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Tate, Hausvater der Winde

Tate ist Gott der Lakota-Überlieferung.

Der Wind selbst und Vater der vier Windrichtungen.

GottLakota

Inhaltsverzeichnis

Tate, der Windvater der Lakota
Tate

Tate ist bei den Lakota der Wind und der Vater der vier Windrichtungen. In Walkers Schöpfungszyklus ist er der Gefährte Skans und Hausvater der Winde; seine Söhne werden ausgesandt, um die vier Himmelsrichtungen festzulegen, woraus Richtungen und Jahreszeiten hervorgehen.

Tȟaté bedeutet schlicht Wind und personifiziert den Wind schlechthin. Zentral ist die Gestalt in James R. Walkers Schöpfungszyklus, popularisiert in der Sammlung The Sons of the Wind; der geschlossene Erzählbogen ist in dieser runden Form maßgeblich Walkers literarisches Werk.

Im Überblick: Tate

Typ: Windgott, Vater der vier Windrichtungen
Herkunft: Lakota, nördliche Plains
Texte: Walker-Zyklus, popularisiert in The Sons of the Wind
Zeitraum: Lakota-Überlieferung, dokumentiert um 1900
Erscheinung: meist ohne feste Gestalt, Gefährte Skans

Textgeschichte

Zeitraum der Texte

Lakota-Überlieferung im Walker-Zyklus, dokumentiert um 1900 und teils literarisch rekonstruiert; popularisiert 1984 in The Sons of the Wind.

Verbreitungsraum

Die Lakota der nördlichen Plains; Tate gehört in Kosmologie und Ritual, besonders in die Anrufung der vier Richtungen.

Quellenlage

Mäßig: die Hauptbelege stammen von Walker (Lakota Myth, Lakota Belief and Ritual), dazu die Ausgabe The Sons of the Wind.

Name und Varianten

Lakota: Tȟaté bedeutet Wind. Der Name personifiziert den Wind schlechthin, ohne weitere Beinamen; die Windsöhne tragen eigene Namen für die vier Richtungen.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Tate hat meist keine feste Gestalt; bei Walker ist er teils der erschaffene Gefährte Skans und Hausvater der Winde. Er verkörpert den Wind als ordnendes Prinzip.

Wirkung

Tate ist der Vater der vier älteren Windsöhne: Yata im Norden, Eya im Westen, Yanpa im Osten und Okaga im Süden, dazu des jüngsten, Yum oder Yumni, des Wirbelwinds. Verheiratet ist er mit Ite oder Anog Ite, dem Doppelgesicht. Die Söhne werden ausgesandt, um die vier Himmelsrichtungen festzulegen; daraus gehen Richtungen und Jahreszeiten hervor.

Steckbrief: Tate

Die wichtigsten Aspekte des Windvaters auf einen Blick.

Kulturkontext

Windgott der Lakota-Kosmologie, im Walker-Zyklus Gefährte Skans und Hausvater der Winde; über ihm steht die Himmels- und Bewegungskraft Skan.

Zuständig für

Den Wind und die Ordnung der Himmelsrichtungen: Seine ausgesandten Söhne legen die vier Richtungen fest, aus denen die Jahreszeiten hervorgehen.

Darstellung

Meist ohne feste Gestalt; greifbar wird Tate als Hausvater, dessen fünf Söhne die Winde sind und dessen Frau Ite, das Doppelgesicht, ist.

Funktion

Ordnendes Prinzip des Windes: Vater von Yata, Eya, Yanpa und Okaga sowie des Wirbelwinds Yum, der keine eigene Richtung erhält.

Umgang

Keine eigenständige Tate-Schutzform; er lebt in der zeremoniellen Anrufung der vier Richtungen fort. Einzelheiten bleiben aus Respekt ausgespart.

Vergleichbares

Typologisch nah steht der irokesische Gaoh, der die vier Tierwinde ordnet; über Tate steht Taku Skanskan.

