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Sieben Gipfel, ein Apu: Pichu Pichu

Apu Pichu Pichu ist Berggott der Quechua-Tradition.

Vulkan bei Arequipa mit dem jüngsten bekannten Capacocha-Opfer.

GottQuechua

Inhaltsverzeichnis

Apu Pichu Pichu, der vielgipflige Berggott
Apu Pichu Pichu

Apu Pichu Pichu ist ein erodierter Vulkan mit sieben Gipfeln rund dreißig Kilometer östlich von Arequipa; der höchste misst etwa 5664 Meter. Sein Sägezahn- und Kammprofil prägt den Horizont der Region ebenso wie seinen Namen.

Der Berg ist eine gut belegte inkazeitliche Capacocha-Opferstätte mit mehreren Kinder- und Jugendlichenbestattungen; das Individuum Pichu Pichu 2, etwa dreieinhalb Jahre alt, gilt als das jüngste bekannte Capacocha-Opfer.

Auf einen Blick: Apu Pichu Pichu

Typ: Apu, Schutzherr, Regen- und Wasserspender
Herkunft: Region Arequipa, Südperu
Texte: inkazeitliche Capacocha, moderne Archäologie
Zeitraum: Inkazeit bis Gegenwart
Erscheinung: erodierter Vulkan mit sieben Gipfeln, bis etwa 5664 Meter

Historischer Hintergrund

Zeitraum der Texte

Inkazeitlich als hochrangiges Heiligtum genutzt; die Funde von 1965 und 1996 verankern den Berg fest in der modernen Höhenarchäologie.

Verbreitungsraum

Rund dreißig Kilometer östlich von Arequipa in Südperu; als Apu wacht der Berg über das Umland der Stadt.

Quellenlage

Sehr gut: archäologisch gesichert durch die Funde von 1965 und die Grabungen von 1996, publiziert unter anderem von Socha, Reinhard und Chávez Perea.

Name und Varianten

Quechua: Der Name ist eine Reduplikation, meist als Gipfel-Gipfel oder vielgipfliger Berg gedeutet, zu pikchu, Gipfel oder pyramidale Bergspitze; die Herleitung ist unsicher.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Pichu Pichu hat ein charakteristisches Sägezahn- und Kammprofil; die Vielgipfligkeit gab dem Berg seinen Namen. Als Apu gilt er als Wächter über das Umland von Arequipa.

Wirkung

Der Apu ist Schutzherr sowie Regen- und Wasserspender; in der Inka-Staatsreligion war er ein hochrangiges Heiligtum und Ziel ritueller Höhenpilgerfahrten.

Steckbrief: Apu Pichu Pichu

Der siebengipflige Wächter Arequipas im Kurzporträt.

Kulturkontext

Hochrangiges Heiligtum der Inka-Staatsreligion und Ziel ritueller Höhenpilgerfahrten in der Capacocha-Landschaft Südperus.

Bezogen auf

Das Umland von Arequipa, dem der Apu als Wächter gilt und dem er Regen und Wasser spendet.

Darstellung

Erodierter Vulkan mit charakteristischem Sägezahn- und Kammprofil aus sieben Gipfeln.

Funktion

Schutzherr sowie Regen- und Wasserspender; inkazeitlich Empfangsort des Capacocha, des höchsten Staatsopfers.

Kult

Archäologisch gesichert: Kinderopfer, Edelmetall-Figurinen, Textilien und Spondylus; die heutige Despacho-Praxis am Berg ist plausibel, aber wenig verschriftlicht.

Abgrenzung

Nicht zu verwechseln mit Machu Picchu: Beide Namen enthalten das Element pikchu, bezeichnen aber verschiedene Orte.

Vom Fund 1965 zu Pichu Pichu 2

1965 wurde am Gipfel ein Mädchenschädel mit Gold-, Silber- und Keramikbeigaben gefunden; 1996 folgten mehrere Kinder- und Jugendlichenbestattungen. Das Individuum Pichu Pichu 2, etwa dreieinhalb Jahre alt, gilt seither als das jüngste bekannte Capacocha-Opfer.

Die Funde zeigen den Berg als hochrangiges Heiligtum der Inka-Staatsreligion und als Ziel ritueller Höhenpilgerfahrten. Der Name dagegen bleibt unsicher: eine Quechua-Reduplikation zu pikchu, Gipfel oder pyramidale Bergspitze, meist als Gipfel-Gipfel oder vielgipfliger Berg gedeutet.

Höhenarchäologie und Einordnung

Pichu Pichu ist fester Bestandteil der Höhenarchäologie um Reinhard und Socha; die Fundstücke liegen im Museo Santuarios Andinos in Arequipa.

Religionswissenschaftlich ist Apu Pichu Pichu ein archäologisch gut belegter Capacocha-Berg. Zwei Klarstellungen: Er ist nicht mit Machu Picchu zu verwechseln, das dasselbe Element pikchu enthält, aber ein anderer Ort ist. Und die 5664 Meter sind der höchste von sieben Gipfeln, keine Einzelspitze.

Kinderopfer und heutige Praxis

Quellenfest ist das inkazeitliche Capacocha, archäologisch gesichert mit Kinderopfern, Edelmetall-Figurinen, Textilien und Spondylus. Für die Gegenwart ist Zurückhaltung geboten: Eine lokale Despacho-Praxis am Berg, mit Kokablättern als üblicher Gabe, ist plausibel, aber im Vergleich zu Bergen wie Ausangate oder dem Apu Salkantay schwächer eigenständig dokumentiert, also wahrscheinlich, aber wenig verschriftlicht.

Die Capacocha-Landschaft Südperus

Apu Pichu Pichu steht neben dem Apu Misti, dem Apu Ampato und dem Apu Sara Sara in derselben südperuanischen Capacocha-Landschaft. Das Aymara-Gegenstück zum Apu ist der Achachila; wie alle Apus ist auch Pichu Pichu mit der Erdmutter Pachamama verbunden.

Häufige Fragen zum Apu Pichu Pichu

Was bedeutet Pichu Pichu?

Eine Reduplikation, meist Gipfel-Gipfel oder vielgipfliger Berg, zu pikchu, Gipfel; die Herleitung ist unsicher.

Was fand man am Berg?

Mehrere inkazeitliche Kinder- und Jugendlichenopfer, darunter Pichu Pichu 2, das jüngste bekannte Capacocha-Opfer.

Ist das dasselbe wie Machu Picchu?

Nein. Beide Namen enthalten das Element pikchu, bezeichnen aber verschiedene Orte.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Socha, Dagmar M. / Reinhard, Johan / Chávez Perea, Rudy: Inca human sacrifices from the Ampato and Pichu Pichu volcanoes. In: Archaeological and Anthropological Sciences 13. 2021.
  • Reinhard, Johan: The Ice Maiden. Washington 2005.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Unter den Bergen Südperus ist der Apu Pichu Pichu ein doppeltes Denkmal: Als Vulkan bei Arequipa prägt sein Sägezahnkamm die Landschaft, als Capacocha-Opferstätte bewahrt er die Erinnerung an die jüngsten Opfer des Inka-Staates.

Classification & Protection

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The Protection Compass assigns this being to influence level I, Minor influence.

Against its influence, cross-cultural tradition names these protective means:

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