Nammu und der Lehm der ersten Menschen
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Nammu ist eine Göttin der mesopotamischen Tradition.
Urmeer und Urmutter, aus deren Lehm die ersten Menschen wurden. Nammu ist die sumerische Urmutter des Wassers, und die folgende Darstellung erläutert ihre Stellung im Schöpfungsgeschehen.
Nammu ist die sumerische Urmuttergöttin, Verkörperung des Urmeers; Name und Element teilen dasselbe Keilschriftzeichen.
Als Mutter Enkis weckt sie ihn im Mythos Enki und Ninmah; er formt mit Ninmah und sieben Hilfsgöttinnen die ersten Menschen aus Lehm.
Typ: Urmuttergöttin, Verkörperung des Urmeers
Herkunft: frühdynastisch, Mythos Enki und Ninmah
Texte: sumerische Texte, Götterlisten
Zeitraum: frühdynastisch bis altbabylonisch
Erscheinung: kaum verehrt, Tempel in Ur belegt
Überlieferungskontext
Zeitraum der Texte
Frühdynastisch bezeugt, zentral im Mythos Enki und Ninmah; ab altbabylonischer Zeit auch Mutter von An und Ki.
Verbreitungsraum
Südmesopotamien: Ur, Nippur, Babylon; eine breite Verehrung ist nicht überliefert.
Quellenlage
Sumerische Texte und Götterlisten, seltener bezeugt als andere Urgottheiten.
Name und Varianten
Sprache: Nammu wird meist als Schöpferin übersetzt; ihr Name teilt das Zeichen der Süßwassertiefe. Bekanntester Verweis ist der Königsname Ur-Nammu, Diener der Nammu.
Wesen und Wirkung
Erscheinung
Nammu verkörpert das Urgewässer und die fruchtbare Marschlandschaft Südmesopotamiens.
Wirkung
Anders als chaotische Urgestalten trägt sie mütterliche Züge und regt die Erschaffung der ersten Menschen aus Lehm an.
Steckbrief: Nammu
Die wichtigsten Aspekte der Urmuttergöttin auf einen Blick.
Sumerische Kosmogonie, älteste Schicht vor den Götterlisten.
Das Urmeer und die Erschaffung der ersten Menschen aus Lehm.
Keine feste Ikonografie; gedacht als Wasser und als knetende Hand.
Ursprung der Göttergenerationen, Initiatorin der Menschenschöpfung.
Ein Tempel in Ur belegt, sonst kaum Ritualwesen.
Wie aus Urwasser die ersten Menschen wurden
Nammu gilt als Urmuttergöttin; ihr Name teilt das Zeichen der Süßwassertiefe, sie ist die Mutter Enkis.
Im Mythos Enki und Ninmah weckt sie ihren Sohn, der sie mit Ninmah, also Ninhursag, Menschen aus Lehm formen lässt. Altbabylonisch auch Mutter von An und Ki.
Vergessene Urmutter, vorsichtig gelesen
Nammu wird in moderner Göttinnen- und Matriarchatsliteratur als vergessene Urmutter rezipiert; diese Rezeption geht über die dünne Quellenlage hinaus und ist vorsichtig zu behandeln. Religionswissenschaftlich steht sie für das Urwasser als Ursprung allen Seins.
Ein Tempel in Ur, sonst wenig Kult
Nammu wurde nicht allgemein kultisch verehrt; ein ihr geweihter Tempel in Ur ist altbabylonisch belegt, dazu Texte aus Nippur und Babylon. Der Königsname Ur-Nammu gilt als Diener der Nammu. Weihwasser, Salz und Amulett knüpfen daran an.
Urmütter und Urgewässer im Vergleich
Häufige Fragen zu Nammu
Wer erschuf bei den Sumerern die Menschen?
Nach Enki und Ninmah regt Nammu die Schöpfung an; Enki formt die Menschen mit Ninmah und sieben Göttinnen aus Lehm.
Wie hängen Nammu und der Abzu zusammen?
Ihr Name bezeichnet dieselbe Süßwassertiefe wie der Abzu.
Weiterführende Verlinkungen
Weiterlesen:
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Nammu Göttin des Urwassers, sumerische Urmutter der Götter und Menschen, ist der Ursprung, aus dem die ersten Menschen im Lehm geformt wurden.





