Ilmarinen ist Gott der finnischen Tradition.
Der Schmied, der das Himmelsgewölbe ohne Hammerspur schuf.
Ilmarinen ist in der finnischen Mythologie der Himmels- und Luftschmied, der das Himmelsgewölbe und den Wundergegenstand Sampo schmiedete. Sein Name weist ihn als Luft- und Himmelswesen aus; episch ist er jedoch primär der Schmiedeheld.
Zentraler Beleg ist das Nationalepos Kalevala, das Elias Lönnrot 1835 und 1849 aus mündlicher Runengesang-Tradition zusammenstellte, daneben ältere Zauber- und Beschwörungslieder, in denen Ilmarinen etwa als Urheber des Eisens und Feuers angerufen wird.
Typ: Himmels- und Luftschmied, ursprünglich Luft- und Wettergott
Herkunft: Finnland und Karelien
Texte: Kalevala (1835 und 1849), ältere Runengesänge und Zauberlieder
Zeitraum: Kalevala-Redaktion mit älterer mündlicher Tradition
Erscheinung: Meisterschmied, der ewige Hämmerer
Die Kalevala von 1835 und 1849 ist der zentrale Beleg, dahinter stehen ältere Runengesänge sowie Zauber- und Beschwörungslieder.
Finnland und Karelien, das Kernland des Runengesangs, aus dem Lönnrot seine Sammlung zusammenstellte.
Gut: die Kalevala und die Zauberlieder; dazu die finnische Mythologie-Forschung von Haavio bis Siikala.
Finnisch: Der Name gehört zu ilma, Luft, Wetter und Himmel; rekonstruiert ergibt sich Ilmari, ein Luft- oder Himmelswesen, mit der Kalevala-Diminutivform Ilmarinen. Schon der Name trägt also den Himmel in sich, den der Schmied im Epos selbst verfertigt.
Erscheinung
Ilmarinen ist der Meisterschmied, der ewige Hämmerer; in der Kalevala ein menschengestaltiger Held, als älterer Wetter- und Luftgott ohne feste Ikonografie.
Wirkung
Ilmarinen schmiedete das Himmelsgewölbe so kunstvoll, dass keine Hammer- oder Zangenspur zu sehen ist, sowie den Sampo, eine Wundermühle und einen Glücksbringer. Etymologie und ältere Schicht weisen ihn als Luft- und Himmelsgottheit aus, den Schöpfer des Himmels; in der Wetterkontrolle wurde er teils vom Donner- und Wettergott Ukko überlagert. Primär ist er jedoch der Schmiedeheld.
Die wichtigsten Aspekte des Himmelsschmieds auf einen Blick.
Zentralgestalt der finnischen Epik: Schmiedeheld der Kalevala mit einer älteren Schicht als Luft- und Himmelsgott.
Das Schmieden des Unmöglichen: Himmelsgewölbe und Sampo; in Heilzaubern gilt er als Urheber des Eisens und Feuers.
Meisterschmied an der Esse, der ewige Hämmerer; als älterer Wetter- und Luftgott ohne feste Ikonografie.
Schöpferisch-kulturbringend: Himmel, Sampo und Schmiedewerk; die Wetterkontrolle trat hinter Ukko zurück.
Anrufung in Beschwörungsliedern, etwa in Heilzaubern gegen Brandwunden; ein eigentlicher Kult ist nicht sicher belegt.
Typologisch Hephaistos, Vulcanus und Wieland als Schmiede; der estnische Ilmarine als direkte Entsprechung; daneben die Windmaid Tuuletar.
Der Name gehört zu finnisch ilma, Luft, Wetter und Himmel; rekonstruiert ergibt sich Ilmari, ein Luft- oder Himmelswesen, mit der Kalevala-Diminutivform Ilmarinen. Zentraler Beleg ist das Nationalepos Kalevala, das Elias Lönnrot 1835 und 1849 aus mündlicher Runengesang-Tradition zusammenstellte, daneben ältere Zauber- und Beschwörungslieder.
In dieser Schichtung liegt der Schlüssel zur Gestalt: Die etymologisch-archaische Schicht zeigt den Luft- und Himmelsgott, den Schöpfer des Himmels; das Epos zeigt den Meisterschmied, der das Himmelsgewölbe so kunstvoll verfertigte, dass keine Hammer- oder Zangenspur zu sehen ist, und der den Sampo schuf, eine Wundermühle und einen Glücksbringer. In der Wetterkontrolle wurde Ilmarinen teils vom Donner- und Wettergott Ukko überlagert.
Ilmarinen ist Namensgeber unter anderem für finnische Kriegsschiffe, Firmen und eine Rentenversicherung und fest im finnischen Nationalbewusstsein verankert.
Religionswissenschaftlich ist Ilmarinen kulturbringend-schöpferisch, ohne bedrohlichen Zug. Drei Klarstellungen sind wichtig: Er ist nicht in erster Linie ein Windgott, der Luftaspekt ist die etymologisch-archaische Schicht, episch dominiert der Schmied. Die Kalevala ist ein redaktionelles Werk Lönnrots, kein einheitlicher Urtext. Und er ist nicht mit der Luftjungfrau Ilmatar zu verwechseln.
In Beschwörungsliedern wird Ilmarinen angerufen, etwa als Urheber des Eisens und Feuers in Heilzaubern gegen Brandwunden. Ein eigentlicher Kult ist nicht sicher belegt; die Überlieferung ist literarisch-magisch, nicht institutionell-kultisch. Wer den Schmied anrief, suchte keine Tempeltür, sondern die Kraft des Wortes im Zauberlied.
Als Schmied ist Ilmarinen typologisch mit Hephaistos und Vulcanus sowie mit Wieland verwandt; als Himmelsschöpfer mit indogermanischen Himmelsgöttern. Der estnische Ilmarine ist die direkte Entsprechung. Innerhalb der finnischen Überlieferung steht er neben den Windwesen um Tuuletar, mit denen ihn die gemeinsame Sphäre der Luft verbindet, nicht die Funktion.
Was bedeutet der Name Ilmarinen?
Er gehört zu ilma, Luft, Wetter und Himmel; Ilmarinen ist ein Luft- und Himmelswesen.
Ist Ilmarinen vor allem ein Windgott?
Nein. Der Luftaspekt ist die archaische Schicht; episch ist er primär der Meisterschmied.
Was schmiedete er?
Das Himmelsgewölbe, so kunstvoll, dass keine Hammerspur zu sehen ist, und den Sampo, eine Wundermühle und einen Glücksbringer.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als finnischer Himmelsschmied ist Ilmarinen zuerst der Held an der Esse; als älterer Luftgott der Kalevala-Überlieferung bewahrt sein Name zugleich die Erinnerung an den Himmel, den er im Epos selbst verfertigt hat.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Moryana, der slawische Meeres- und Sturmgeist. Herkunft, der Meerwind der Wolga und die religions...

Kappa, kindsgroßes Wasserwesen aus Japans Flussmythologie. Schildkrötenpanzer und Wasserschale au...

Pangkarlangu, der kinderfressende Oger-Riese der Warlpiri. Herkunft, seine soziale Funktion und d...

Die Alraune galt als Schutz- und Glückswurzel der Volksmagie. Herkunft, Brauch und volkskundliche...

Eleggua ist der Schutzkopf am Hauseingang der Santeria, aus Zement mit Kaurimuscheln. Herkunft un...

Mishipeshu, der gehörnte Unterwasserpanther der Anishinaabe. Herkunft, das Kupfer-Tabu, die Felsb...