltenhüter der Wächter der Nordwestrichtung.

Bereits im Rigveda ist Vayu präsent, dort mit Indra zur Doppelgottheit Indra-Vayu verbunden; in den Upanishaden wird er als Prana, der Lebensatem der Welt, verehrt. Er gilt als Vater des Hanuman und des Bhima, die beide für übermenschliche Kraft bekannt sind.

Auf einen Blick: Vayu

Typ: Gott des Windes, der Luft und des Lebensatems, Weltenhüter des Nordwestens
Herkunft: Indischer Subkontinent, vedische Tradition
Texte: Rigveda, Upanishaden, Epen und Puranas
Zeitraum: Rigveda bis in die heutige Praxis
Erscheinung: kräftige Gestalt mit Banner, auf einer Gazelle reitend

Historischer Hintergrund

Zeitraum der Texte

Die Überlieferung reicht vom Rigveda über Upanishaden, Epen und Puranas bis in die heutige Praxis von Pranayama und Vastu-Richtungslehre.

Verbreitungsraum

Der indische Subkontinent; als Weltenhüter des Nordwestens ist Vayu in der Tempel-Kosmologie des gesamten hinduistischen Raums verankert.

Quellenlage

Sehr gut und primärquellenreich: Rigveda, Upanishaden, Ramayana und Mahabharata, dazu die klassischen Handbücher der vedischen Mythologie.

Name und Varianten

Sanskrit: vayu bedeutet Wind oder Luft, zur Wurzel va, wehen. Beinamen sind Vata, der Wehende, Pavana, der Reinigende, Prana, der Lebenshauch, und Anila. Alle diese Namen bezeichnen dieselbe Gottheit, kein Trio.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Vayu wird später ikonografisch als kräftige Gestalt dargestellt, oft mit Banner oder Fahne, auf einer Gazelle oder Antilope reitend; als Naturmacht ist er der allgegenwärtige Wind und Atem.

Wirkung

Vayu ist Wind, Luft, Bewegung und Lebensatem. Als Dikpala oder Lokapala, Weltenhüter, wacht er über die Nordwestrichtung; er vermittelt zwischen Himmel und Erde und ist Träger von Kraft, Schnelligkeit und Reinigung. Als Vater des Hanuman im Ramayana und des Bhima im Mahabharata steht er hinter zwei Gestalten übermenschlicher Kraft.

Steckbrief: Vayu

Die wichtigsten Aspekte des Windgottes auf einen Blick.

Kulturkontext

Vedische Gottheit mit ununterbrochener Präsenz: im Rigveda mit Indra gekoppelt, in den Upanishaden als Prana, der Lebensatem der Welt, verehrt.

Zuständig für

Ritual, Yoga und Tempel-Kosmologie: Vayu wird für Lebenskraft und Atem angerufen, mit Bezug zum prana in Yoga und Ritual.

Darstellung

Kräftige Gestalt mit Banner oder Fahne, auf einer Gazelle oder Antilope reitend; als Naturmacht der allgegenwärtige Wind und Atem.

Wirkungsbereich

Wind, Luft, Bewegung und Lebensatem; als Weltenhüter des Nordwestens Vermittler zwischen Himmel und Erde, Träger von Kraft und Reinigung.

Kult

Beim Soma-Opfer erhält Vayu als erster Gott den Soma; als Richtungs-Schutzgott des Nordwestens ist er fest in Ritual und Tempel-Kosmologie eingebunden.

Pendants

Funktional dem Maori-Sturmgott Tawhirimatea und dem griechischen Aiolos vergleichbar; verwandt ist der avestische Vayu oder Vata.

Vom Rigveda zu den Weltenhütern

Sanskrit vayu bedeutet Wind oder Luft, zur Wurzel va, wehen; Beinamen sind Vata, der Wehende, Pavana, der Reinigende, Prana, der Lebenshauch, und Anila. Vayu ist bereits im Rigveda präsent, dort eng mit Indra als Doppelgottheit Indra-Vayu verbunden, und erhält beim Soma-Opfer als erster Gott den Soma.

In den Upanishaden wird er als Prana, der Lebensatem der Welt, verehrt; die spätere Kosmologie macht ihn zum Dikpala oder Lokapala, zum Weltenhüter der Nordwestrichtung. In den Epen tritt er als Vater auf: Hanuman im Ramayana trägt den Beinamen Vayuputra, Sohn des Windes, und Bhima gehört zu den Pandavas des Mahabharata.

Fortleben und Deutung

Vayu ist durchgehend präsent, von den Veden über die Epen bis in die heutige Praxis von Pranayama und der Vastu-Richtungslehre; die Hanuman-Verehrung trägt den Vayu-Bezug bis heute weiter.

Religionswissenschaftlich ist Vayu machtvoll, aber überwiegend wohlwollend und ordnend, mit Lebensatem, Reinigung und Richtungsschutz; das zerstörerische Potenzial des Windes ist präsent, aber nicht sein Hauptcharakter. Drei Klarstellungen sind wichtig: Vayu, Vata und Pavana sind Namen derselben Gottheit, kein Trio. Er ist trotz der engen Kopplung Indra-Vayu nicht mit Indra identisch. Und die Sturmschar der Marut sowie Rudra sind von ihm zu unterscheiden.

Richtungsschutz, Soma und Lebensatem

Als Lokapala ist Vayu in Ritual und Tempel-Kosmologie eingebunden, als Richtungs-Schutzgott im Nordwesten; er wird unter anderem für Lebenskraft und Atem angerufen, mit Bezug zum prana in Yoga und Ritual. Anders als bei vielen anderen Windwesen besteht hier ein realer, breit dokumentierter Kult- und Textbezug: vom Soma-Opfer der vedischen Zeit bis zur heutigen Atempraxis des Pranayama.

Vayu zwischen Iran, Griechenland und dem Pazifik

Funktional ist Vayu dem Maori-Sturmgott Tawhirimatea und dem griechischen Windherrn Aiolos vergleichbar; als Lebensatem berührt er den iranischen Vayu oder Vata der avestischen Tradition, mit dem eine belastbare indo-iranische Verwandtschaft besteht. Als Opfer- und Windgott steht er zudem dem Feuergott Agni nahe; über die buddhistische Bildtradition wurde seine Gestalt bis zum japanischen Fujin weitergetragen.

Häufige Fragen zu Vayu

Was bedeutet der Name Vayu?

Wind oder Luft, zur Wurzel va, wehen; Beinamen sind Vata, der Wehende, Pavana, der Reinigende, und Prana, der Lebenshauch.

Ist Vayu dasselbe wie Indra?

Nein. Trotz der engen vedischen Kopplung als Doppelgottheit Indra-Vayu bleiben es zwei Gottheiten.

Wessen Vater ist Vayu?

Des Hanuman und des Bhima, die beide für übermenschliche Kraft bekannt sind; Hanuman trägt den Beinamen Vayuputra, Sohn des Windes.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Macdonell, Arthur Anthony: Vedic Mythology. Straßburg 1897.
  • Doniger O’Flaherty, Wendy: The Rig Veda. An Anthology. London 1981.
  • Dimmitt, Cornelia / van Buitenen, J. A. B. (Hg.): Classical Hindu Mythology. Philadelphia 1978.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als vedischer Windgott und Gott des Lebensatems verbindet Vayu Naturgewalt und Innerlichkeit wie kaum eine andere Gestalt: derselbe Wind, der über den Subkontinent fegt, wird im Atem jedes Menschen greifbar gedacht.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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