Goibniu, Schmied der Tuatha Dé Danann
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Goibniu ist ein Gott der irischen Tradition.
Waffenschmied der Götter, Brauer des Unsterblichkeitsbiers.
Goibniu ist der Schmiede- und Feuergott der Tuatha Dé Danann in der irischen Mythologie. Er schmiedet die Waffen der Götter und braut das Bier, das den Göttern Unsterblichkeit verleiht; sein Name lebt in mittelalterlichen Schutzformeln gegen Krankheit fort.
Goibniu gehört zum Schmiede-Dreigestirn der Tuatha Dé Danann zusammen mit Luchta, dem Wagner, und Credne, dem Metallhandwerker. Seine wichtigste Rolle spielt er in der Erzählung von der zweiten Schlacht von Mag Tuired, wo er die Waffen für den Kampf gegen die Fomori schmiedet.
Typ: Schmiede- und Feuergott der Tuatha Dé Danann
Herkunft: Irland, keltischer Kulturraum
Texte: mittelirische Literatur, besonders die Schlacht von Mag Tuired
Zeitraum: mittelirische Literatur, Fortleben in Segensformeln
Erscheinung: göttlicher Schmied an Esse und Amboss
Historische Einordnung
Zeitraum der Texte
Mittelirische Literatur, besonders die Erzählung von der zweiten Schlacht von Mag Tuired; dazu alt- und mittelirische Zaubersprüche des Mittelalters.
Verbreitungsraum
Irland und der keltische Kulturraum; in Wales bewahrt der Schmied Gofannon dieselbe Gestalt.
Quellenlage
Gut: Goibniu hat eine feste Stellung im mythologischen Zyklus, erschlossen über die Edition von Elizabeth A. Gray und die Lexika.
Name und Varianten
Altirisch: goba bedeutet Schmied; Goibniu ist der göttliche Schmied. Der Name benennt also unmittelbar sein Handwerk, das Schmieden an Esse und Amboss.
Beschreibung
Erscheinung
Goibniu ist der Gott an Esse und Amboss, dessen Feuer die Waffen der Götter formt. Sein Feuer ist das schöpferische, kunstvolle Feuer der Schmiede; er verkörpert Handwerk, Kraft und die verwandelnde Macht der Glut.
Wirkung
In der Schlacht von Mag Tuired schmiedet Goibniu Speerspitzen und Klingen, die er mit drei Hammerschlägen fertigstellt, sodass die Götter unbesiegbar bewaffnet sind. Zudem braut er das Bier des Festmahls von Goibniu, das den Trinkenden vor Alter und Tod schützt.
Steckbrief: Goibniu
Die wichtigsten Aspekte des Schmiedegottes auf einen Blick.
Mitglied des Schmiede-Dreigestirns der Tuatha Dé Danann, zusammen mit Luchta, dem Wagner, und Credne, dem Metallhandwerker.
Die Bewaffnung der Götter im Kampf gegen die Fomori und das Festmahl, dessen Bier vor Alter und Tod schützt.
Göttlicher Schmied an Esse und Amboss, der Speerspitzen und Klingen mit drei Hammerschlägen fertigstellt.
Schöpferisches Schmiedefeuer: aus Metall werden Waffen, aus Zutaten der Trank der Unsterblichkeit.
Kein förmlicher Tempelkult; mittelalterliche irische Segensformeln riefen Goibniu gegen Dornen, Splitter und Krankheit an.
Der walisische Gofannon, der griechische Hephaistos und der römische Vulcanus; dazu der germanische Wieland.
Drei Hammerschläge für Mag Tuired
Altirisch goba bedeutet Schmied; Goibniu ist der göttliche Schmied. Er gehört zum Schmiede-Dreigestirn der Tuatha Dé Danann zusammen mit Luchta, dem Wagner, und Credne, dem Metallhandwerker.
Seine wichtigste Rolle spielt er in der Erzählung von der zweiten Schlacht von Mag Tuired, wo er die Waffen für den Kampf gegen die Fomori schmiedet: Speerspitzen und Klingen, die er mit drei Hammerschlägen fertigstellt, sodass die Götter unbesiegbar bewaffnet sind. Zudem braut er das Bier des Festmahls von Goibniu, das den Trinkenden vor Alter und Tod schützt.
Fortleben und Einordnung
Goibniu ist in der keltischen Mythologie fest verankert und begegnet in der modernen Fantasy und im Neopaganismus als keltischer Schmiedegott. Der walisische Gofannon bewahrt dieselbe Gestalt in Wales.
Religionswissenschaftlich verkörpert Goibniu das schöpferische Schmiedefeuer, das aus Metall Waffen und aus Zutaten den Trank der Unsterblichkeit macht. Er ist ein Musterbeispiel für den Schmiedegott als Kulturbringer und für die Verbindung von Feuer, Handwerk und übernatürlicher Wirksamkeit.
Segensformeln gegen Dornen und Krankheit
Ein förmlicher Tempelkult ist für Goibniu nicht überliefert. Sein Name lebt jedoch in mittelalterlichen Segensformeln fort: Alt- und mittelirische Zaubersprüche, überliefert unter anderem in einer Handschrift von Sankt Gallen, rufen Goibniu gegen Dornen, Splitter und Krankheit an. Diese Heil- und Schutzsprüche zeigen, dass der Schmiedegott volkstümlich als Helfer gegen Übel angerufen wurde.
Schmiedegötter im Vergleich
Goibniu entspricht dem walisischen Schmied Gofannon, dem griechischen Hephaistos und dem römischen Vulcanus als göttlichem Schmied. Als Meister des schöpferischen Feuers steht er in einer Reihe mit den Schmiedegöttern vieler Kulturen, darunter der germanische Wieland der Schmied.
Häufige Fragen zu Goibniu
Wer war Goibniu?
Der Schmiede- und Feuergott der Tuatha Dé Danann, der die Waffen der Götter schmiedete.
Was ist das Fest des Goibniu?
Ein Gastmahl, bei dem Goibniu ein Bier braut, das die Götter vor Alter und Tod schützt.
Wurde er gegen Krankheit angerufen?
Ja. Mittelalterliche irische Segensformeln, etwa in einer Handschrift von Sankt Gallen, riefen ihn gegen Splitter und Krankheit an.
Weiterführende Verlinkungen
Weiterlesen:
- Keltisch – alle Wesen des keltischen Kulturraums
- Hephaistos, Vulcanus – die Schmiedegötter Griechenlands und Roms
- Wieland der Schmied – der germanische Meisterschmied
- Eisen, Schutzkerze, Amulett – überlieferte Schutzmittel
- Schutz-Kompass – Schutzmittel im Überblick
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als irischer Schmiedegott bündelt Goibniu Feuer und Schmiedekunst der Tuatha Dé Danann in einer Gestalt: Seine Klingen machten die Götter unbesiegbar, sein Bier schützte sie vor Alter und Tod, und sein Name half noch in mittelalterlichen Segensformeln gegen Krankheit.