Der Schöpfungszyklus um Tate und seine Söhne

Tȟaté bedeutet Wind und personifiziert den Wind schlechthin. Tate ist zentral in James R. Walkers Schöpfungszyklus, popularisiert in der Sammlung The Sons of the Wind: Dort ist er der erschaffene Gefährte Skans und Hausvater der Winde, verheiratet mit Ite oder Anog Ite, dem Doppelgesicht.

Seine Söhne, Yata im Norden, Eya im Westen, Yanpa im Osten, Okaga im Süden und der jüngste Wirbelwind Yum, werden ausgesandt, um die vier Himmelsrichtungen festzulegen; daraus gehen Richtungen und Jahreszeiten hervor. Wichtig bleibt die Quellenkritik: Der geschlossene Erzählbogen um Tate, seine Frau Ite und die vier Winde ist in dieser runden Form maßgeblich Walkers literarischer Zyklus.

Nachwirkung und Quellenkritik

Über die Sammlung The Sons of the Wind ist Tate weit verbreitet, oft ohne Reflexion des Walker-Ursprungs.

Religionswissenschaftlich zeigt Tate den Wind als ordnenden Vater der Himmelsrichtungen. Wichtige Klarstellung: Der mythologisch runde Tate-Ite-Zyklus ist kein einheitlicher alter Mythos; Ella Deloria kritisierte Walkers Vermischung von Fiktion und Überlieferung, und die Herausgeber weisen die Walker-eigenen Elemente aus.

Die Anrufung der vier Richtungen

Eine eigenständige Tate-Schutzform gibt es nicht; er lebt in der zeremoniellen Anrufung der vier Richtungen fort. Aus Respekt vor Lakota-Zeremonialwissen wird dies zurückhaltend behandelt. Dass die Richtungen selbst auf die ausgesandten Windsöhne zurückgeführt werden, macht Tate zum stillen Bezugspunkt dieser Praxis, ohne dass ihm ein eigener Kult zukäme.

Windväter und Windfamilien im Vergleich

Tate ist der Vater einer Windrichtungs-Familie und steht damit typologisch dem irokesischen Gaoh nahe, der die vier Tierwinde ordnet. Über ihm steht die Himmels- und Bewegungskraft Taku Skanskan, unter seinen Kindern fällt der Wirbelwind Yum aus der geordneten Struktur heraus. Der Nordwind-Riese Waziya gehört derselben Überlieferungswelt an, ist aber eine eigenständige Wintergestalt und kein Windsohn.

Häufige Fragen zu Tate

Wer ist Tate?

Der Wind und Vater der vier Windrichtungen der Lakota; in Walkers Schöpfungszyklus der Gefährte Skans und Hausvater der Winde.

Wie heißen die vier Windsöhne?

Yata im Norden, Eya im Westen, Yanpa im Osten und Okaga im Süden, dazu der jüngste Wirbelwind Yum.

Ist der Tate-Zyklus alt?

Der runde Erzählbogen ist maßgeblich Walkers literarischer Zyklus, kein einheitlicher alter Mythos; Ella Deloria kritisierte die Vermischung von Fiktion und Überlieferung.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

  • Taku Skanskan – die Himmels- und Bewegungskraft über Tate
  • Yum – der Wirbelwind, das jüngste der fünf Windkinder
  • Waziya – der Nordwind-Riese derselben Überlieferung
  • Salbei, Amulett, Schutzkerze – Zeichen des ehrfürchtigen Umgangs

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Walker, James R.: Lakota Myth. Lincoln 1983.
  • Dooling, D. M. (Hg.): The Sons of the Wind. The Sacred Stories of the Lakota. New York 1984.
  • Walker, James R.: Lakota Belief and Ritual. Lincoln 1980.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

In den Nacherzählungen bleibt Tate der Lakota Windvater schlechthin: der Vater der vier Winde, dessen ausgesandte Söhne den Himmelsrichtungen ihren Ort gaben, und zugleich eine Gestalt, deren runde Erzählform erst die Feder Walkers geschaffen hat.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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