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Wieland der Schmied, Meister von Esse und Rache

Wieland der Schmied ist Gott der germanischen Tradition.

Der Meisterschmied, der sich Flügel zur Freiheit schmiedet. Der Artikel zeichnet Wieland als Meister nach, dessen Schmiedekunst Rache und Freiheit zugleich ermöglicht.

Inhaltsverzeichnis

Wieland der Schmied, Meisterschmied der Sage
Wieland der Schmied

Wieland der Schmied, altnordisch Völundr, ist der berühmteste Meisterschmied der germanischen Sage. Seine Kunst am Schmiedefeuer ist übermenschlich; die Sage erzählt von seiner Gefangenschaft, seiner grausamen Rache und seiner Flucht mit selbst geschmiedeten Flügeln.

Dabei ist Wieland kein voll ausgebildeter Kultgott, sondern ein mythischer Schmied, der in einigen Deutungen den mythischen Halbgöttern zugerechnet wird. Sein Name gilt bis heute sprichwörtlich für höchste Schmiedekunst.

Im Überblick: Wieland der Schmied

Typ: Mythischer Meisterschmied der heroischen Sagentradition
Herkunft: Nord- und westgermanischer Raum: Skandinavien, England, Deutschland
Texte: Völundarkviða (Lieder-Edda), Thidrekssaga
Zeitraum: Völkerwanderungszeit bis hohes Mittelalter
Erscheinung: menschlich-übermenschlicher Schmied, oft gelähmt dargestellt

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Der Stoff reicht von der Völkerwanderungszeit bis ins hohe Mittelalter; schriftlich fassbar wird er in der Lieder-Edda und in der Thidrekssaga.

Verbreitungsraum

Der nord- und westgermanische Raum: Skandinavien, England und Deutschland kennen die Sage, in England unter dem Namen Wayland.

Quellenlage

Gut: das Völundarkviða der Lieder-Edda und die altnordische Thidrekssaga, dazu Bildzeugnisse wie das angelsächsische Franks Casket.

Name und Varianten

Namensformen: deutsch Wieland, altnordisch Völundr, englisch Wayland. Der Name haftet bis heute an Orten wie der Grabkammer Wayland’s Smithy in England und gilt sprichwörtlich für höchste Schmiedekunst.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Wieland wird als überragender Meisterschmied dargestellt, dessen Feuer und Amboss Wunderwaffen und kunstvollen Schmuck hervorbringen. In der Sage wird er gelähmt, um seine Flucht zu verhindern; sein Symbol ist die verwandelnde, aber auch gefährliche Macht des Schmiedefeuers.

Wirkung

Wieland schmiedet Schwerter und Ringe von sagenhafter Güte. Vom König Nidhad gefangen und an den Fußsehnen gelähmt, um ihn zur Arbeit zu zwingen, übt er eine kunstvolle Rache und entkommt schließlich mit einem selbst gefertigten Flügelkleid durch die Luft.

Steckbrief: Wieland der Schmied

Die wichtigsten Aspekte des Meisterschmieds auf einen Blick.

Tradition

Heroische Sagentradition des germanischen Raums; kein Tempelgott, aber in einigen Deutungen den mythischen Halbgöttern zugerechnet.

Zuständig für

Das Schmiedehandwerk in seiner höchsten Form: Schwerter, Ringe und Schmuck von sagenhafter Güte entstehen an seiner Esse.

Darstellung

Menschlich-übermenschlicher Schmied, oft gelähmt dargestellt; das angelsächsische Franks Casket zeigt Szenen seiner Geschichte.

Funktion

Verkörperung der verwandelnden, aber gefährlichen Macht des Schmiedefeuers: genial und schöpferisch, in der Sage zu grausamer Rache fähig.

Umgang

Kein förmlicher Kult; im Volksglauben um Wayland’s Smithy beschlägt ein unsichtbarer Schmied gegen eine Münze die Pferde.

Pendants

Hephaistos, Vulcanus und Goibniu: göttliche Schmiede, oft mit körperlicher Versehrtheit verbunden.

Gefangenschaft, Rache und Flucht: die Wielandsage

Wieland ist ein mythischer Schmied, kein voll ausgebildeter Kultgott, wird aber in einigen Deutungen den mythischen Halbgöttern zugerechnet. Die Hauptquellen sind das Völundarkviða der Lieder-Edda und die altnordische Thidrekssaga; Bildzeugnisse wie das angelsächsische Franks Casket zeigen seine Geschichte. Sein Vater ist in manchen Fassungen ein Riese oder ein Meerwesen.

Den Kern der Sage bildet die Gefangenschaft: König Nidhad lässt Wieland an den Fußsehnen lähmen, um ihn festzuhalten und für sich schmieden zu lassen. Der Gefangene antwortet mit einer kunstvollen, grausamen Rache und entkommt schließlich mit einem selbst gefertigten Flügelkleid durch die Luft, das vielleicht stärkste Bild der Sage für die verwandelnde Macht seiner Kunst.

Von Wayland bis in die Fantasy

Wieland ist in der germanischen Heldensage fest verankert und wirkte weiter, etwa als Wayland in England und in modernen Bearbeitungen von Literatur und Fantasy. Sein Name gilt sprichwörtlich für höchste Schmiedekunst.

Religionswissenschaftlich ist Wieland ein Musterbeispiel für den mythischen Schmied, dessen Feuer schöpferisch und zugleich gefährlich ist. Eine Klarstellung: Er ist eine Sagengestalt, kein Tempelgott mit förmlichem Kult. Das Motiv des gelähmten, aber unübertroffenen Schmieds verbindet ihn kulturübergreifend mit Hephaistos und deutet auf eine alte Vorstellung von der Ambivalenz des Schmiedehandwerks.

Volksglaube statt Tempelkult

Wieland hat keinen förmlichen Kult; er ist eine Sagengestalt, kein Tempelgott. Sein Name haftet jedoch an Orten und Denkmälern, etwa an der Grabkammer Wayland’s Smithy in England, um die sich der Volksglaube rankte, ein unsichtbarer Schmied beschlage dort gegen eine Münze die Pferde. Solche Sagen zeigen die volkstümliche Verehrung des Meisterschmieds als übernatürlichen Helfer.

Schmiedegötter im Vergleich

Wieland entspricht dem griechischen Hephaistos, der ebenfalls hinkt und als göttlicher Schmied Wunderwerke schafft, sowie dem irischen Schmiedegott Goibniu und dem römischen Vulcanus. Alle verkörpern das schöpferische Schmiedefeuer, oft verbunden mit körperlicher Versehrtheit.

Häufige Fragen zu Wieland dem Schmied

Wer war Wieland?

Der berühmteste Meisterschmied der germanischen Sage, altnordisch Völundr, in England als Wayland bekannt.

Warum wurde er gelähmt?

König Nidhad ließ ihn an den Fußsehnen lähmen, um ihn gefangen zu halten und für sich schmieden zu lassen.

Wie entkam er?

Er schmiedete sich ein Flügelkleid und entfloh durch die Luft, nachdem er kunstvolle Rache geübt hatte.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Völundarkviða. In: Lieder-Edda. Altnordisch.
  • Thidrekssaga. 13. Jh.
  • Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart 2006.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als germanischer Meisterschmied verbindet Wieland Feuer und Schmiedekunst der Sage zu einer einzigen Gestalt: gefangen, gelähmt und dennoch unbezwingbar, weil seine Kunst ihm am Ende sogar Flügel schenkt.

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IIILEVEL
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